Alles Was Du Zu Cannabis-Phänotypen Und -Genotypen Wissen Musst


Alles Was Du Zu Cannabis-Phänotypen Und -Genotypen Wissen Musst

Hast Du Dich jemals gefragt, was Deiner Lieblings-Cannabissorte ihre einzigartigen Merkmale, wie beispielsweise ihre komplexen Aromen und Geschmacksrichtungen oder die einzigartige berauschende Wirkung verleiht? Oder hast Du schon mal erlebt, dass zwei Samen der selben Packung zu zwei komplett unterschiedlichen Pflanzen herangereift sind?

All das hängt mit den Genen zusammen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Cannabis-Genotype und -Phänotype. Diese beiden Schlagwörter tauchen oft in Artikeln über Anbau-Tipps auf, werden aber nur selten detailliert erklärt. Vor allem "Phänotyp" ist ein häufig gebrauchtes Wort, von dem viele Menschen gar nicht wissen, wofür es eigentlich steht.

WAS SIND GENOTYPEN UND PHÄNOTYPEN

Alle Organismen haben Phänotypen und Genotypen.

Phänotypen können am Besten als die beobachtbaren Merkmale eines Organismus beschrieben werden. Ein Genotyp meint hingegen die genetische Konstitution, die für die Herausbildung dieser Merkmale von Organismen verantwortlich ist.

Bei Menschen beinhalten Phänotypen die Farbe der Haare, Augen oder der Haut. Unser Genotyp meint allerdings die Gene in unserer DNA, die dazu führen, dass wir spezifische Merkmale aufweisen.

Pflanzliche Phänotypen/Genotypen funktionieren nach genau dem gleichen Schema.

Die Phänotypen einer Cannabispflanze, zum Beispiel, können die Struktur, das Erscheinungsbild und den Geruch umfassen, während der Genotyp sich auf die Gene in der spezifischen DNA der Pflanze bezieht, die für diese Merkmale verantwortlich ist.

Gregor Johann Mendel wird oft als der Urvater der modernen Gen-Forschung bezeichnet und es wird oft auf ihn Bezug genommen, wenn die Unterschiede zwischen Phänotypen und Genotypen diskutiert werden.[1]

Mendel arbeitete mit 7 Merkmalen von Erbsenpflanzen: Die Höhe der Pflanzen, Hülsenform und -farbe, Samenform und -farbe, sowie Position und Farbe der Blüte.

Als er seine Pflanzen miteinander kreuzte, fand Mendel heraus, dass die erste Generation der Kreuzung von grünen und gelben Erbsenpflanzen komplette gelb war, während die zweite Generation an Pflanzen auch grüne Pflanzen in einem Verhältnis von 1:3 aufwies.

Um dies zu erklären, prägte Mendel die Begriffe "rezessiv" und "dominant", mit denen er sich auf bestimmte Merkmale beziehen konnte (zum Beispiel auf die gelben/grünen Merkmale der Erbsen). Im Jahr 1866 veröffentlichte er die Ergebnisse seiner Studien und erklärte, dass unsichtbare "Faktoren" (die nun als Gene bezeichnet werden) für die Herausbildung dieser Merkmale verantwortlich seien.

Mendel's Arbeit hat leider bis in das 20. Jahrhundert keine Anerkennung erfahren, bis schließlich Erich von Tschermak, Hugo de Vries, Carl Correns und William Jasper Spillman als Erste seine Erkenntnisse bestätigten.[2]

Cannabispflanzen übernehmen die Merkmale von ihren Müttern und Vätern, im Grunde wie wir Menschen auch. Es kann vorkommen, dass Menschen zwei unterschiedliche Zwillinge haben (sowohl physisch als auch psychisch) und das Gleiche kann auch bei Cannabispflanzen geschehen.

WIE KÖNNEN WIR GENOTYPEN/PHÄNOTYPEN VON CANNABIS "ERKENNEN"?

Hier ist ein Beispiel zu Genotypen und Phänotypen von Cannabispflanzen.

In einem Brief an High Times' erklärt ein Leser namens Mayhem folgendes Szenario:

"[Meine Pflanzen] sind alle die zweite Generation von einer Pflanze, die ich letztes Jahr anbaute und die insgesamt ungefähr 50 Samen entwickelte. Von den 50 Samen habe ich 25 eingepflanzt und nun habe ich 15 reife Pflanzen, 10 davon sehen aus wie Indicas und 5 eher wie Sativas", schreibt Mayhem.[3]

"Eine Pflanze produzierte all die Samen, die ich gerade anbaue, aber ich habe definitiv zwei komplett unterschiedliche Pflanzen, was die Größe, den Geruch und die Wachstumsrate betrifft. Der Größenunterschied ist außerdem dubios, da meine indica-ähnlichen Pflanzen alle ungefähr 150-180cm hoch und buschig und meine sativa-ähnlichen Pflanzen alle 240 bis 300cm hoch sind. Die große Frage hierbei ist, wie konnte ich zwei komplett unterschiedlich aussehende und riechende Pflanzen von Samen erhalten, die ich selbst produziert habe?"

Was Mayhem hier erlebt, ist genetische Diversität vom Feinsten. Er verwendete Samen der gleichen Pflanze und baute auf einmal 2 unterschiedliche Phänotypen an (kurz: Phenos).

WARUM SIND GENOTYPEN/PHÄNOTYPEN FÜR CANNABISZÜCHTER SO WICHTIG

Profi-Züchter manipulieren die Genotypen/Phänotypen einer Pflanzensorte, um neue einzigartige Sorten mit vorteilhaften Merkmalen erschaffen zu können.

Zum Beispiel kreuzen Anbauer oft Indicas und Sativas, um Sorten zu kreieren, die jede Menge fettes Gras in relativ kurzer Zeit entwickeln (typisch für Indica-Sorten) und eine starke, erhebende und kreativ-geistige Wirkung auslösen (typisch für Sativa-Sorten).

Alternativ wollen manche Züchter auch eine bestimmte Struktur/physische Beschaffenheit einer Pflanze nutzen, um eine Sorte zu erzeugen, die zu einer spezifischen Anbauumgebung passt. Beispielsweise bieten heute viele Saatgutbanken Sorten an, die spezifische Sativa-Highs auslösen, aber wie eine Indica wachsen (klein aber voluminös), um sie für den Anbau im Innenbereich anzupassen.

Zu guter Letzt kreuzen Anbauer Sorten aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung. Medizinische Saatgutbanken werden normalerweise CBD-reiche Sorten mit THC-reichen Sorten züchten, um die gewünschten wirkungsstarken medizinischen Eigenschaften zu erzielen.

Mit dem Verständnis der Merkmale Deiner Pflanzen und vor allem auch der Gene, die Deinen Pflanzen ihre charakteristischen Merkmale verleihen, kannst Du mit den Genen Deiner verschiedenen Pflanzen experimentieren und sie miteinander kreuzen und so neue Sorten mit einzigartigen Eigenschaften erzeugen.

Verweise

  1. ^ Wikipedia, Gregor Mendel, abgerufen October-31-2018
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  2. ^ Cropwatch, Gregor Mendel and His Peas the Origin of Modern Genetics, abgerufen October-31-2018
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  3. ^ High Times, Grow Q and A What Are Phenotypes, abgerufen October-31-2018
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