Kann Cannabis Halluzinationen verursachen?


Kann Cannabis Halluzinationen verursachen?

Die Frage hinsichtlich Halluzinationen und Gras besteht seit einer langen Zeit. Die Idee, dass Marihuana Wahrnehmungen verändert, ist die eine Sache. Das macht es eindeutig. Ist es aber möglich, dass Cannabis Halluzinationen verursacht?

Die kurze Antwort ist: Nein.

Jedoch könnte Cannabis theoretisch eine Verzerrung der Wahrnehmung verursachen. Da gibt es einen Unterschied. Cannabinoide funktionieren auch anders als Drogen wie Pilze und LSD.

WIE FING DIESE KONVERSATION ÜBERHAUPT ERST AN?

Cannabis als Droge gibt es seit Tausenden von Jahren. Die Menschen fingen natürlich irgendwann an, Beobachtungen über ihre Welt aufzuschreiben. Cannabis wurde letztendlich zu einem beliebten Thema. Die Droge wurde lange als Medikament verwendet. Sie wurde jedoch auch auf anderen Wegen in Kulturen integriert. Dies schließt sowohl religiöse Zeremonien als auch andere Arten von Riten ein.

Dies wurde zu vielen Zeiten in der Geschichte als Motivation beschrieben, sich seltsam oder anders zu verhalten. Wenn der Cannabisgebrauch von Fremden beschrieben wurde, war dies umso mehr der Fall. Insbesondere, wenn der Droge und einer neuen Kultur zum ersten Mal begegnet wurde.

Die Skythen zum Beispiel, eine vormittelalterliche nomadische Kultur, benutzten Cannabis, um sich auf die Schlacht vorzubereiten. Ihr Einfluss als Reiterstamm half, Cannabis und das Wissen über die Droge von Asien nach Europa zu verbreiten. Als Kriegsdroge wurde Cannabis seither mit "Mördern" (engl. "assassins") in Verbindung gebracht. Das fing mit den frühesten Schilderungen des Stammes an.

Später in der menschlichen Geschichte war die Vorstellung, dass Cannabis Leute dazu brachte, zu "halluzinieren", beliebtes Futter für Prohibitionisten. Der nun klassische Film "Reefer Madness" war nur ein Beispiel dieser Art von Propaganda. Laut dieser "Logik", brachte das Rauchen von Cannabis die Leute dazu, zu Jazz zu tanzen und Sex mit Leuten einer anderen Hautfarbe zu haben. Cannabis wurde zudem speziell mit Geisteskrankheit assoziiert. Besonders mit den Arten, bei denen die Wahrnehmung dauerhaft verändert ist.

Traurigerweise bestand diese Assoziation für den Großteil des letzten Jahrhunderts. Biomedizinische Wissenschaft kann weitaus bessere Erklärungen liefern als alte Ammenmärchen.

WAS IST EINE HALLUZINATION?

Eine Halluzination wird üblicherweise als Trick des Gehirns definiert. Das Individuum glaubt, dass es sich in einer Situation befindet, die für alle anderen nicht "real" ist. Weiterhin ist die Welt, in der das halluzinierende Individuum jetzt agiert, normalerweise auf manche Art drastisch von der Norm verschieden.

Das heißt allerdings nicht immer, dass sich das Individuum bewusst ist, wo die Halluzination beginnt oder endet.

Halluzinationen werden von Fehlfunktionen bei der Informationsverarbeitung des Gehirns verursacht. Dies umfasst Leiden wie Psychosen und Schizophrenie. Individuen, die an diesen Zuständen leiden, glauben oder sehen bestimmte Dinge aufgrund von einer Gehirnaktivität, die strukturell fehlerhaft ist.

Halluzinationen, die hingegen von Drogen hervorgerufen werden, sind anders. Für den Anfang hält die Auswirkung nur so lange an, wie die Drogen in dem Körper des Nutzers aktiv sind.

WAS IST VERÄNDERTE WAHRNEHMUNG?

WAS IST VERÄNDERTE WAHRNEHMUNG?

Nochmal, diese Begriffe lassen sich schwer genau definieren. Eine Halluzination ist offensichtlich auch veränderte Wahrnehmung. Allerdings ist der einfachste Weg, dies zu erklären, in Form von Abstufungen. Eine Halluzination erscheint als "real". Veränderte Wahrnehmung bedeutet außerdem, dass die Person sich des Unterschieds bewusst ist. In anderen Worten: Wenn man etwas seltsames sieht, dann weiß man, dass es das ist.

Andere Drogen oder Substanzen können die Wahrnehmung verändern, ohne Halluzinationen auszulösen. Darauf wird sich auch manchmal unter dem Namen halluzinogene Effekte bezogen. Absinth zum Beispiel kann die Wahrnehmung verändern. Toulouse-Lautrec war offenbar dank dem Konsum von Absinth inspiriert, grüngefärbte Gemälde zu erschaffen.

Von Cannabisnutzern, die ebenfalls von Inspiration berichten, könnte man sagen, dass ihre Wahrnehmung von der Droge verändert wurde.

Eigentlich ist dies jedoch keine Halluzination.

DIE WISSENSCHAFT

Der Unterschied zwischen Halluzinogenen und anderen Drogen beginnt bei den Grundlagen. Cannabinoide unterscheiden sich von psychedelischen Substanzen mit dem Namen Serotonergine. Sie reagieren auf verschiedene Weise auf das Gehirn. Serotonergine kommen in LSD, Pilzen und Meskalin vor.

THC und andere Wirkstoffe in Cannabis binden an Rezeptoren am Ende der Neuronen im Körper und im Gehirn. Sie verändern die Weise, wie Informationen zwischen diesen Neuronen übermittelt werden.

Dies wirkt sich wiederum auf Bereiche des Gehirns aus, wo es hohe Konzentrationen dieser Rezeptoren gibt. Diese Teile des Gehirns regulieren ebenso Bewegung, Appetit, Schlaf und höhere kognitive Funktionen. Sie modifizieren zudem Denkweisen. Jedoch tun sie dies auf Arten, die dazu neigen, Angst, Schlaflosigkeit und Schmerzwahrnehmung zu mildern.

In direktem Kontrast dazu agieren Serotonergine auf Serotonin. Dies ist eine Chemikalie, die im Körper vorkommt und von der angenommen wird, dass sie Glücksgefühle reguliert. Psilocybin und Lysergsäure - in LSD und Pilzen vorkommend - binden an Serotonin-Rezeptoren im Körper. Tatsächlich tun sie dies so gut, dass sie das körpereigene Serotonin ausschließen können. Auch wenn dies keinen direkten Grund darstellt, warum Halluzinationen verursacht werden, ist es doch ein Hinweis. Neueste Abbildungstechnologie hat gezeigt, dass jemand, der LSD verwendet, mehrere Bereiche seines Gehirns auf einmal nutzt. Normale Gehirnfunktion verwendet nur den visuellen Cortex.

Mit anderen Worten scheint es, als verändern Serotonergine buchstäblich die Art und Weise, wie Dein Gehirn Dinge sieht, indem sie mehrere Teile des Gehirns auf einmal aktivieren. Des Weiteren scheint es, als ob das Serotonin, das dafür benutzt wird, von der Droge kommt. Dein natürliches Serotonin könnte tatsächlich blockiert oder teilweise blockiert werden.

Cannabinoide könnten im direkten Gegensatz dazu die Wahrnehmung geringfügig verändern. Sie regen keine mehrkanalige Verarbeitung im Gehirn an.

Die wissenschaft

Das einzige Problem bei all dem sind natürlich sogenannte "synthetische Cannabinoidprodukte" wie "Spice" und "K2". Diese unterscheiden sich von pharmazeutisch hergestelltem synthetischen Cannabis (wie Dronabinol). Sie werden oft als Club-Drogen verkauft.

Diese Synthetika enthalten tatsächlich starke Stimulanzien, die an die Cannabinoidrezeptoren des Gehirns binden. Sie tun dies sehr kraftvoll. Tatsächlich so kraftvoll, dass sie tatsächlich visuelle, akustische oder olfaktorische Halluzinationen auslösen können.

VERSCHWOMMENE SICHT, VERUNREINIGTE DROGEN UND ANDERE NEBENWIRKUNGEN

Es gibt absolut keinen Zweifel daran, dass Cannabis bei manchen Menschen eine verschwommene Sicht verursachen kann. Dies liegt an der direkten Auswirkung von Cannabinoiden auf den Sehnerv. Das könnte wiederum eine bestimmte Lichtwahrnehmung und andere visuelle Verzerrungen hervorrufen.

Dies ist außerdem keine "psychedelische" Auswirkung. Noch sind es die Auswirkungen der gemeinsamen Einnahme von Cannabis mit gewissen Arten von Pharmazeutika. Dies schließt selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (Antidepressiva), Blutverdünner und Viagra ein.

Solche Drogen zusammen mit Cannabis einzunehmen, kann ernsthafte Konsequenzen haben. Diese können sich zudem nicht nur auf das Sehvermögen auswirken, sondern sie haben andere schädliche Ergebnisse, einschließlich innerer Blutungen.

Allerdings gibt es noch einen andere Möglichkeit, wie von Weed vielleicht eine psychedelische Erfahrung ausgelöst werden könnte. Straßengras kann manchmal mit Substanzen gestreckt sein, die halluzinogene Effekte hervorrufen. Dies ist einer der wichtigsten Gründe für die Legalisierung. Reguliertes Weed ist frei von diesen Arten von Verunreinigungen.

Bedenke zu guter Letzt, dass Cannabis andere Nebenwirkungen hat, die physisch sein können. Dies beinhaltet Schwitzen, erhöhte Herzfrequenz und Ermüdung. Der Grund hierfür ist, dass Cannabis sich direkt auf das Zentralnervensystem auswirkt.