Der Unterschied zwischen Männlichen und Weiblichen Cannabispflanzen


Der Unterschied zwischen Männlichen und Weiblichen Cannabispflanzen

Cannabispflanzen sind in erster Linie männlich oder weiblich, obwohl es auch doppelgeschlechtliche Pflanzen geben kann. Cannabis ist als eine zweihäusige Pflanze bekannt, was bedeutet, dass die weiblichen und männlichen Pflanzen Blüten produzieren können.

Jedes Geschlecht hat verschiedene Merkmale, die die Züchter nutzen, um sie voneinander zu unterscheiden. Je nachdem, welches Ergebnis man sich von seinen Pflanzen erhofft, ob es nun große harzreiche Knospen sein sollen oder Samen mit Zuchtpotential, ist es wichtig zu wissen, wie genau man ihr Geschlecht bestimmen kann.

Innerhalb der ersten zwei Wochen der Blütezeit beginnen Marihuanapflanzen ihr spezifisches Geschlecht zu zeigen. Ihre sexuelle Reife erreichen die Pflanzen etwa sechs bis acht Wochen nachdem die Keimung stattgefunden hat. Ab diesem Zeitpunkt werden die Signale welches Geschlecht sie haben um die Internodien herum sichtbar.

Normalerweise fangen Indica- und Sativasorten an zu blühen, wenn die Nachtperioden anfangen länger zu werden oder die Lichtperioden verkürzt werden. Wenn eine Pflanze autoflowering Gene hat, dann ist die Zeit der bestimmende Faktor und nicht das Licht.

WEIBLICHE CANNABISPFLANZEN UNTERSCHEIDEN

WEIBLICHE CANNABISPFLANZEN

Weibliche Cannabispflanzen sind die Präferenz für die meisten Züchter, die große saftige Knospen zum rauchen haben, Medizin damit machen oder es verkaufen möchten. Dies liegt daran, dass weibliche Blüten mit einer dicken Schicht aus cannabinoidreichem Harz beschichtet sind, die ihr freizeitliches und medizinisches Potential bestimmt. Dieses Harz wird von pilzförmigen Drüsen auf der Pflanze produziert, die Trichome genannt werden; sie sind winzige Cannabinoid-Fabriken.

Neben dem offensichtlich umfangreichen Nutzen für Menschen ist diese harzige Substanz äußerst wichtig für die Reproduktion und Evolution der Cannabispflanze. Es erlaubt weiblichen Pflanzen die Pollen der männlichen Pflanzen aufzufangen, was zur Befruchtung der Pflanze führt. Nachdem die Befruchtung stattgefunden hat, wird die weibliche Pflanze Samen produzieren, was das Überleben ihrer Spezies sichert und Züchtern Zucht- und Anbaupotential bietet.

Es ist jedoch wichtig, das Geschlecht so früh wie möglich zu bestimmen und die männlichen Pflanzen zu entfernen. Dies wird von Züchtern gemacht, um Qualität und Quantität der Ernte zu optimieren. Wenn die weiblichen Pflanzen nicht in der Nähe der Pollen sind, die von den männlichen Pflanzen produziert wurden, dann produzieren sie viel mehr wertvolles Harz, in einem verzweifelten Versuch doch noch Pollen aufzufangen und befruchtet zu werden. Wenn jedoch keine Pollen vorhanden sind, dann bekommt man Pflanzen, die mit einer dichten Schicht von Trichomen bedeckt sind. Dies ist auf die verfügbaren Ressourcen zurückzuführen, die für die Harzproduktion anstelle der Saatgutproduktion eingesetzt werden.

Ein Züchter, der für den Dokumentarfilm Botany of Desire, der auf dem Buch von Autor Michael Pollan basiert ist, interviewt wurde, hat das Szenario perfekt umschrieben: "Was man sieht, ist im Wesentlichen eine extreme sexuelle Frustration. Dies ist ein Raum voller Frauen, die auf einige Kerle warten, die kommen sollen und ihnen einige Pollen geben, damit sie Samen herstellen können. Sie strengen sich mit der Zeit immer mehr an und je erfolgloser sie sind, desto mehr Harz wird produziert, das die Pollen anziehen soll und das erhöht die psychoaktiven Elemente der Pflanze."

Diese potenten, unbefruchteten weiblichen Blüten werden Sinsemilla genannt, was im spanischen so viel wie "ohne Samen" heißt. Sinsemilla wird auch als "Cannabissorte, mit einer besonders hohen Konzentration an Narkotika" definiert. Was bedeutet, dass sie Dich richtig, richtig breit macht.

Eine konkrete Weise, um festzustellen ob eine Pflanze weiblich ist, ist der Auftritt ihrer Geschlechtsorgane, die Stempel genannt werden. Diese kleinen weißen oder orangefarbenen Haare sind die Sexualorgane der weiblichen Pflanze. Die Stempel tauchen nach ungefähr 1,5 Wochen in der Blütezeit an den Internodien auf, an den Stellen, an denen Zweige von dem Hauptstamm absprießen. Weibliche Pflanzen produzieren in diesem Stadium kleine Kelche, die wie Tränen aussehen, mit zwei Stempeln, die schließlich zusammenwachsen, um zu bilden, was gemeinhin als Knospen oder Buds bezeichnet wird.

MÄNNLICHE CANNABISPFLANZEN UNTERSCHEIDEN

MÄNNLICHE CANNABISPFLANZEN

Reife männliche Cannabispflanzen kann man relativ leicht von ihren weiblichen Verwandten unterscheiden. Während der Sämlings- und Wachstumsphase des Anbauzyklus ist es hingegen so gut wie unmöglich, zu erkennen, ob Du es mit einer männlichen oder weiblichen Pflanze zu tun hast. In diesen frühen Phasen produzieren Pflanzen bloß Fächerblätter, um so viel Photosynthese wie möglich zu betreiben, damit sie deutlich an Größe und Umfang zunehmen.

Männliche Pflanzen werden beginnen, sich in der Anfangsphase der Blüte zu offenbaren. Manche Sorten werden in dieser Phase sogenannte "Vorblüten" zeigen – Miniversionen der männlichen Strukturen, die später entstehen werden.

Im Gegensatz zu den fadenartigen Vorblüten der Damen werden Männchen kleine, ballförmige Vorblüten hervorbringen. Wenn Deine Pflanzen keine Vorblüten zeigen, dann wirst Du ein paar weitere Wochen warten müssen, nachdem sich die Photoperiode verändert hat, und irgendwelche Entwicklungen genau im Auge behalten müssen. Diese Unterschiede werden später viel offensichtlicher, bis es so gut wie unmöglich ist, sie nicht auseinanderhalten zu können.

Eines der ersten bemerkbaren Anzeichen ist, dass die männlichen Pflanzen in Deiner Pflanzung deutlich dickere Stiele als die Weibchen haben, und dass diese robusteren Strukturen weniger Fächerblätter als weibliche Exemplare besitzen. Dieser erhöhte Durchmesser dient dem evolutionären Zweck der Unterstützung der größeren Höhen von männlichen Pflanzen.

Sobald die Blütephase begonnen hat, wirst Du ständig die Nodien Deiner Pflanzen beobachten wollen. Nodien sind die Punkte, an denen sich die Zweige mit dem nächstgrößeren Hauptstamm vereinigen. An diesen Stellen entstehen die Fortpflanzungsorgane jedes Geschlechts. Im Fall der Männchen wirst Du rund 2 Wochen nach Beginn der Blüte Anhäufungen von kleinen Bällen bemerken können. Diese Strukturen sind genau genommen Pollensäcke und beherbergen das Fortpflanzungsmaterial, bis die Pflanze einen gewissen Reifegrad erreicht hat.

WAS KANN MAN MIT MÄNNLICHEN PFLANZEN ANFANGEN?

Männliche Pflanzen enthalten niedrige Werte von Cannabinoiden und erzeugen ebenfalls die als Terpene bekannten aromatischen Moleküle, die für den unverkennbaren Geruch der Cannabispflanze verantwortlich sind. Die meisten Grower sind jedoch entschieden gegen männliche Pflanzen, die in ihren Anbauräumen auftauchen, und unternehmen sofort Maßnahmen, um sie aus dem Bereich zu verbannen. Das liegt daran, dass die weiblichen Blüten mehr oder weniger unmittelbar aufhören Harz zu erzeugen, ihren Sinsemilla-Status verlieren und anfangen Samen zu produzieren, sobald sie mit Blütenstaub in Kontakt gekommen sind. Die meisten Anbauer fangen aus ebendiesem Grund mit feminisierten Samen an, da diese garantiert fast ausschließlich weibliche Pflanzen hervorbringen werden.

Was solltest Du also als Nächstes tun, wenn Du bemerkst, dass eine männliche Pflanze ihren Weg in Deinen Grow Room gefunden hat?

1. STELLE EXTRAKTE UND ESSWAREN HER

Viele Erzeuger zerstören männliche Pflanzen beim ersten Anblick. Dies ist absolut gerechtfertigt, da es das Risiko beseitigt, dass Weibchen bestäubt werden und somit der Ertrag gefährdet wird. Man bringt es allerdings kaum übers Herz, eine Pflanze zu zerstören, in die man bis zu diesem Punkt Zeit und Energie investiert hat. Es gibt andere Wege, um männliche Pflanzen zu nutzen und das Optimum aus dem von Dir unterstützten Exemplar herauszuholen.

Wie schon erwähnt, produziert nicht nur das weibliche Geschlecht Cannabinoide und Terpene. Männliche Pflanzen produzieren ebenfalls diese wertvollen Moleküle, nur in geringerer Menge. Cannabinoidreiches Harz ist überall auf den Pollensäcken und den Blättern der männlichen Pflanzen zu finden und es kann für die Herstellung von Extrakten und Esswaren verwendet werden. Das Kief kann außerdem mit einer Pollenpresse weiterverarbeitet werden, um kleine psychoaktive Scheiben der Freude herzustellen.

2. KREIERE DEINE EIGENE SORTE

Männchen sind entscheidend für den Zuchtprozess, sowohl um die Erblinie einer bestimmten Sorte weiterzuführen als auch um neuartige zu kreieren. Wenn Du zufällig auf eine männliche Pflanze stößt, die Du wirklich gern hast, ist das der perfekte Vorwand, um ein neues Nebenprojekt zu starten. Indem Du dieses Exemplar mit einem Weibchen in einen separaten Raum stellst, kannst Du Deine eigene Sorte erschaffen, die Deinen persönlichen Vorlieben entspricht.

3. NUTZE SIE ALS FRISCHES BLATTGEMÜSE

Wo es Cannabinoide gibt, da gab es auch/sind Cannabinoidsäuren. Die rohen Blätter und Säcke der männlichen Pflanzen enthalten geringe Werte von THCA, der Säureform von THC, die vorhanden ist, bevor das Pflanzenmaterial Hitze ausgesetzt wird. Frühe Forschung deutet darauf hin, dass dieses Cannabinoid viele gesundheitlichen Nutzen haben könnte, darunter entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften. Warum mischst Du die Blätter also nicht in Salate oder integrierst sie in frisch gepressten Säften?

IST ES MÖGLICH, DAS GESCHLECHT VON CANNABISSAMEN ZU ERKENNEN?

Diese ganzen Informationen zur Geschlechtsbestimmung von Cannabis sind ja gut und schön, aber stell Dir mal vor, wie einfach es wäre, wenn Du das Geschlecht einer Pflanze anhand des Samens erkennen könntest. Dies würde sicherlich viel Zeit und Mühe sparen, aber ist es überhaupt möglich?

Wenn Du männliche Samen gänzlich vermeiden willst, ist es immer noch am besten, feminisierte Samen zu kaufen. Normale Cannabissamen sind ein zu großes Glücksspiel und Du wirst am Ende wahrscheinlich mehrere Männchen haben. Du tust Dir selbst einen Gefallen, wenn Du nur Weibchen aufziehst.