Wie man Cannabis mit Tropfbewässerung anbaut


Wie man Cannabis mit Tropfbewässerung anbaut

Ein Tropfbewässerungssystem mag komplex klingen, muss es aber nicht sein. Du kannst Dir für wenig Geld ein solches System zu Hause bauen und so die Bewässerung Deiner Cannabispflanzen vereinfachen. Erfahre im Folgenden, wie!

Du bist es leid, Dich um jede Deiner Cannabispflanzen kümmern zu müssen und ihren Durst nur kurz zu löschen? Ziehe die Einrichtung eines Tropfbewässerungssystems in Betracht, das die harte Arbeit für Dich erledigt! Ganz egal, ob Du über ein unbegrenztes Budget oder gar keines verfügst, gibt es Systeme, die für Dich arbeiten können und allesamt effektiv sind. Ein Tropfbewässerungssystem verringert nicht nur Deinen Arbeitsaufwand, sondern spart auch Wasser und Dünger und verbessert die Beständigkeit. Außerdem erlauben sie Dir die bestmögliche Kontrolle über Deinen Cannabisanbau.

Wie funktioniert ein Tropfbewässerungssystem?

Wie man cannabis mit tropfbewässerung anbaut

Tropfbewässerung ist eine recht einfache Methode, um Deine gesamten Cannabispflanzen beständig, automatisch und gleichmäßig mit Wasser zu versorgen. Unabhängig davon, ob Du in Erde oder hydroponisch anbaust, kann ein Tropfbewässerungssystem funktionieren. Es gibt eine Reihe von Lösungen, die von teuren High-Tech-Systemen bis zu einfachen Heimwerkerversionen aus Plastikflaschen reichen. Unabhängig von Deinem Budget kannst also auch Du in Deinem Cannabisgarten ein Tropfbewässerungssystem verwenden.

Wann wurde die Tropfbewässerung erfunden?

Historisch erstmals erwähnt wird die Tropfbewässerung im Fan Shengzhi shu – zumindest im Prinzip. Dies war ein chinesisches landwirtschaftliches Handbuch aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. Aus der Han-Dynastie. Es berichtet von der Verwendung von Tontöpfen oder Ollas, die unter der Erde vergraben und mit Wasser gefüllt wurden. Über den Lauf der Zeit führen diese welcher auch immer angebauten Kultur ständig geringfügige Mengen an Wasser zu. Wenn Du Deine Pflanzen also mit Tropfbewässerung bewässerst, praktizierst Du irgendwie auch eine uralte Kunst.

In der jüngeren Geschichte wurde die moderne Tropfbewässerung 1860 in Deutschland neu erfunden. Dazu wurde unterhalb der Erde ein Tonrohr verlegt und als kombiniertes Entwässerungs- und Bewässerungssystem genutzt. Ungefähr 60 Jahre später wurde dieses System weiterentwickelt und die Verwendung von perforierten Rohrleitungen eingeführt.

Das erste experimentelle Tropfbewässerungssystem wurde 1959 in Israel von Simcha Blass entwickelt. Um das häufige Problem von Verstopfungen in perforierten Rohrleitungen zu lösen, entwickelte er ein System, das einen größeren und längeren Kunststoffemitter verwendete, um Reibung für die Verlangsamung der Wasserabgabe zu nutzen. 1964 wurde Netafim gegründet – das erste Unternehmen für Tropfbewässerungssysteme.

Was sind die Vor- und Nachteile der Tropfbewässerung beim Cannabisanbau?

Wann wurde die tropfbewässerung erfunden?

Wie bei allen Methoden auch, gibt es beim Einsatz eines automatischen Tropfbewässerungssystems gewisse Vor- und Nachteile. Ein paar davon sind spezifisch für bestimmte Versionen solcher Systeme, doch die meisten sind universell.

Schlussendlich hängt es von Deinen Gegebenheiten ab, ob Du Dich für ein Tropfsystem entscheidest oder nicht. Wenn Du nur ein paar Pflanzen anbaust, lohnen sich die Kosten und der anfängliche Aufwand für Dich möglicherweise nicht. Falls Du jedoch einen ganzen Garten voller Pflanzen hast, die regelmäßig bewässert werden müssen, kann ein Tropfbewässerungssystem Dir auf lange Sicht jede Menge Arbeit ersparen.

Vorteile der Tropfbewässerung

  • Geringerer Arbeitsaufwand: Dies ist wahrscheinlich der größte Vorteil. Indem Du die Bewässerung Deiner Pflanzen automatisierst, kannst Du Dir im Laufe eines einzigen Anbauzyklus (je nach Größe) mehrere Dutzend Stunden ersparen.
  • Präzise Wasserverteilung: Deine Pflanzen erhalten eine exakte Menge an Wasser und Nährstofflösung, was die Kontrolle ihrer Entwicklung immens erleichtert. Außerdem erhält jede einzelne Pflanze dieselbe Menge, was hoffentlich den Gesamtertrag steigert und für ein gleichmäßiges Kronendach sorgt.
  • Weniger Wasserverlust: Aufgrund der Natur der Tropfbewässerung geht weniger Wasser durch Verdunstung verloren und Deine durstigen Pflanzen können mehr davon genießen.
  • Gesündere Wurzeln: Egal, ob Du drinnen oder draußen anbaust, optimiert Tropfbewässerung die Feuchtigkeit und den Feuchtigkeitsgehalt im Wurzelbereich Deiner Pflanzen, was diese gesund hält.
  • Geringeres Risiko von Schädlingen: Da das Wasser direkt zu den Wurzeln Deiner Pflanzen geleitet wird, bleiben der umliegende Bereich und die Blätter trockener. Das macht die Umgebung für Schädlinge weniger attraktiv, ohne die Wasseraufnahme Deiner Pflanzen zu verringern.
  • Weniger Düngerverlust: Da die Nährstofflösung direkt zu den Wurzeln Deiner Pflanzen geleitet wird, gehen deutlich weniger Nährstoffe an das umgebende Substrat verloren.

Wie Tropfbewässerung beim Wassersparen hilft

Aufgrund der präzisen Natur der Tropfbewässerung wird viel mehr Wasser gespart, als bei anderen Methoden wie der manuellen oder Flutbewässerung. Wenn Du eine große Menge Wasser auf einmal verabreichst, entsteht ein Abfluss, der von der Pflanze nicht genutzt werden kann und ein hoher Anteil des Wassers verdunstet, bevor es genutzt werden könnte.

Dies verstärkt sich noch, wenn es windig ist. Durch die Abgabe einer kleinen Wassermenge wird jedoch viel mehr davon genutzt, so dass insgesamt weniger Wasser benötigt wird.

Nachteile der Tropfbewässerung

Die Tropfbewässerung hat einige Nachteile. Wie bei allen Systemen gilt: Je komplexer, desto mehr kann schief laufen und umso schwieriger ist es, es zu reparieren. Obwohl diese Systeme den Arbeitsaufwand reduzieren, müssen sie dennoch regelmäßig überprüft und gewartet werden, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktionieren.

  • Teuer: Dies ist nicht immer der Fall, da es auch sehr billig sein kann. Aber ein ausgeklügeltes System ist wahrscheinlich viel teurer als eine Gießkanne oder ein Schlauch!
  • Potentiell gefährlich: Ein großer Schlauch voller Wasser kann in einem Grow Room eine Gefahrenquelle darstellen. Man könnte nicht nur darüber stolpern, sondern im Falle eines Risses könnten auch die vielen elektrischen Geräte nass werden, die Du wahrscheinlich auch dort drinnen installiert hast. Keine gute Kombination. Daher sind ein ordentlicher Aufbau und gute Wartung erforderlich, um alles sicher zu halten.
  • Einfrieren: Teurere Systeme mit Pumpen usw. müssen vor dem Einfrieren geschützt werden. Wenn sie nicht benutzt werden, müssen sie vollständig entleert werden, bis es wieder wärmer wird. Dein sehr teures System nützt Dir wenig, wenn es eingefroren ist!
  • Verstopfung: Da durch die Rohre Nährstofflösung fließt, die Salze enthält, können sich diese mit der Zeit ansammeln, verfestigen und die Löcher verstopfen.
  • Kunststoffzersetzung: Egal, ob Du drinnen oder draußen anbaust, wird Dein System wahrscheinlich viel hellem Licht ausgesetzt sein. Wenn Du nicht dem Fan Shengzi shu folgst, ist Dein System wahrscheinlich aus Kunststoff und wird sich unter Lichteinfluss zersetzen. Dabei gelangt Mikroplastik in das Wasser, Deine Pflanzen und das gesamte Wassersystem.

Ist Tropfbewässerung teuer?

Wenn Du willst, schon. Ein ordentliches System ist mit Anschaffungs- und anschließend anfallenden Wartungskosten verbunden. Wenn Du Pumpen und Filter kaufst, müssen diese möglicherweise ersetzt oder gewartet und Rohre gereinigt werden. Falls Du allerdings umweltbewusst vorgehen und alles billig halten möchtest, kannst Du Dir ein System aus Plastikflaschen bauen, die Du aus dem Recyclingcontainer Deines Nachbarn gezogen hast (frag ihn vorher). Es kann also auch vollkommen kostenlos sein.

Welches Tropfbewässerungssystem ist am besten für den Cannabisanbau in Erde geeignet?

Nachteile der tropfbewässerung

Es gibt verschiedene Tropfbewässerungssysteme, die für den Anbau in Erde verwendet werden können:

  • Tropfschlauchbewässerung: Beliebt, aber potentiell kostspielig. Dieses System verwendet eine durchgehende Leitung, die um Deine Pflanzen herum verlegt und mit Niederdruckwasser gespeist wird. Über jedem Topf befinden sich etwa drei Löcher, durch die kontinuierlich Wasser und Nährstoffe auf die Pflanzen tropfen. Diese Systeme eignen sich besonders gut für den Anbau im Innenbereich.
  • Tropfbewässerung mittels Flaschen: Dies ist eine sehr kostengünstige Heimwerkerlösung, die hervorragend für Anfänger geeignet ist; insbesondere für jene, die im Freien anbauen. Wie Du Dir vielleicht denken kannst, benötigt man hierfür nichts weiter als ein paar Plastikflaschen.

Wie man eine Tropfbewässerung für den Cannabisanbau einrichtet

Nachteile der tropfbewässerung

Es gibt mehrere Wege, dies zu tun; von der unglaublich einfachen bis zur sehr komplexen Umsetzung. Hier werden wir die beiden einfachsten Optionen skizzieren: ein einfaches, selbstgebautes Leitungsbewässerungssystem für den Anbau im Grow Room und die Verwendung von hängenden Flaschen für die Tropfbewässerung Deiner Pflanzen im Freien.

Sobald Du erstmal weißt, was Du tust, kannst Du diese Systeme an Deine Bedürfnisse anpassen. Es ist zum Beispiel möglich, eine ähnliche Methode wie die Bewässerung mittels Flaschen zu verwenden, bei der man die Flaschen jedoch eingräbt, so dass sie eine unterirdische Wasserversorgung liefern.

Leitungsbewässerungssystem

Dies ist ein kostengünstiges und recht einfaches Leitungsbewässerungssystem, das für die Bewässerung von Pflanzen im Innenbereich ausgelegt ist. Es ist zwar nicht komplex, erfordert allerdings einen gewissen Aufwand bei der Einrichtung, der sich bei sachgemäßer Ausführung jedoch bezahlt macht.

Außerdem erfordert es aufgrund seiner Natur eine gewisse Wartung, da es leicht verstopfen kann. Wenn Du es jedoch gut machst, wird es Dir eine ganze Menge Arbeit abnehmen, da es die Bewässerung Deiner Pflanzen für Dich übernimmt.

Materialien für ein Leitungsbewässerungssystem

  • Wasserhahn: Im oder in der Nähe des Grow Rooms (muss dem Leitungsbewässerungssystem dauerhaft gewidmet sein)
  • Adapter für Tropfbewässerung: Enthält Rückflussverhinderer, Siebfilter, 25 PSI Druckregler und Schlauchadapter
  • ½ Zoll dickes (1,27cm) Bewässerungsrohr/-schlauch: Die Länge hängt davon ab, wie viele Pflanzen Du hast und wie diese im Raum verteilt sind
  • Druckausgleichende Wassertropfer
  • Zeltheringe: Zum Fixieren der Leitung
  • Lochstanzer für den Schlauch
  • Anschlüsse (optional): In größeren Räumen kann eine Auswahl an T-, Kreuz- und Eckanschlüssen nützlich sein, um das Rohr ordentlich anzuordnen und zu halten.

Schritte zum Einrichten eines Leitungsbewässerungssystems

  1. Schließe den Adapter an den Wasserhahn und verbinde die Leitung/den Schlauch mit dem Adapter.
  2. Überlege Dir, an welchen Stellen die Leitung über den Töpfen verlaufen soll und stanze an diesen Stellen jeweils drei Löcher aus.
  3. Installiere die Wassertropfer. Stecke sie in die Löcher, die Du gemacht hast. Positioniere die Tropfer so, dass sie nicht die Pflanzen selbst benetzen, da dies Schädlingen Vorschub leisten könnte.
  4. Verwende die Heringe, um die Leitung dicht über dem Boden zu halten.
  5. Schneide die Leitung dort ab, wo es nötig ist und befestige sie an den Anschlüssen, damit sie jede Pflanze erreicht.
  6. Schneide das Ende der Leitung ab und verschließe sie mit einem Blindstopfen.
  7. Schalte das Wasser ein und überprüfe das System. Sprühende oder verstopft erscheinende Tropfer sollten ausgetauscht werden.

Flaschenbewässerungssystem

Diese Methode ist unglaublich einfach und potentiell kostenlos. Sie erfordert nicht viel mehr als Plastikflaschen, die an etwas aufgehängt werden und ist das bei weitem einfachste Bewässerungssystem. Es eignet sich am besten für den Anbau im Freien, kann aber auch im Innenbereich verwendet werden.

Der vielleicht größte Nachteil dieser Methode ist, dass die Flaschen jeden Tag von Hand nachgefüllt werden müssen, wodurch der Vorteil der Automatisierung des Prozesses entfällt. Die anderen Vorteile eines Tropfsystems für die Bewässerung Deiner Pflanzen bleiben jedoch erhalten.

Materialien für ein Flaschenbewässerungssystem

  • Plastikflaschen mit Deckel: So viele, wie Du Pflanzen hast (1,5 Liter sind ideal, denn das ist in etwa die Wassermenge, die eine ausgewachsene Pflanze täglich braucht)
  • Bohrer oder etwas Ähnliches: Um Löcher in die Seiten der Flaschen zu bohren
  • Schnur oder Draht: Zum Aufhängen der Flaschen oberhalb Deiner Pflanzen
  • Pflöcke: Um Deine Flaschen aufhängen zu können
  • Schere oder Messer: Um Deine Flaschen zu zerschneiden

Schritte zum Einrichten eines Flaschenbewässerungssystems

  1. Schneide den Boden der Flaschen ab.
  2. Bohre etwa 2cm vom fehlenden Boden entfernt zwei Löcher in die Seite jeder Flasche.
  3. Führe eine Schnur durch diese beiden Löcher. Daran hängst Du die Flaschen auf.
  4. Hänge die Flaschen mit zugedrehtem Verschluss 30–60cm oberhalb Deiner Pflanzen auf und fülle sie mit Wasser.
  5. Beginne, den Deckel langsam zu öffnen. Du solltest dies nicht vollständig tun, sondern nur so weit, bis ein konstantes Tropfen entsteht. Experimentiere ein wenig damit, bis Du die perfekte Menge gefunden hast.
  6. Fülle Deine Flaschen je nach Bedarf nach.

Tropfbewässerung für den Cannabisanbau: Werde ein Profi!

Flaschenbewässerungssystem

So einfach ist das! Die Einrichtung Deines eigenen Tropfbewässerungssystems ist ziemlich einfach, billig und bringt eine Vielzahl von Vorteilen mit sich. Wenn Du es jedoch ernst meinst, mag die Flaschenlösung vielleicht ein guter Ausgangspunkt sein, doch Du wirst könntest recht schnell darauf kommen, dass es ruhig eine Lösung sein könnte, die darüber hinausgeht.

Wenn Du ein wenig praktisch veranlagt und geduldig bist, ist die Einrichtung eines komplexeren Systems wie etwa eines Leitungsbewässerungssystems nicht besonders schwierig. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von fortschrittlicheren Methoden, mit denen Du Deine Pflanzen auf die so effizient wie nur mögliche Weise mit Wasser und Nährstoffen versorgen kannst.

Falls Du noch Anbauanfänger sein solltest, kann es eine wahre Freude sein, Deine Pflanzen täglich zu gießen. Es ist auch eine gute Gelegenheit, um zu überprüfen, wie es ihnen geht, und um sie kennenzulernen. Wie auch immer Du Deine Pflanzen gießt, solltest Du sicherstellen, dass Du sie nicht vernachlässigst!