Coach Snoop (2018) - Rezension


Hauptrolle: Snoop Dogg
Regie: William J. Saunders und Rory Karpf
Genre: Reality-TV-Serie / Sozial- und Kulturdoku / Sportdokumentation
Erstveröffentlichung: 2. Februar 2018
Netzwerk: Netflix

Coach snoop (2018) - rezension

Vor einigen Wochen veröffentlichte Netflix eine neue Mischung aus Reality-TV-Serie und Sport- und Sozialdokumentation, die “Coach Snoop” heißt und Snoop Dogg und seine Trainerkollegen begleitet, wie sie mit den Kindern in seiner Football-Jugendliga arbeiten und mit den Problemen umgehen, mit denen die Kids zu kämpfen haben.

Wir schreiben für gewöhnlich nur über Dinge und Filme mit Cannabisbezug, doch wir entschieden uns dafür, diese Rezension zu schreiben, da wir große Fans von Snoop Dogg sind, ganz gleich was er macht.

Snoop Dogg hat Charisma und egal ob Snoop der Moderator einer langweiligen Kochsendung oder der Moderator seiner eigenen, grasgeschwängerten Talk-Show ist, ob Snoop als Reggae-Künstler oder Rapper auftritt oder ob Snoop der Star eines eher bescheidenen Kifferfilms oder gar einer Reality-TV-Serie auf Netflix ist, die so gestellt wirkt wie MTVs “16 and pregnant”, wir schauen es uns an!

Auch wenn es schwerfällt, sich Snoop ohne Blunt an den Lippen vorzustellen, so hat die neue Serie doch absolut nichts mit Gras am Hut.

DER ANDERE SNOOP

Der andere snoop

Snoop Dogg war die letzten zwei Jahrzehnte ein beschäftigter Mann, doch obwohl ihn seine Musikkarriere bereits auslastet, ist er doch ein so guter Junge, dass er auch der Gesellschaft etwas zurückgibt.

Snoop rief bereits vor mehr als 10 Jahren die Football-Jugendliga “Snoop Youth Football League” ins Leben und trainiert seither Kinder durch American Football in Disziplin, Selbstachtung und Teamwork.

Viele Leute wissen gar nicht, dass Snoop ein großer Sportfan ist und als er aufwuchs sogar selbst einige Zeit Football spielte. Und es stellt sich heraus, dass er gar nicht übel ist! Später ließ sich Snoop als Football-Trainer zertifizieren und trainiert seither seinen Sohn und viele Kids aus der Nachbarschaft, in der er selbst aufwuchs.

DAS GUTE

In jeder Episode dreht es sich um die Geschichte von einem der Jugendlichen und es ist großartig zu sehen, was Snoop und seine Jungs versuchen zu leisten, um ihnen zu helfen. Sie geben den Jugendlichen eine Chance von ihrem Alltagsleben weg zu kommen und versuchen, ihnen etwas Gutes beizubringen. Snoop in dieser Rolle zu sehen lässt uns diesen Typen sogar noch viel mehr lieben.

Man kann sehen, dass die Jungs zu Snoop und seinen Trainerkollegen aufblicken, selbst wenn die Sprache in der sie zu den Teenagern sprechen, manchmal etwas hart erscheint (doch hey, das ist Netflix, und das ist Snoop – der Mann, der vermutlich seit er sprechen kann von B*tches und N*ggas spricht).

Dass die Show auf Netflix läuft, ist außerdem deswegen großartig, weil Snoop es damit schafft, auch die etwas ernsthafteren Themen einem breiteren Publikum zu präsentieren. Es ist vermutlich niemals verkehrt, das Problem der Armut und die Art und Weise zu zeigen, wie diese Kinder aufwachsen müssen. In der Sendung wird Mobbing, Selbstachtung, Rassismus, Erziehung und ja, auch Sport behandelt.

Jede einzelne Episode stellt die Geschichte hinter einem der Kinder ins Rampenlicht und gibt uns jedes Mal ein besseres Bild davon, wie das Leben aussieht, das sie leben und von den manchmal schweren und ernsten Situationen, mit denen Snoop und seine Männer fertig werden müssen.

DAS WENIGER GUTE

Wie wir bereits erwähnten, schreiben wir diese Rezension nicht, weil es auf irgendeine Art und Weise um Gras geht, sondern schlichtweg, weil wir Snoop mögen.

Einer der ganz wenigen Momente, in denen wir etwas sehen, das mit Gras zu tun hat, ist in der ersten Episode, die Snoop in seinem Studio zeigt, wie er eine dicke, fette Tüte raucht und die Sendung vorstellt.

Der Rest der Sendung ist im Wesentlichen eine Reality-TV-Serie, gefüllt mit dem üblichen Drama und den manchmal eindeutig künstlich aufgeblasenen oder sogar inszenierten Ereignissen, wie man sie sich so vorstellt, in einer Serie über so genannte Problemkinder, die Football spielen, um von ihrem harten Leben weg zu kommen.

Uns ging ein wenig auf die Nerven, dass die Show zeitweise etwas zu überdramatisiert und einige Szenen zu gestellt wirken, was dann die gesamte Sendung in dieselbe Ecke stellt, wie so viele anderen Shows, die wir doch ach so sehr hassen.

Um ehrlich zu sein, hätten wir ohne Snoops Anwesenheit diese Sendung kein Stück angeschaut, geschweige denn überhaupt darüber gesprochen.

FAZIT

Das Netflix-Angebot wächst, doch es scheint, als ob die wirklich guten Sendungen seltener werden. Vermutlich geht es Dir wie uns und Du hast bereits alle Folgen von Black Mirror und Breaking Bad das 5. Mal gesehen.

Wenn Du also einen freien Abend hast und verzweifelt nach irgendetwas für einen Serienmarathon suchst, dann wirf ruhig einmal einen Blick auf Coach Snoop. Die Serie ist ganz okay, selbst wenn Du breit bist.