Die 6 wichtigsten Cannabinoide der Cannabispflanze


Die 6 wichtigsten Cannabinoide der Cannabispflanze

Cannabinoide sind die wesentlichen Verbindungen, die dem Cannabis seine geschätzten Freizeitqualitäten und medizinischen Eigenschaften verleihen. Aber welche Cannabinoide finden sich am häufigsten in Cannabis und wie können sie unseren Körper beeinflussen?

WAS SIND CANNABINOIDE? 

Der Begriff „Cannabinoide“ bezieht sich auf eine Gruppe von über 100 verschiedenen chemischen Verbindungen, die mit Cannabinoidrezeptoren wechselwirken. Sie verleihen dem Cannabis seine ganz eigenen medizinischen und erholsamen Eigenschaften.

Wenn wir Cannabis einnehmen, sei es durch Rauchen, Verdampfen oder Verzehr, aktivieren die Cannabinoide aus der Pflanze spezifische Rezeptoren (bekannt als CB1 und CB2) in unserem Gehirn und Körper.

Diese Rezeptoren sind Teil unseres Endocannabinoid-Systems (oder ECS), das für die naturgegebene Produktion von Endocannabinoiden in unserem Körper (z. B. Anandamid) verantwortlich ist und eine Vielzahl von physiologischen Prozessen, einschließlich Appetit, Schmerzempfindung, Stimmung und Erinnerung, steuert.

Die 6 wichtigsten Cannabinoide in der Cannabispflanze:

THC

THC

THC oder Tetrahydrocannabinol, ist das wohl bekannteste aller Cannabinoide, die man in der Cannabispflanze findet.

Es ist eine psychoaktive Verbindung und als solche verantwortlich für die Entstehung des charakteristischen "Highs", dass Freizeit-Nutzer so schätzen. Wenn es von unserem Körper absorbiert wird, produziert THC im Allgemeinen starke Gefühle von Freude, Entspannung, Euphorie, Sedierung und mehr.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass THC ebenso eine Vielzahl von medizinischen Verwendungen haben kann. Zum Beispiel deuten Studien darauf hin, dass es bei der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), des Glaukoms, der Schlaflosigkeit, sowie bei chronischen Schmerzen in der Folge von Erkrankungen wie Fibromyalgie helfen kann.

Eines der größten Probleme bei der medizinischen Verwendung von THC ist jedoch die Tatsache, dass es bei unterschiedlichen Menschen gegensätzliche Effekte hervorrufen kann: Während es den einen Nutzer schläfrig und entspannt macht, kann ein anderer sich durchaus ruhelos, nervös oder ängstlich fühlen.

Die Forschungsergebnisse beantworten die Frage, was diese Ungleichgewichte verursacht, nicht eindeutig. Sie könnten aber die Folge der individuellen Biochemie unseres Körpers oder verschiedener THC-Konzentrationen sein.

Lies mehr über THC.

CBD

CBD

CBD oder Cannabidiol ist ein Cannabinoid, das wegen seiner medizinischen Eigenschaften Berühmtheit erlangt hat.

In höheren Konzentrationen findet man Cannabidiol in der Regel im Hanf, sowie in einer Handvoll medizinischer Sorten, die gezielt gezüchtet wurden, um hohe CBD-Konzentrationen zu entwickeln.

Die meisten der für den Freizeitgebrauch angebauten Sorten sind jedoch für gewöhnlich reich an THC und enthalten nur geringe Mengen an CBD.

Der Hype zu medizinischem Marihuana konzentriert sich meist auf CBD. In dem Maße, in dem die Cannabisforschung voranschreitet, werden allerdings auch einige der anderen, weiter unten aufgeführten Cannabinoide die ihnen zustehende Aufmerksamkeit erhalten.

CBD hat sich als wirksam bei der Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen erwiesen, wozu Angststörungen und Übelkeit ebenso gehören wie chronische neuropathische und entzündliche Schmerzen, die durch Erkrankungen wie Muskel-Dystrophie oder Arthritis verursacht werden.

Im Gegensatz zu THC ist CBD eine nicht-psychoaktive Verbindung, was bedeutet, dass es nicht wie THC psychoaktive Highs produziert.

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THCV

THCV

THCV, oder Tetrahydrocannabivarin, ist ein Cannabinoid, das erst vor kurzem begann, Schlagzeilen zu machen. Es ist eine psychoaktive Verbindung, die dafür bekannt ist, ein klares, stimulierend zerebrales High zu erzeugen.

Diese psychoaktive Verbindung ist manchmal in der Cannabispflanze in sehr großen Mengen vorzufinden. In einigen Cannabissorten aus asiatischen Regionen (wie China, Indien, Nepal, Thailand, Afghanistan und Pakistan) fand man zum Beispiel THCV-Konzentrationen von über 50%.

Obwohl sich die Forschung bisher deutlich weniger um THCV als um andere Cannabinoide (wie CBD und THC) gekümmert hat, deuten Studien darauf hin, dass es erhebliches medizinisches Potenzial besitzt.

So zeigen Forschungsergebnisse, dass es zum Beispiel hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und daher unterstützend bei der Behandlung von Diabetes eingesetzt werden kann. Außerdem ist es hilfreich bei der Behandlung von Angststörungen und kann bei Alzheimer-Patienten die motorische Kontrolle verbessern bzw. den Tremor verringern.

Überraschenderweise fungiert THCV auch als Appetitzügler, was einige Experten dazu veranlasst hat, es als Mittel für die Gewichtsabnahme ins Gespräch zu bringen. Schließlich hat THCV auch gezeigt, dass es das Knochenwachstum stimuliert und daher bei der Behandlung von Osteoporose und anderen knochenbezogenen Erkrankungen helfen kann.

Leider liefern viele der Sorten für den Freizeit-und medizinischen Gebrauch nur Spuren von THCV, so dass es schwierig ist, die Vorteile und Effekte dieses Cannabinoids wirklich effektiv zu nutzen.

Lies mehr über THCV.

CBDV

CBDV

CBDV, oder Cannabidivarin, ist ebenfalls ein nicht-psychoaktives Cannabinoid. Wie THCV findet man es in höheren Konzentrationen in Indica-Cannabissorten, die wild in Indien und Nepal wachsen.

Im Gegensatz zu THC und CBD schenkt man auch CBDV relativ wenig Aufmerksamkeit. Es konnte gezeigt werden, dass es deutliche antikonvulsive Effekte aufweist.

Im Jahr 2013 haben zum Beispiel Forschungsergebnisse der University of Reading (UK) und des Forschungsinstituts von Otsuka Pharmaceutical (Japan) gezeigt, dass CBDV die induzierten Anfälle bei Ratten deutlich reduziert hat.[1]

In einer Abhandlung, die in der Septemberausgabe des britischen Journal of Pharmacology veröffentlicht wurde, wird berichtet, dass CBDV in sechs verschiedenen experimentellen Modellen, die häufig bei der Epilepsiebehandlung verwendet werden, sehr wirksam Anfälle unterdrücken konnte.[2]

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CBG

CBG

Bei CBG, oder Cannabigerol, handelt es sich um eine weitere Verbindung, die selbst in hohen Dosen keine psychoaktive Wirkung zeigt. Es ist eine nicht-saure Form von CBGA, dem ersten Cannabinoid, das während des Wachstums in der Pflanze gebildet wird.

Wissenschaftler entdeckten es erstmals im Jahre 1964. Wie viele andere Cannabinoide zeigt auch CBG vielversprechendes medizinisches Potenzial.

Im Januar 2015 fanden Forscher der Abteilung für Biochemie und Molekularbiologie an der Universität Madrid heraus, dass der Einsatz von CBG bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie der Huntington-Krankheit von Vorteil sein kann.[3]

Leider ist CBG in modernen Sorten (mit Konzentrationen von etwa 1% oder weniger) ebenfalls nur in Spuren enthalten. Allerdings könnte sich das durch weitere Forschungsarbeit über Cannabis und und seine verschiedenen Verbindungen ändern.

Lies mehr über CBG.

CBC

CBC

Am Ende unserer Liste der wichtigsten Cannabinoide in der Cannabispflanze steht CBC oder Cannabichromen. Obwohl wir es hier mit einem weiteren Cannabinoid zu tun haben, das meist im Schatten von CBD und THC steht, handelt es sich trotzdem um eine relativ gut erforschte Verbindung.

CBC ist nach THC die zweithäufigste Verbindung, die in Cannabis konzentriert vorkommt. Wie CBD und THC, hat auch CBC sich als entzündungshemmend erwiesen. Weiterhin kann es bei der Behandlung von Schmerzen, die mit einer Vielzahl von Erkrankungen verbunden sind, von Vorteil sein.

Ähnlich wie CBD und THC hat auch CBC antidepressive Effekte gezeigt. Studien haben zudem ergeben, dass es unterschiedliche antivirale und antimykotische Eigenschaften aufweist.

Was allerdings dieses Cannabinoid wirklich über andere Cannabisverbindungen hinaushebt, ist seine Fähigkeit, Neurogenese (das Wachstum und die Entwicklung von Nervengewebe im Gehirn) zu fördern.

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Verweise

  1. ^ NCBI, Cannabidivarin (CBDV) suppresses pentylenetetrazole (PTZ)-induced increases in epilepsy-related gene expression, abgerufen January-29-2019
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  2. ^ NCBI, Cannabidivarin is anticonvulsant in mouse and rat., abgerufen January-29-2019
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  3. ^ NCBI, Neuroprotective properties of cannabigerol in Huntingtons disease: studies in R6/2 mice and 3-nitropropionate-lesioned mice., abgerufen January-29-2019
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