Triff Dr. Raphael Mechoulam, Den Weltweit Führenden Cannabisforscher


Triff Dr. Raphael Mechoulam, Den Weltweit Führenden Cannabisforscher

Für die Akzeptanz von Cannabis als brauchbares medizinisches Mittel war ein schleppender, mühseliger Kampf nötig. Mit Ausnahme von Dr. Raphael Mechoulam hat die weltweite medizinische Gemeinschaft relativ wenig zu den großen Entdeckungen der Cannabinoid-Wechselwirkungen beigetragen.

Mechoulams einzigartige Anfänge bereiteten ihn, den "Vater/Großvater/Paten des Cannabis", auf eine erfolgreiche Zukunft vor, mit bahnbrechenden Untersuchungen zu den Cannabinoiden und deren Wechselwirkungen im menschlichen Körper.

Weil die Einnahme von Cannabinoiden im 20. Jahrhundert über sehr lange Zeit stigmatisiert wurde, war die Vorstellung, dass Cannabis eine wirksame Medizin abgeben könnte, für viele eine bittere Pille.

Der Sonderfall Dr. Mechoulam betrachtete Cannabis als Forscher mit den gleichen Maßstäben wie für jede andere Substanz, die der wissenschaftlichen Erforschung würdig ist. Dass er sich seiner Forschung vorurteilsfrei näherte, ermöglichte ihm entscheidende Durchbrüche und hat uns mit Informationen versorget, die heute die Grundlage für den Einsatz von Cannabinoiden als Arzneimittel bilden.

DR. MECHOULAM: EINE KURZE GESCHICHTLICHE ABHANDLUNG

Mechoulam wurde am 5. November 1930 in Sofia, Bulgarien, in eine wohlhabende jüdische Familie hineingeboren. Die Mechoulams wurden schließlich als Opfer des Antisemitismus' aus ihrer Heimatstadt vertrieben. Mechoulams Vater überlebte seine Inhaftierung in einem Nazi-Konzentrationslager und die gesamte Familie siedelte 1949 nach Israel um.

Nachdem Mechoulam sein Studium des Chemieingenieurwesens zugunsten der Chemie aufgegeben hatte, kann sein Ausflug in die Cannabis-Wissenschaft als natürliche Erweiterung seiner angeborenen Neugier und Begeisterung für die Forschung gesehen werden.

Ich musste erkennen, dass die Unabhängigkeit der Forschung eine Sucht ist, von der ich nicht geheilt werden will

DER ERSTE ENTSCHEIDENDE DURCHBRUCH: ISOLIERUNG VON THC

Der erste entscheidende durchbruch: isolierung von thcAls Grund für seine Entscheidung, Cannabis zu erforschen, nannte Mechoulam seine Überraschung über den Mangel an Cannabinoid-Forschung, die vor seinem Wirken festzustellen war. In der Tat; während es die Isolierung von Morphin und Kokain bereits seit 150 Jahren gibt, war Mechoulam der erste, der Δ9-Tetrahydrocannabinol isolierte, bekannt als THC . THC ist das häufigste Cannabinoid, das von den Trichomen der Cannabispflanzen abgesondert wird und für die Emission psychoaktiver Effekte verantwortlich zeichnet.

Mechoulams ursprüngliche Experimente wurden in den frühen 1960er Jahren mit Hasch durchgeführt, das er von einer lokalen Polizei-Station erhielt. Seine Ergebnisse zeigten das unglaubliche psychoaktive und medizinische Potential dieser einzigartigen Pflanzenverbindungen. Mechoulam erklärte und isolierte erfolgreich auch das zweithäufigste Cannabinoid: Cannabidiol (CBD). CBD überraschte Mechoulam mit seiner offensichtlichen medizinischen Wirksamkeit als antipsychotisches Mittel und als mögliche Zutat zur Behandlung von chronischen Schmerzen und Krampfanfällen.

ENTDECKUNG DER ENDOCANNABINOIDE

Entdeckung der endocannabinoide

Mechoulams vollständige Synthese der Cannabinoide führte ihn zwei Jahrzehnte später schließlich zur Entdeckung des menschlichen Endocannabinoid-Systems. Wir haben es Dr. Mechoulam zu verdanken, dass die Mainstream-Wissenschaft endlich in die unglaublich enge Beziehung zwischen Cannabinoiden und menschlicher Physiologie eintaucht.

Mechoulam fand letztendlich heraus, dass Cannabinoide sich in verschiedenen Bereichen des Gehirns und anderen lebenswichtigen Organen an Rezeptoren binden. Diese Beziehung löst verschiedene Reaktionen aus, die verschiedene Effekte verursachen können, von der Entzündungshemmung bis hin zu Paranoia.

Schließlich erkannte Mechoulam, dass die Menschen nicht von ungefähr Cannabinoide verwenden. 1992 ermittelte er nämlich, dass wir als Menschen von Natur aus unsere eigenen internen Cannabinoide produzieren, die bei der Regulierung von Stimmungen, Schmerz, Gedächtnis und mehr Bedeutung besitzen.

Durch seine Forschung entdeckte Mechoulam weiterhin das chemische Anandamid. Anandamid ist kategorisiert als Fettsäure-Neurotransmitter und wird unter anderem mit der Unterdrückung der Krebszellenproliferation in Verbindung gebracht.

ANANDAMID UND 2-AG

Die Wirkungen von Anandamid werden durch zwei primäre Cannabinoid-Rezeptoren, CB1 und CB2, vermittelt. CB1 interagiert mit Anandamid im zentralen Nervensystem, während CB2 für die mit dem peripheren Nervensystem assoziierten Wirkungen verantwortlich ist.

Auf seinen Fund von Anandamid folgend, entdeckte Mechoulam 1995 mit 2-AG einen weiteren Neurotransmitter, der eine einzigartige Bedeutung in der Regulation der psychologischen und physikalischen Funktionen aufweist.

AKTUELLE FORSCHUNG

Aktuelle forschung

Gegenwärtig geht Dr. Mechoulam aktiv neuen Informationen über endogene Cannabinoide nach, von denen er glaubt, dass sie den sogenannten nächsten Schritt in der Cannabisforschung darstellen. Mechoulam glaubt, dass diese Cannabinoide umfangreiches medizinisches Potenzial besitzen und eine wichtige Funktion in der menschlichen Biologie haben.

Es heißt, Mechoulam habe Cannabinoide verknüpft, um die Suchtgefahr zu unterdrücken und die Heilung traumatischer Kopfverletzungen durch die Aktivität der Blutgefäße zu unterstützen.

PREISE UND AUSZEICHNUNGEN

Die beispielslose Karriere von Dr. Mechoulam entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn dieser Mann hat überhaupt noch nie Cannabis konsumiert. Nicht ein einziges Mal. Stattdessen nähert sich Mechoulam seiner Forschung eher mit der Neugier eines Wissenschaftlers, als mit dem Wunsch, die Cannabis-Kultur voranzutreiben oder zu beeinträchtigen.

Obwohl Mechoulam in kleinen Bereichen der Wissenschaftsgemeinschaft hohes Ansehen genießt, fällt sein Name in der öffentlichen Diskussion des Endocannabinoid-Systems sowie der Cannabinoide THC und CBD nur selten.

In der Tat hat Mechoulam Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, ohne bis vor kurzem ein Massenpublikum zu erreichen. Die Hebräische Universität verlieh Mechoulam seinen Master-Abschluss in Biochemie, bevor er seine Doktorarbeit am Weizmann-Institut fertigstellte.

Im Jahr 2000 erhielt Mechoulam als besondere Auszeichnung den Israel-Preis. Es folgten mehrfache Leistungsprämien und 2012 schließlich der Rothschild-Preis für seine Entdeckungen über die Einflüsse von natürlichen chemischen Substanzen auf das menschliche Verhalten.

THE SCIENTIST

Das Interesse des Filmregisseurs Zach Klein an Cannabis als Medizin erreichte seinen Höhepunkt, als er die Wirkung von Cannabinoiden auf die Zellproliferation bei Brustkrebs recherchierte. Kleins Mutter litt nämlich an dieser Krankheit, was ihn in der Folge zum Endocannabinoid-System und schließlich zu Dr. Mechoulam führte.

Klein argumentiert, dass Mechoulams wissenschaftliche Glaubwürdigkeit aus dem 20. Jahrhundert ihn zwar davor bewahrte, von der medizinischen Gemeinschaft geächtet zu werden, er aber deutlich härter arbeiten musste als gewöhnlich, um seine längst überfällige Forschungsarbeit erledigen zu können. Wie sehr Klein von Mechoulam fasziniert ist, kannst Du nun im ausführlichen Dokumentarfilm "The Scientist" nachvollziehen.

LEHRE UND DIE ZUKUNFT

Dr. Mechoulam ist derzeit 86 und lehrt an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seine Forschung wurde über 40.000-mal zitiert und gilt als der Standard, auf dem die weitere wissenschaftliche Entwicklung aufbauen wird. Mechoulam hat selbst zugegeben: "Ich musste erkennen, dass die Unabhängigkeit der Forschung eine Sucht ist, von der ich nicht geheilt werden will."

Lass uns zum großen Vorteil der Cannabis-Gemeinschaft hoffen, dass er nie geheilt wird!

Bildnachweis: Tzahy (Wikimedia Commons)