Dark Harvest (2016) - Rezension


Hauptdarsteller: James Hutson, A.C. Peterson, Cheech Marin
Regie: James Huson
Genre: Krimi, Drama, Thriller
Erstveröffentlichung: 2. September 2016

Dark Harvest (2016) - Rezension

Stoner-Filme und TV-Serien, die sich rund um den Konsum und die Verbreitung unseres heißgeliebten Krauts drehen, sind üblicherweise eintönig und bis zum Abwinken übertrieben. Der Film "Dark Harvest" wählt dabei eine eher mürrische und tiefsinnigere Herangehensweise an das Marihuana-Filmklischee.

DIE RÜCKKEHR VON CHEECH MARIN

Überraschenderweise entschied sich Cheech Marin, die Legende, die eine Hälfe von Cheech und Chong, bei dem Film einzusteigen und auch eine Hauptrolle darin zu übernehmen.

Nachdem er lange Zeit irrwitzige Stoner-Filme mit seinem Kumpel Tommy Chong gedreht hatte, war Cheech Marin hauptsächlich damit beschäftigt, in TV-Shows, wie beispielsweise Nash Bridges und Lost, aufzutreten oder als Synchronsprecher für Animationsfilme, wie Cars und Coco, zu arbeiten.

Es ist auf jeden Fall interessant zu sehen, wie Cheech in einem ernsthafteren Film über Marihuana zurück auf die Leinwand kommt, der ganz im Gegensatz zu seinen frühen Stoner-Tagen steht.

James Hutson ist bei diesem Film quasi Motor und Treibstoff zugleich. Er ist Regisseur, Schreiber, einer der Produzenten und glänzt als Hauptdarsteller des Films. Er versuchte den Film mit nur vier Freunden zu machen, was jedoch anders als gedacht verlief, weshalb sie das Projekt beenden mussten.

Ein Jahr später haben sie sich wieder getroffen, gemeinsam etwas Dope geraucht, Cheech wurde mit ins Boot geholt und so konnte der Zauber beginnen. Dark Harvest wurde erstmals am 2. September 2016 beim Portland Film Festival gezeigt, bei dem er gleich den Preis für den besten Film gewann und schließlich einen Vertriebsvertrag für 2018 erhielt.

DAS GUTE

Die Handlung des Films dreht sich um Carter Holmes (James Hutson), dessen Freund am Abend der Marihuana-Legalisierung ermordet wurde. Er tut sich mit Bernie (A.C. Peterson) zusammen, einem exkommunizierten DEA-Agenten, um den Grund für den Mord an seinem Freund herauszufinden.

Die beiden unterscheiden sich vor allem in ihren Moralvorstellungen, was zu einer gewissen Spannung zwischen ihnen führt. Ricardo (Cheech) gibt Carter Ratschläge, welche Schritte er als nächstes machen sollte. Es gibt jede Menge Gras in dem Film, was angesichts der Einschränkungen in den meisten Cannabisfilmen sehr erfrischend ist.

Anstelle von "Yo-Dude"-Witzen, zeigt dieser Film reale Situationen des Lebens, die sowohl Illegalität , "Grauzonen" und legale Marihuana-Aspekte in den USA umfassen.

Dark Harvest ist möglicherweise der erste Film, der die "echte" Schinderei der Untergrund-Marihuanaszene von heute thematisiert. Da die Gesetze ständig aktualisiert und erneuert werden, sind diejenigen, die den illegalen Markt bedienen, dazu gezwungen, ihre Taktiken ebenfalls neu zu überdenken.

DAS SCHLECHTE

Es ist ganz schön schwer, etwas zu finden, was schlecht wäre, da es ein echt guter Film ist! Vielleicht nicht genauso gut wie manche große Hollywood-Produktionen mit großen Namen und noch größeren Budgets, aber der Film hält sich wirklich gut und wird Dich von Anfang bis Ende gut unterhalten.

Man könnte sagen, dass es fast so wirkt, als ob man das Cannabisthema nur als Ausrede benutzte, um einen Action-Film machen zu können und dass er von Zeit zu Zeit etwas übertrieben wirkt.

FAZIT

Im Zuge der ganzen neuen Filme und TV-Shows der letzten Jahre mit Cannabisbezug, bringt Dark Harvest auf jeden Fall frischen Wind in dieses Genre.

Wenn der Film nächstes Jahr in die Kinos kommt, raten wir Dir, ihn Dir anzusehen, selbst wenn es Dir nur darum geht, Cheech wieder auf der Leinwand sehen zu können.