Indoor Cannabisanbau in Erde


Indoor Cannabisanbau in Erde

Die natürliche Art, wie Cannabis wächst, ist im Freien unter Sonnenlicht und in der Erde. Die meisten Leute wählen Erde als Medium für ihren ersten Cannabisanbau, und halten sich damit an die Grundlagen und vertrauen auf über Jahrtausende gesammeltes Wissen der Agrarkultur. Diese Grundlagen sind allerdings so effektiv, dass selbst die Veteranen unter den Growern häufig für Erde als das Medium der Wahl stimmen.

Dadurch, dass Erde so ein gängiges Medium ist, hält sich aber auch der weitverbreitete Irrglaube, dass man lediglich gute Erde kaufen und seine Pflanzen reinstecken muss und das wars. Ganz so einfach läuft es dann doch nicht und Du musst schon ein Auge auf die Details haben, um das meiste aus Deiner Erde und damit auch Deinen Cannabispflanzen, herauszuholen.

DIE GRUNDLAGEN, VORTEILE UND NACHTEILE

Wenn Cannabis draussen in der Erde wächst, wird es seine Wurzeln auf der Suche nach Wasser und Nährstoffen tief darin ausbreiten. Beim Anbau im Zuchtzelt dagegen ist der Platz für die Wurzeln deutlich begrenzter und es obliegt dem Anbauer sich um die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen zu kümmern. Doch nicht nur das, der den Wurzeln zur Verfügung stehende Platz bestimmt letztendlich die mögliche Größe der Pflanze. In anderen Worten: Je größer Dein Pflanzbehälter, desto größer und einfacher werden Deine Pflanzen wachsen.

Aufgrund des Fakts, dass der Platz für das Wurzelsystem begrenzt ist, solltest Du stets sicherstellen, qualitativ sehr hochwertige Erde oder auf Erde basierende Medien zu verwenden, um Deinen Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen zu bieten. Die hochqualitative Erde sollte gut luftig sein und eine eher warme Temperatur von etwas 20°C und einen pH-Wert zwischen 5,8-6,5 besitzen.

Zudem muss das Wasser ablaufen können, um Versalzung zu verhindern. Ohnehin solltest Du das Nährstoff- bzw. NPK-Verhältnis Deiner Erde beachten, was den Gehalt an Stickstoff, Phosphor und Kalium meint - die drei essentiellen Nährstoffe, welche die Pflanze während ihres Lebenszyklus' benötigt. Ob Du eine bereits vorgedüngte Erde oder eine leichte Erde mit geringem NPK-Gehalt wählst, bleibt Dir und Deinem Düngeverhalten überlassen, denn beides sind gute Optionen für den Anbau.

Der größte Vorteil von Erde ist, dass sie günstig zu haben, einfach anzuwenden und zu pflegen ist. Es ist das verzeihendere Medium, da man nicht ganz so vorsichtig sein muss, wie bei anderen, komplizierten Medien, wie in Hydrokulturen. Der Anbau in Erde ist gebräuchlich und so kannst Du auf einen enormen Wissensschatz zugreifen, der Dir dabei helfen wird Probleme zu erkennen und zu lösen.

Weniger cool an Erde ist, dass sie Schmutz macht und eine Menge Platz einnimmt. Auch ist es eine gute Idee Deine Erde zu sterilisieren, da zahlreiche Krankheitserreger und Insekten ihren Weg in Deine Erde gefunden haben können, ohne dass Du etwas davon mitbekommen hättest. Und wenn Du mit sehr begrenzten Platzverhältnissen klarkommen musst, solltest Du vielleicht besser andere Optionen als Erde in Betracht ziehen.

ARTEN VON AUF ERDE BASIERENDEN MEDIEN

Erden sind für gewöhnlich eine Mischung aus drei Arten von mineralischen Bestandteilen und organischem Material, wie kompostiertes Pflanzenmaterial. Die drei unterschiedlich großen Mineralteilchen sind Sand, Lehm und Torf. Abgesehen von der Größe unterscheiden sie sich in der Festigkeit, wie gut sie Wasser und Nährstoffe speichern können und durch andere Charakteristika, aber die meisten Medien auf Erdbasis enthalten zumindest eines davon.

Lehm zum Beispiel ist eine Standard-Erde, die man in jedem Laden bekommt und gut für den Cannabisanbau geeignet und gängige Praxis in Garten und Agrarkultur ist. Die Zusammenstellung von Sand, Lehm und Torf erfolgt im Verhältnis 40:40:20 und das ist ein Beispiel dafür, wie man verschiedene Arten von Erde unterscheidet.

Eine andere Sache, die erwähnt werden sollte, wenn man von verschiedenen Arten von Erde spricht, ist Super-Erde. Super-Erde ist eine einzigartige Art von organischer Erde, die versucht, die natürlichen Bodenbedingungen zu imitieren. Kompost wird verwendet, um eine lebendige mikrobiologische Umgebung zu schaffen, die die Nährstoffversorgung übernimmt, da diese “lebendige Erde” all die Nährstoffe selbst herstellen kann, die die Pflanze braucht. Die Herstellung von Super-Erde ist jedoch ein komplizierter und zeitraubender Prozess, der mehrere Monate in Anspruch nimmt und Anfängern nicht empfohlen wird.

Wie Du siehst, ist das Mischen Deiner eigenen Erde kein Problem. Du musst Dich entscheiden, welche Bestandteile und in welchem Verhältnis Du sie hinzufügen willst, abhängig davon was Du anbauen willst und wie sich Deine Erde verhalten soll (eher alkalisch oder basisch, soll sie Wasser und Nährstoffe durchlassen oder halten, etc.).

NÄHRSTOFFE IN ERDE

NÄHRSTOFFE IN ERDE

Aufgrund des organischen Ursprungs der Erden in der Natur, enthalten diese eine ausreichende Menge an Nährstoffen, um Pflanzen erfolgreiches Wachstum zu ermöglichen. Materialien wie tierische Überreste, Exkremente und verrottendes Pflanzenmaterial versorgen die Erde mit allen von Pflanzen benötigten Nährstoffen, durchlaufen allerdings erst einige Prozesse, bevor sie zerfallen und von den Wurzeln aufgenommen werden können. Würmer, Insekten und Wasser helfen dabei diesen Zerfallsprozess zu beschleunigen.

Leider werden Anbauer im Zuchtzelt schwere Zeiten durchleben, wenn sie versuchen diese Bedingungen nachzustellen (wie erwähnt ist die Herstellung von Super-Erden ein ätzender und zeitraubender Prozess). Aber Du kannst Dich ja auch dazu entscheiden Deine Pflanzen in nährstoffreicher Erde anzubauen, die auf Deine Bedürfnisse abgestimmt ist. Behalte das NPK-Verhältnis Deiner Erde im Blick und stelle sicher, dass Du die richtige Menge an Nährstoffen in der Erde hast.

Ein wichtiger Faktor, den es dabei zu beachten gilt, wenn es um den Nährstoffgehalt der Erde geht, ist, dass der pH-Wert der Erde in direkter Korrelation zu der Aufnahmefähigkeit der besagten Nährstoffe steht. Der optimale pH-Wert wird die Absorption von Nährstoffen maximieren und Du kannst Kalk oder Bittersalz verwenden, um den pH-Wert Deiner Erde einzustellen.

Der Mensch hat seit tausenden von Jahren in Erde angepflanzt und das gesammelte Wissen über den Anbau von Pflanzen in Erde ist riesig. Es ist nach wie vor das gängigste Medium für den Anbau und Cannabisanbau macht da keinen Unterschied.

Vom Anfänger bis zum Profi wählen viele Leute Erde als Medium, da sie günstig, wirklich einfach in der Anwendung und effektiv ist. Nichtsdestotrotz verlangt es etwas Vorbereitung und Pflege, um das maximale Potenzial aus der Erde zu holen. Wie bei allen Dingen im Leben: Gebe und Dir wird gegeben werden.