Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Marihuana?


Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Marihuana?

Du musst kein Raketenwissenschaftler oder Botaniker sein, um die grundlegenden Unterschiede zwischen Hanf und Marihuana schnell zu verstehen. Kurz gesagt, falls Du es rauchen kannst und es Dir tatsächlich ein High beschert, dann heißt es Marihuana. Ansonsten nennen wir es Hanf oder Industriehanf. Punkt!

Im Ernst, das ist der einzige Unterschied. Beide gehören sie zur Gattung Cannabis und zur Art sativa, sind also wissenschaftlich das Gleiche. Rechtlich gesehen, sind sie allerdings völlig unterschiedlich.

Stell Dir das so vor, als würdest Du Dich mit Deinem Bruder oder Deiner Schwester vergleichen (falls Du Geschwister hast). Ihr kommt beide aus derselben Familie, aber jeder hat etwas andere Eigenschaften. Du könntest größer sein, hast blonde Haare und blaue Augen ... während Dein Geschwister kleiner ist und einen dunkelbraunen Farbton zeigt.

Dennoch habt Ihr ein fast genau dasselbe genetische Ausstattung. Euer Genotyp ist fast identisch. Worin Ihr Euch unterscheidet, ist der Umweltausdruck dieser Gene, der Phänotyp.

Im Fall von Cannabis reduziert sich die Problematik auf den jeweiligen THC-Gehalt, der durch die verschiedenen Sorten produziert wird. Marihuana ist eine Pflanze, die einen Phänotyp mit einer hohen THC-Produktion repräsentiert, während Hanf eine Pflanze ist, die durch extrem niedrige THC-Gehalte charakterisiert wird.

Also wo ziehen wir hier die Grenzlinie? Jedes Land hat seine eigenen gesetzlichen Bestimmungen, aber grob gesprochen wird Cannabis ab einem THC-Wert von unter 0,3% als Hanf angesehen. Im Wesentlichen ist es also die psychoaktive Eigenschaft jeder Pflanze, die sie klassifiziert. Falls es Dich nicht berauscht, dann ist es kein Marihuana. Als Referenzpunkt hat jede beliebte Freizeitcannabissorte einen THC-Gehalt von 20%.

WIE HANF DIE MENSCHHEIT IN ZUKUNFT MIT ENERGIE VERSORGT

WIE HANF DIE MENSCHHEIT IN ZUKUNFT MIT ENERGIE VERSORGT

Beim Anbau von Hanf kommt es darauf an, möglichst viel Gesamtmasse zu erzeugen, während Marihuana hauptsächlich wegen seiner weiblichen Blüten angebaut wird. Hanfpflanzen werden geerntet und verarbeitet, um Fasern, Samen und Öle zu gewinnen. Tausende von Branchen hängen von Hanf ab, von der Textil-, Lebensmittel- über die Kosmetik- bis hin zur Treibstoffindustrie und vielen weiteren.

Nach Dr. David Mitlin, einem Professor an der New Yorker Clarkson University, ist das Abfallprodukt von Hanf in der Tat leistungsfähiger als Graphen, kostet aber in der Produktion aber nur einen Bruchteil.[1] Und ja, ich habe "das Abfallprodukt" geschrieben. Graphen ist eine der leichtesten, leitfähigsten und stärksten Kohlenstofffasern, die dem Menschen bekannt sind.

Damit positioniert sich Hanf als eine der vielversprechendsten Technologien für die Produktion von Superkondensatoren in der neuen Ära der Batterien mit hohem Energiespeicher.[2] Stell Dir das mal vor. Dein Geist, Körper, Seele, Laptop, Telefon und Auto ... alles wird mit Cannabis betrieben!

Allerdings blickt Hanf auf eine lange, lange Geschichte zurück ... Cannabis gilt als eine der ersten domestizierten Pflanzenarten, die vom Menschen angebaut wurde, was in diesem Fall fast 10.000 Jahre zurück reicht. Das Weben von Hanffasern zu Stoffen ist eine bekannte archäologische Kulturtechnik des Menschen. Segel für Boote, Seile, Papier und Kleidung wurden typischerweise aus Cannabisfasern gefertigt. Bis zu 90% des bis 1900 produzierten Papiers wurden aus Hanf hergestellt ... oder war es Marihuana? Das werden wir wohl nie erfahren.

Hanfsorten werden für ihren Gesamtertrag bevorzugt, während Marihuana-Sorten nur wegen ihrer weiblichen Blüten von Interesse sind, wobei es aber derzeit nicht möglich ist, das Biomasse-Potenzial der beiden zu unterscheiden. Gewichtsmäßig ist ihr Biomasse-Potenzial identisch. Hanf und Marihuana sind dasselbe: Der einzige Unterschied liegt in unserer Beziehung zu beiden.

Mit dem Voranschreiten der Legalisierung von medizinischem und Freizeitcannabis steht zu erwarten, dass große kommerzielle Cannabisunternehmen ihre Einnahmen durch den Verkauf ihrer "Abfallprodukte" an die Hanfindustrie maximieren werden. Und das wäre eine phänomenale Sache.

Cannabis ist wirklich eine wunderbare Pflanze, mit einer erstaunlichen Anzahl von verschiedenen Anwendungsgebieten. In einem Zeitalter, in dem erneuerbare Energien Priorität besitzen, erscheint es fast kriminell, falls eine ernsthafte Diskussion über den Beitrag von Cannabis zur Lösung unserer Umweltkrise unterbunden werden sollte.

Cannabis hat konkrete Lösungen für die drei Hauptsäulen der gesellschaftlichen Weiterentwicklung - Gesundheit, Industrie und Landwirtschaft – zu bieten. Je schneller wir gemeinsam die Fakten verinnerlichen, desto eher können wir unseren Planeten heilen. Folgt man der World Wild Life Organization, verliert die Erde jede Minute Waldflächen im Umfang von 48 Fußballfeldern.[3] Wir müssen unsere Denkweise schnell ändern! Das Fortbestehen unseres Planeten hängt davon ab.

Wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages Autos aus Cannabis fahren, die vielleicht sogar mit Cannabis angetrieben werden! [4] [6]

WAS IST BLOSS MIT DEM HANF PASSIERT?

Obwohl er keine relevanten psychoaktiven Eigenschaften besitzt, ist Hanf in vielen Ländern immer noch illegal. Es ist allgemein anerkannt, dass dies auf das Wirken von Harry J. Anslinger zurückzuführen ist, der als erster Beauftragter des US-amerikanischen Bundesamtes für Betäubungsmittel tätig war. Im Jahr 1937 genehmigte der Kongress das Marihuana Steuergesetz.

Zu jener Zeit machte man keinen Unterschied zwischen Hanf und psychoaktivem Cannabis und setzte beide einfach gleich. Erst seit dem Jahre 1964, als Prof. Raphael Mechoulam, Professor für Medizinische Chemie an der Hebräischen Universität von Jerusalem, das THC-Molekül isolierte und benannte, haben wir den Unterschied wirklich verstanden. Erst seit diesem Zeitpunkt wissen wir, dass tatsächlich D9-tetrahydrocannabinol die Hauptverbindung von Cannabis ist, die für die psychoaktiven Effekte verantwortlich ist.

Zurück im Amerika des Jahres 1937 machten es die Implikationen des Marihuana-Steuergesetzes praktisch den Landwirten auf dem ganzen Kontinent unmöglich, weiterhin die alten Aktivitäten ihrer Generation zu verfolgen. Verschwörungstheoretiker behaupten, das "Baumwoll-Kartell" habe eine wichtige Rolle bei der Entfaltung dieser Ereignisse gespielt, aber alle konkreten Beweise wurden von der Zeit begraben.

Trotzdem ist es eine Tatsache, dass von diesem Zeitpunkt an Hanf buchstäblich aus der Mainstream-Industrie verschwunden ist, was eine riesige Lücke hinterließ, in die Baumwolle und Holz stießen - und somit die Ausbeutung ganz anderer Naturressourcen.

Das Bevölkerungswachstum erhöhte die landwirtschaftliche und industrielle Produktion und das hat zu den verheerenden Abholzungsphänomenen geführt, mit denen wir konfrontiert sind. Cannabis kann diesen Trend umkehren, wenn wir uns dazu entscheiden, wissenschaftliche Belege zu akzeptieren.

HANF IST FÜR DIE MENSCHHEIT EBENSO WICHTIG WIE MARIHUANA

Der grundsätzliche Unterschied zwischen Hanf und Marihuana ist also der Mensch. Es sind wir, die CB-1 Rezeptoren in unserem Körper haben. CB-1-Rezeptoren sind Teil unseres Endocannabinoid-Systems, das durch eine zufällige Laune der Natur (oder nicht zufällig - aber das ist eine ganz andere Debatte) vom THC in Cannabis aktiviert wird. Und es waren Menschen, die THC für illegal erklärten.

Hanf und Marihuana sind ein und dasselbe, genau wie Äpfel Äpfel sind und Orangen Orangen. Nur unterschiedliche Sorten für unterschiedliche Leute.

Cannabis besitzt ein erstaunliches Potenzial für die Medizin und ist möglicherweise ein ebenso wichtiger Akteur in der Ausbalancierung der Ressourcen unserer Erde.

Wir befinden uns auf dem direkten Weg zur Erschöpfung der natürlichen Ressourcen der Welt.

Nach der USDA Studie von 1916 werden pro Jahr 5,4 Hektar Holz verbraucht, um eine Tonne Papier zu produzieren, während für die gleiche Menge Papier lediglich 1,33 Hektar Hanf benötigt werden.[4] Das sind Daten, die 101 Jahre alt sind! Stell Dir vor, was wir mit dem heutigen technologischen Fortschritt in modernen Gewächshäusern alles erreichen könnten.

Laut WWF sind 17% des Amazonas-Waldes für Viehzucht und Landwirtschaft verloren gegangen. 15% des Treibhauseffektes sind eine direkte Folge davon. Und das allein in den letzten 50 Jahren [3].

Es sieht gut aus für beide. Sei es Hanf oder Marihuana, wir müssen schnell akzeptieren, dass Cannabis eine Pflanze ist, die der Menschheit enorme Vorteile bringt.

Verweise

  1. ^ BBC, Hemp fibres better than graphene, abgerufen January-30-2019
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  2. ^ ACS Publications, Interconnected Carbon Nanosheets Derived from Hemp for Ultrafast Supercapacitors with High Energy, abgerufen January-30-2019
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  3. ^ Worldwildlife, Deforestation, abgerufen January-30-2019
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  4. ^ Hempology, Bulletin of the U.S. Department of Agriculture, abgerufen January-30-2019
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