Cannabis-Fächerblätter: Was sie sind und was Du damit machen kannst


Cannabis-Fächerblätter: Was sie sind und was Du damit machen kannst

Denkst Du, dass die Blüten der einzig wertvolle Teil Deiner Graspflanze sind? Dann denke noch einmal darüber nach. Cannabis ist eine üppige Pflanze, von der Du viele Teile ernten und nutzen kannst. Natürlich haben aber die mit Harz im Überfluss bedeckten Blüten oberste Priorität. Doch auch die Blätter bieten jedem Grower einen echten und praktischen Nutzen.

Man könnte leicht auf den Gedanken kommen, dass die Blätter der Cannabispflanze ihr nur während des Wachstums dienen. Diese organischen Solarpanele wandeln Licht in Energie um und durch diesen Prozess wachsen die Pflanzen in der vegetativen Phase in die Höhe. Häufig wird aber übersehen, dass den Cannabisblättern weit mehr Aufmerksamkeit gebührt, als sie erhalten. Abgesehen von der Pflanzenphysiologie stellen sie eine beträchtliche Nährstoffquelle dar. Daher haben sie es nicht verdient, einfach auf den Kompost geworfen zu werden. Ihre wahre Bestimmung liegt in nahrhaften Salaten, energiereichen Smoothies, heilsamen Balsamen und beruhigenden Tees.

CANNABISBLÄTTER: KENNE DEN UNTERSCHIED

Jetzt gibt es aber zwei Arten von Cannabisblättern. Wenn Du ein blühendes Exemplar genauer inspizierst, wirst Du feststellen, dass aus den Blüten winzige Blätter hervorragen. Diese kleinen Kerlchen, die auch "Zuckerblätter" genannt werden, helfen die Blüten zusammenzuhalten und die sich darauf befindlichen Trichome enthalten eine beträchtliche Menge an Cannabinoiden. Die andere Art von Blättern, die, mit der wir uns hier beschäftigen wollen, kann leicht anhand ihrer Größe erkannt werden. Diese nennt man Fächerblätter. Sie sind breit und wachsen fächerförmig aus Stamm und Zweigen. Sie werden für die Photosynthese (Energieumwandlung) und Atmung (Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff abgeben) benötigt.

Fächerblätter sind auch ein Spiegel für die Gesundheit der Cannabispflanzen. Der erfahrene Grower kann anhand des Zustands dieser Gebilde sehr viel über ein Exemplar erzählen. Verschiedene Farben deuten ganz bestimmte Nährstoffmängel an und anhand verschiedener Bissstellen und Bereiche von beschädigtem Gewebe, kann auf die Anwesenheit bestimmter Schädlinge geschlossen werden. Verschiedene Formen des Welkens und Verschlechterung deuten zudem auf Erkrankungen wie Wurzelfäule oder Hitzestress hin.

FÄCHERBLÄTTER AN INDICA-, SATIVA- UND RUDERALIS-SORTEN

Indica-, Sativa- und Ruderalis-Sorten sind verschiedene Unterarten von Cannabis. Sie unterscheiden sich in ihrem Aussehen erheblich und die Form und Größe ihrer Fächerblätter ist eines der kennzeichnenden Merkmale.

Indica-Pflanzen sind bekannt für ihre kurze Statur und das strauchartige Aussehen. Sie wachsen von Natur aus buschig und zeigen ein intensives seitliches Wachstum. Indica-Fächerblätter besitzen am Ende eines kurzen Blattstiels für gewöhnlichsieben Finger, die alle dick und breit sind, mit großen Zähnen an den gezackten Rändern.

Sativa-Pflanzen wachsen viel höher und neigen zu einem intensiven Strecken nach Einleitung der Blütephase. Bestimmte Exemplare können über 3 Meter hoch werden und gleichen von der Erscheinung kleinen Bäumen. Auch Sativa-Fächerblätter besitzen normalerweise sieben Finger, wobei sie schmaler und länger als ihre Indica-Gegenstücke ausfallen. Die gezackten Zähne sind kleiner und die Blattstiele länger.

_Cannabis ruderalis_ ist eine selbstblühende Unterart, die ursprünglich aus Russland stammt. Ruderalis-Pflanzen sind viel kleiner als sowohl Indica- wie auch Sativa-Arten und erreichen in der Höhe nur 30–60cm. Sie werden selten in ihrer reinen Form kultiviert, sondern stattdessen mit Indica- und Sativa-Sorten gekreuzt, um diese mit autoflowering Genen zu versehen. Ruderalis-Sorten haben die einzigartigsten Fächerblätter der drei Unterarten. Sie besitzen nur fünf Finger. Die obersten drei davon sind lang und breit, während die unteren beiden klein und schmal sind. Diese Blätter sind durch winzige Blattstiele mit den Zweigen verbunden.

ENTHALTEN FÄCHERBLÄTTER CANNABINOIDE?

Einige Grower bemessen den Nutzen der Cannabispflanzenteile nur anhand des Cannabinoid-Gehalts. Daher sind die Blüten auch die am meisten geschätzte Struktur. Dabei enthalten Fächerblätter tatsächlich Cannabinoide, wenn auch nur in sehr geringen Mengen. Ein durchschnittliches Fächerblatt enthält etwa 0,3% THC und 0,7% CBD. Angesichts dieser Werte können viele Grower sicher nur lachen und wir empfehlen auch nicht unbedingt, daraus einen 2-Meter-Joint für ein halbgares High zu bauen. Aber Fächerblätter sind eine gute Quelle für Cannabinoide zur Ernährung und lassen sich in vielen kulinarischen Kreationen verwenden.

ENTLAUBEN: WENN DIE FÄCHERBLÄTTER FALLEN

Fächerblätter sind ein lebenswichtiges Gebilde, doch zu viele können schlecht sein. Grower müssen regelmäßig Fächerblätter entfernen, was im Allgemeinen als Entlauben bezeichnet wird. Das Ziel hierbei ist das Pflanzenwachstum unter Kontrolle zu halten, den Ertrag zu steigern und zu verhindern, dass das Blätterdach zu viel Licht abblockt.

Das Entlauben wird üblicherweise in der Blütephase praktiziert. Zuerst werden rund 20% der Blätter im unteren Bereich der Pflanze entfernt. Sie bekommen wenig Licht ab und verbrauchen dennoch Energie und Nährstoffe, die die Pflanze anderweitig sinnvoller einsetzen kann.

Nach einiger Zeit sind der Pflanze wieder viele Blätter nachgewachsen. Sie helfen, die jungen Blüten mit all der Energie zu versorgen, die sie benötigen. Schließlich ist es dann an der Zeit, diese nochmal auszudünnen, so dass mehr Licht in das Innere der Pflanze fallen kann.

Auch wenn das Entlauben für das ungewohnte Auge wie ein brutaler Akt erscheinen mag, hilft es doch bei der Ertragssteigerung. Außerdem hast Du so schon vor der Erntezeit eine Quelle für Cannabinoide und Phytonährstoffe zur Hand.

WARUM WERDEN FÄCHERBLÄTTER GELB?

Warum werden fächerblätter gelb?

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Fächerblätter einen gelben Ton annehmen können. Einige davon sind gut, andere eher weniger. Wenn Deine Blätter beginnen, sich während der vegetativen oder frühen Blütephase gelb zu verfärben, ist das vermutlich ein Zeichen eines Nährstoffmangels. Oder es kann bedeuten, dass Deine Pflanzen nicht ausreichend Licht bekommen, über- oder unterwässert sind oder der pH-Wert der Erde aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Die meisten Grower erlauben ihren Blättern allerdings sogar, zum Ende der Blütephase hin gelb zu werden. Dieser Vorgang ist auch als Spülen bekannt und beinhaltet einen Entzug der Nährstoffe. Man lässt die Pflanzen kurz vor der Ernte hungern, so dass sie ihre internen Nährstoffreserven aufbrauchen. Gehen die Nährstoffe dann zur Neige, werden die Blätter gelb, doch das ist in diesem Fall auch der Sinn der Sache. Erntet man die Blüten, wenn die Pflanzen noch zu viele Nährstoffe enthalten, sorgt das für einen kratzigen Rauch und unangenehmen Geschmack.

WIE DU CANNABIS-FÄCHERBLÄTTER NUTZEN KANNST

Lohnt es sich also wirklich, die Fächerblätter aufzubewahren? Die Antwort lautet: Auf jeden Fall! Fächerblätter sind eine mächtige Quelle für Phytonährstoffe und können für die Herstellung Deiner eigenen Hautpflegeprodukte, Tees und vielem mehr verwendet werden. Nachfolgend erfährst Du, wie Du sie nutzen kannst.

VERWENDE DEINE FÄCHERBLÄTTER FÜR SALATE UND SMOOTHIES

Es gibt einen großen Unterschied zwischen rohen und gekochten Fächerblättern. In rohen Blättern liegen die geringen Mengen an Cannabinoiden als Cannabinoid-Säuren vor, also THCA und CBDA. Erst wenn sie Hitze ausgesetzt werden, verwandeln sich diese Cannabinoide durch einen als Decarboxylierung bekannten Vorgang in ihre konventionelle, aktive Form.

Doch nichtsdestotrotz zeigen auch THCA und CBDA einen beeindruckenden Nutzen für die Gesundheit. CBDA besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und THCA ist wirksam gegen Schmerzen und kann das Gehirn potentiell vor degenerativen Erkrankungen schützen. Diese Eigenschaften machen rohes Cannabis zum wahren Superfood und lassen andere Salatblätter vor Scham erblassen. Du kannst Deine Gerichte ganz einfach mit Cannabinoiden anreichern, indem Du Cannabisblätter in Salate und Frucht-Smoothies gibst.

VERWENDE SIE IN GEMÜSEPFANNEN

THCA beginnt bei einer Temperatur von 115°C zu THC zu decarboxylieren. Also kannst Du die Cannabinoid-Säuren in Deinen Fächerblättern umwandeln, indem Du sie in Gerichten wie Gemüsepfannen verwendest. Sie bieten neben Kartoffeln, Karotten und Pastinaken noch das gewisse Superfood-Extra.

MACH EINEN ENTSPANNENDEN TEE

Mach einen entspannenden tee

Fächerblätter können auch zur Zubereitung eines entspannenden Tees verwendet werden. Wenn Du getrocknete Blätter in heißem Wasser ziehen lässt, werden leckere Terpene extrahiert und Du erhältst ein erfrischendes Getränk. Die Cannabinoide sind zwar nicht wasserlöslich, aber durch die Zugabe einer Fettquelle wie Butter oder Kokosnussöl kannst Du sie extrahieren. Wenn Du auf das THC und CBD aus bist, solltest Du Deine Blätter vorher im Ofen decarboxylieren.

KREIERE BALSAME UND LOTIONEN

Cannabis-Balsame, -Cremes und -Lotionen wirken wahre Wunder für die Haut. CBD und THC aktivieren die Cannabinoid-Rezeptoren in der Haut und helfen Entzündungen zu bekämpfen und die Zellvermehrung zu regulieren. Diese Rezeptoren werden sogar als möglicher Weg zur Heilung von Hautkrankheiten gesehen.

Cannabis zur äußeren Anwendung kann sowohl bei der Gesunderhaltung der Haut helfen, als auch die Symptome von Ekzemen, Psoriasis und Akne zu bekämpfen.

Cannabisblätter lassen sich in eine endlose Vielfalt von Produkten zur äußeren Anwendung integrieren. So kannst Du Deiner Fantasie freien Lauf lassen und so viele hautpflegende Pflanzen, Öle und Nährstoffe wie möglich hinzugeben. Hier findest Du ein Rezept für eine Lotion; ersetze die Cannabis-Blüten darin einfach durch Fächerblätter.