Wie man Cannabis in Steinwolle anbaut


Wie man Cannabis in Steinwolle anbaut

Du bist daran interessiert, Steinwolle zu nutzen, um Cannabis anzubauen? Vielleicht hast Du den Anbau in Erde gemeistert und hast Lust auf ein wenig mehr Hightech mit einer Hydrokultur? Wenn dem so ist, wirst Du ein geeignetes Substrat brauchen. In diesem Artikel erörtern wir die Vor- und Nachteile von Steinwolle für den Cannabisanbau.

Cannabis in Steinwolle anzubauen, ist unter hydroponischen Growern weitverbreitet. Sie ist ein einfaches Substrat, das gut belüftet und dem Grower viel Kontrolle gibt. Aber ist sie auch das richtige Substrat für Dich? Das kommt darauf an. Die wichtigere Frage ist, ob ein hydroponischer Anbau überhaupt das Richtige für Dich ist. Eine Hydrokultur kann viel Arbeit machen, doch der Lohn kann ebenfalls großartig sein.

Als Bevölkerung werden wir alle von Tag zu Tag umweltbewusster. Doch von allen verfügbaren Anbausubstraten ist Steinwolle nicht gerade das nachhaltigste. Im Folgenden haben wir alles zusammengefasst, was wir über den Anbau von Cannabis in Steinwolle wissen, einschließlich der Nutzen und Nachteile, um Dir beim Treffen einer informierten Entscheidung behilflich zu sein.

Was ist Steinwolle?

Wie man cannabis in steinwolle anbaut

Steinwolle ist ein anderer Name für Mineralwolle, wobei der Markenname Rockwool lautet. Obwohl eine dänische Firma und ihr spezifisches Produkt Rockwool heißen, ist der Name vor allem im nicht-deutschsprachigen Raum zu einem Oberbegriff für das Produkt an sich geworden, von wem auch immer es produziert wird. Sowohl in Häusern als auch für heiße Maschinenteile wird Steinwolle meist als eine Form von Isolierung genutzt. Da sie viele Luftspalten hat, isoliert sie sehr gut.

Durch diese Eigenschaft eignet sie sich auch wunderbar für Hydrokultursysteme. Warum? Weil sie eine gute Drainage und Belüftung ermöglicht. Darüber hinaus können die Wurzeln von Cannabispflanzen die vielen Hohlräume in Steinwolle mühelos durchdringen. Falls Du jedoch beabsichtigst, sie zu verwenden, achte darauf, dass Du eine speziell für den Gartenbau ausgelegte Art kaufst, da Industrie-Steinwolle giftig sein kann.

Wie wird Steinwolle hergestellt?

Steinwolle ist eine künstliche Version von Pele-Haar. Dieses Phänomen tritt auf, wenn Wind über geschmolzene Lava bläst und dabei dünne Fäden hinterlässt. Steinwolle wird entweder durch das Blasen von Luft über geschmolzene Basaltschlacke (Blasverfahren) oder durch Schleudern (Schleuderverfahren) erzeugt – auf dieselbe Weise, wie Zuckerwatte hergestellt wird. Anschließend wird sie in die von uns verwendeten Formen gepresst.

Vor- und Nachteile von Steinwolle für den Cannabisanbau

Wie wird steinwolle hergestellt?

Steinwolle ist ein für hydroponische Methoden geeignetes Substrat und geht somit mit den üblichen Höhen und Tiefen eines hydroponischen Set-ups einher. Es ist eine dieser Methoden, die bei gutem Verlauf sehr gut ist – aber auch ziemlich danebengehen kann. Wenn Du Cannabis in Steinwolle anbauen willst, musst Du also gewillt sein, viel Arbeit hineinzustecken.

Vorteile des Anbaus von Cannabis in Steinwolle

  • Steinwolle hält Dünger nicht zurück. Was in der Nährstofflösung vorliegt, ist auch für die Pflanze verfügbar. Dies bedeutet lediglich, dass alle bereitgestellten Nährstoffe oder Zusätze eine sofortige Wirkung haben werden.
  • Steinwolle bietet den Wurzeln sehr wenig Widerstand, also können sie das Substrat leicht durchdringen. Dies erhöht schnell den Oberflächenbereich der Wurzeln, die Nährstoffaufnahme und steigert die Pflanzenentwicklung.
  • Es ist möglich, direkt in Steinwollwürfeln zu keimen und die Würfel in größere Blöcke zu transferieren, während die Pflanze wächst. Dies bedeutet weniger Stress für die Pflanze beim Umtopfen und ungestörtes Wachstum.
  • Solange die korrekten Feuchtigkeitswerte nicht überschritten werden, bietet Steinwolle eine ausgezeichnete Durchlüftung der Rhizosphäre (Wurzelzone).

Nachteile des Anbaus von Cannabis in Steinwolle

  • Sie ist nicht gerade sehr umweltfreundlich. Ihre Herstellung erfordert beträchtliche Energie und sie wird nicht für den wiederholten Gebrauch empfohlen.
  • Sie ist relativ teuer.
  • Überschüssiges Wasser kann eine Algenansammlung verursachen. Sorge dafür, dass es über den Blöcken reichlich Luftzirkulation gibt, um beim Verdunsten zu helfen.
  • Wenn sie durch die Luft übertragen werden, können Steinwollfasern schädlich sein. Trage eine Staubschutzmaske, wenn Du sie trocken handhabst. Entferne die Plastikhülle nicht.
  • Steinwolle kann anfällig für pH-Schwankungen sein. Überprüfe stets das abfließende Wasser und passe die Nährstofflösung entsprechend an.
  • Steinwolle hat von Natur aus einen hohen pH-Wert – zu hoch für Cannabis –, also muss dieser angepasst werden.

Sind Steinwollfasern gefährlich?

Es ist unklar, ob die Fasern gefährlich sind. Bislang gibt es kaum Belege für schwerwiegende Gesundheitsrisiken in Verbindung mit Steinwolle. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht unangenehm ist. Falls Du schon einmal mit ihr gearbeitet hast, insbesondere mit Steinwolle als Isoliermaterial in einem geschlossenen Raum, wirst Du wissen, wie schrecklich das sein kann. Die winzigen Fasern lösen sich und finden ihren Weg auf die Haut, in Augen, Hals und Lunge. Es ist sehr unangenehm, mit diesem schmerzenden und unglaublich kratzigen Material in Kontakt zu kommen. Auch wenn es also keine Langzeitgefahr darstellen mag, ist es empfehlenswert, eine Schutzbrille, Maske und Handschuhe zu tragen, wenn Du mit Steinwolle arbeitest.

Wie man Steinwolle nutzt, um Cannabis zu Hause anzubauen

Nachteile des anbaus von cannabis in steinwolle

Das Tolle an Steinwolle ist, dass sie für den gesamten Lebenszyklus der Pflanze genutzt werden kann. Falls Du in einem Steinwoll-Substrat anbauen willst, solltest Du wissen, wie Du es am effektivsten angehst. Die folgende Beschreibung richtet sich an den Anbauanfänger, der das hydroponische System Deep Water Culture (DWC) nutzt. Falls Du im Freien oder mit einem anderen System anbaust, passe es nach Bedarf an; die Grundlagen sollten gleich bleiben.

Materialien

  • Feuchtigkeitskuppel
  • Steinwollwürfel (zum Umpflanzen)
  • Behälter für den Wassertank – die Größe wird davon abhängen, wie viele Pflanzen Du anbaust
  • pH-Korrekturlösung
  • Dünger
  • Lampen – die Wahl liegt bei Dir, aber Vollspektrum-LEDs sind langlebig und verbrauchen wenig Strom
  • Netztöpfe
  • Tongranulat
  • pH-Messgerät
  • EC-Messgerät
  • Cannabissamen!

Wo kauft man Steinwolle?

Von der Isolierungsform von Steinwolle solltest Du Dich vermutlich fernhalten. Nicht zuletzt deshalb, weil sie in gigantischen Rollen geliefert wird, die die falsche Form für den Anbau von Cannabis haben. Stattdessen kannst Du Steinwollwürfel speziell zum Growen entweder online oder in den meisten Gartencentern finden.

Anleitung

Wenn Du diese Schritte befolgst, sollte Dir ein guter Start mit Cannabis in einem Steinwoll-Substrat gelingen.

1. Vorbereitung: Die Steinwollwürfel bewässern und stabilisieren

Steinwolle hat einen pH-Wert von 7,0, was für Cannabis zu hoch ist. In einer Hydrokultur angebautes Cannabis mag einen pH-Wert, der näher an 6,0 liegt. Wenn der pH-Wert zu hoch oder zu niedrig ist, wird eine Nährstoffsperre eintreten. Dies bedeutet, dass die Wurzeln Schwierigkeiten haben werden, die notwendigen Nährstoffe aufzunehmen, was entweder ihr Wachstum hemmt oder sie tötet. Und das wäre nicht sehr gut!

Für Cannabissamen sollte der pH-Wert jedoch bei 5,5 liegen. Während die Pflanze reift, wird sich dieser Wert erhöhen.

Um hier also Abhilfe zu schaffen, ist es wichtig, die Steinwolle richtig vorzubereiten. Weiche sie dafür 24 Stunden lang in einer Lösung mit einem pH-Wert von 4,5 und einem EC-Wert von 0,4–0,5 ein.

Um zu überprüfen, ob die Steinwolle bereit ist, durchnässe sie mit einer pH-Lösung von 5,5 und teste das abfließende Wasser. Unterscheidet sich der Wert nicht von der hinzugefügten Lösung, dann ist die Steinwolle für Deine Samen bereit. Falls er höher ist, wiederhole den Vorgang, bis es keine Abweichung mehr gibt.

2. Keimen: Pflanze die Samen in die Steinwollwürfel

Die meisten Steinwollwürfel werden in der Mitte ein Loch für Deine Samen aufweisen. Falls nicht, mache selbst eines; 1–2cm sollten reichen. Es ist wichtig, dass die Sprösslinge es nicht sehr schwer haben, sich nach oben zu kämpfen, sobald sich die Samenhülle öffnet.

Platziere in jedem Block einen Samen. Bedecke das Loch leicht mit Steinwolle; Du brauchst sie nicht anzudrücken. Du willst lediglich eine dunkle, feuchte Umgebung schaffen.

Gieße mit einer pH-kontrollierten Lösung und stelle die Würfel an einen dunklen, warmen Ort. Bedecke sie falls möglich mit einer Feuchtigkeitskuppel.

Es gibt viele Keimmethoden. Bei manchen werden die Samen in einem Topf zum Keimen gebracht und die Sämlinge anschließend in ihr finales Substrat umgepflanzt, sobald sie eine gewisse Größe erreichen. Auch wenn diese Methode einige Vorteile hat, riskiert der Anbauneuling, beim Umpflanzen die Wurzeln zu beschädigen, was natürlich mehr schadet, als nützt. Die beste Option ist also oftmals, die Samen in ihrem finalen Topf/Substrat keimen zu lassen.

3. Lass die Pflanzen ein wenig wachsen

Lass die Sämlinge noch ein wenig wachsen, sobald sie sich zeigen. Dies ist die Phase, in der sie am anfälligsten und verletzlichsten sind, also könnte sie jeder Schock töten. Achte beim Gießen darauf, dass sie feucht sind, aber in dieser Phase musst Du sie nicht völlig durchnässen, da sie nicht viel Wasser brauchen. Die Erde kurz anzufassen, sollte Dir sagen, ob sie gegossen werden müssen oder nicht.

Eine Bemerkung zu Nährstoffen: Sämlinge brauchen nur sehr wenig Nährstoffe, also ist es wichtig, sie nicht zu überdüngen, da sie dadurch ebenfalls sterben können. In Erde ist es einfacher, weil Du sie einfach nicht überdüngen kannst. Aber in inaktiver Steinwolle ist es wichtig, sich in Zurückhaltung zu üben.

4. Führe die Sämlinge in das hydroponische System ein

Sobald die Wurzeln an der Unterseite des Steinwollwürfels herauswachsen (etwa nach 2–3 Wochen), ist es an der Zeit, die Würfel in Dein hydroponisches System einzuführen. Leg los, wenn Du die Wurzeln erscheinen siehst, ansonsten werden sie um den Würfel herumwachsen.

Hänge die Sämlinge in Netztöpfen/Bechern mit Tongranulat über den Wasserbehälter. Bald wirst Du sehen, wie die Wurzeln durch die Töpfe in das darunterliegende Wasser wachsen, wo sie sich (hoffentlich) wohlfühlen werden.

Kann Steinwolle in Erde gepflanzt werden?

Ja, theoretisch kannst Du Steinwolle verwenden, um Deine Cannabissamen zum Keimen zu bringen, und sie dann in ein Erdsubstrat umpflanzen. Wegen des zusätzlichen Aufwands, den pH-Wert zu kontrollieren und die Nährstoffwerte aufrechtzuerhalten, ist dies jedoch unnötig, wenn Du gar keinen Anbau Hydrokultur beabsichtigst.

Der Anbau mit Steinwolle

Verschiedene Phasen des Grows werden unterschiedliche pH-/EC-Werte, Wassermengen und so weiter erfordern. Im Folgenden werden wir erläutern, was Du in jeder Phase beachten musst.

Wachstumsphase

In dieser Phase solltest Du den pH-Wert niedrig halten – ungefähr auf 5,5. Was die Nährstoffe betrifft, werden circa 60–70ml Dünger pro Pflanze ausreichen. Vergewissere Dich, dass Du einen Dünger mit dem richtigen NPK-Verhältnis (N = Stickstoff, P = Phosphor, K = Kalium) – etwa 1:1:1 NPK – verwendest, da sich das Gleichgewicht ändern wird, wenn die Pflanzen in die Blütephase eintreten.

Blütephase

  • Woche 1: Jetzt solltest Du den pH-Wert auf 5,8 oder 5,9 erhöhen. Außerdem wird sich das Nährstoffgleichgewicht von 1:1:1 NPK zu 1:2:2 NPK ändern. In der Blütephase ist zu viel Stickstoff schlecht für Deine Pflanzen.
  • Woche 2 und 3: Erhöhe den pH-Wert auf 6,0 und den EC-Wert auf 0,8–0,9.
  • Woche 4 und 5: Erhöhe den EC-Wert auf 1,0–1,2 und der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 6,2 liegen, um eine vollständige Nährstoffaufnahme zu gewährleisten.
  • Woche 6: Erhöhe den EC-Wert auf 1,4 und der pH-Wert sollte weiter im vorangegangenen Bereich schwanken.
  • Woche 7: Erhöhe den EC-Wert auf 1,6–1,7; der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 6,3 fluktuieren.
  • Woche 8: Erhöhe den EC-Wert auf 1,8
  • Letzte Woche(n): Senke den EC-Wert so weit wie möglich und halte den pH-Wert bei 6,2. Manche behaupten, dass man durch "Spülen" Salzansammlungen in der Pflanze entfernen und den Endgeschmack verbessern kann.

Kann man Steinwolle wiederverwenden?

Der anbau mit steinwolle

Wenn Du es wirklich darauf anlegst, kann Steinwolle wiederverwendet werden, aber es ist schwierig. Steinwolle wiederzuverwenden, wird mit pH-Schwankungen einhergehen, die schwer zu kontrollieren sind. Außerdem kann das verbleibende Wurzelmaterial Probleme verursachen. Falls Du sie trotzdem wiederverwenden willst, solltest Du alles organische Material entfernen und sie bei 100°C dämpfen.

Sie kann nicht recycelt oder abgebaut werden, auch wenn die Firma Rockwool eine Recycling-Möglichkeit anbietet. Dennoch sollte klar sein, dass sie auf keinen Fall die nachhaltigste Option darstellt.

Mit Steinwolle anbauen: Fazit

Es lässt sich schwer sagen, ob Steinwolle die richtige Wahl ist oder nicht. Ist sie von guter Qualität, besteht kein Zweifel daran, dass sie ein fantastisches und recht einfaches Substrat für Anfänger darstellt. Da sie inaktiv und luftdurchlässig ist, bietet sie den Wurzeln Deiner Pflanzen ein sicheres und günstiges Zuhause.

Andererseits ist sie nicht gerade sehr umweltfreundlich. Die Entscheidung liegt also ganz bei Dir. Wenn Du Dich in Hydrokultur versuchen willst, kannst Du Steinwolle vielleicht anfangs verwenden und dann etwas anderes ausprobieren. Doch wenn die Umwelt Deine Hauptsorge ist, solltest Du Dich eventuell woanders umschauen.