Wie man ein preisgünstiges Growzelt für Cannabis selbst baut


Wie man ein preisgünstiges Growzelt für Cannabis selbst baut

Wer zum ersten Mal die Kosten durchrechnet, die mit den Anbau von Cannabis verbunden sind, ist meist überrascht, was die anfänglichen Investitionen angeht, die erforderlich sind. Neben der Anschaffung von Lampen, Ventilatoren, Werkzeugen und dergleichen entscheiden sich viele Anbauer dafür, auch ein Growzelt zu kaufen.

Wer sich für einen Kauf in einem Geschäft entschließt, gibt möglicherweise Hunderte von Euros dafür aus. Auch wenn es sich auf lange Sicht auszahlt, kann man nicht leugnen, dass man viel Geld auf einmal ausgeben muss. Außerdem stellst Du vielleicht fest, dass selbst die besten verfügbaren Growzelte nicht hundertprozentig zu Deinem Platzangebot oder Deiner Situation passen.

Wie wäre es also, wenn Du Dein eigenes Growzelt baust? DIY-Growzelte kosten nicht nur weniger als vorgefertigte Zelte, sondern können auch auf Deine persönlichen Anbau-Bedürfnisse zugeschnitten werden. Klar, Du musst ein wenig Zeit und Mühe in den Aufbau investieren, aber das Vorhaben ist einfach und weitaus lohnender, als Du vielleicht denkst.

Wir werden nun die Vor- und Nachteile von selbstgebauten Growzelten besprechen und Dir genau zeigen, wie Du Dein eigenes bauen kannst.

SOLLTEST DU DEIN EIGENES GROWZELT FÜR CANNABIS BAUEN?

Eines vorweg: Du fragst Dich bestimmt, ob ein selbstgebautes Growzelt wirklich das Richtige für Dein persönliches Szenario ist. So großartig sie auch sein mögen – sie sind nicht für jeden perfekt. Schauen wir uns also die Vor- und Nachteile genauer an, um herauszufinden, auf welcher Seite Du stehst.

VORTEILE VON DIY-GROWZELTEN

• Einfach zu bauen: Obwohl Du vielleicht denkst, es würde sich um einen komplizierten Vorgang handeln, ist der Bau eines Growzeltes recht einfach. Zusätzlich kannst Du Dir jederzeit die Designs erfolgreicher Growzelte auf dem Markt ansehen und nach diesen Vorgaben Dein eigenes Modell entwickeln. Wie Du gleich sehen wirst, benötigt man nicht viele Teile, die zudem auf ziemlich leicht verständliche Art und Weise zusammengebaut werden.

• Maßgeschneiderte Abmessungen: Da Du alles selbst zusammenstellst, kannst Du Höhe, Breite und genaue Form Deines Zeltes bestimmen. Anstatt Dich auf die Abmessungen eines vorgefertigten Produktes verlassen zu müssen, wird Dein Zelt ganz auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten sein.

• Volle Kontrolle über die Bedingungen für Deine Pflanzen: Ebenso wie Du in der Lage bist, genaue Form und Abmessungen Deines Zeltes festzulegen, kannst Du auch genau kontrollieren, wie es im Inneren aussieht. Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftstrom liegen ganz in Deinen Händen.

NACHTEILE VON DIY-GROWZELTEN

• Erfordert mehr Zeit und Mühe: Natürlich erfordert der Eigenbau eines Growzeltes mehr Aufwand als die Online-Bestellung oder der Kauf in einem Geschäft. Es dauert ein paar Stunden und damit länger, als einfach ein Produkt zusammenzubauen, das vorgefertigt ist und eine Aufbauanleitung hat.

• Möglicherweise weniger langlebig: Obwohl wir vollstes Vertrauen in Deine Zeltbau-Künste haben, sollte doch der Hinweis nicht fehlen, dass professionelle Hersteller den Prozess natürlich besser optimiert haben als der normale Hobbyhandwerker. Fehler und Produktfehler sind zwar auch bei Fertigmodellen möglich, aber weniger wahrscheinlich. Man kann nicht ausschließen, dass Dir beim ersten Versuch, Dein eigenes Zelt zu bauen, auch Fehler unterlaufen.

• Konstruktionsfehler sind riskant: Wenn wir diesen Gedanken weiterführen und Du beim Aufbau Deines Zeltes Fehler machen solltest, kann dies zu Einbußen beim Ertrag führen, aber im schlimmsten Fall auch den Tod Deiner Cannabispflanzen bedeuten. Insbesondere kann von außerhalb eindringendes Licht den Erfolg Deines Anbaus gefährden, indem es die entscheidende Blütephase unterbricht. Sorgfalt und Aufmerksamkeit sind deshalb im Montageprozess von wesentlicher Bedeutung.

WIE VIEL KOSTET ES, EIN EIGENES CANNABIS-GROWZELT ZU BAUEN?

Falls Du Dich entschieden hast, dass ein selbstgebautes Growzelt genau das ist, was Du brauchst, ist es an der Zeit, Dein Budget zu planen. Die treibende Frage dabei sind natürlich die Kosten.

Genau wie alle anderen Aspekte von DIY-Growzelten hängen auch die Kosten weitgehend von Deinen Bedürfnissen und den von Dir gewählten Materialien ab. Wenn man bedenkt, dass es sich bei den Hauptmaterialien lediglich um eine Art Abdeckmaterial und PVC-Rohre handelt, ist es allerdings durchaus realistisch, dass Du nur rund 25 EUR für das Zelt selbst ausgeben musst. Sicherlich kannst Du auch mehr investieren, falls Du schönere Materialien verwenden willst, aber die grundlegende Installation ist ziemlich erschwinglich.

Vergiss aber nicht, dass bei den geschätzten Kosten Lampen, Ventilatoren und andere Technologien zur Kontrolle der Umwelt natürlich nicht berücksichtigt sind. Dieses Zubehör wird normalerweise auch bei vorgefertigten Zuchtzelten nicht mitgeliefert, so dass man ihre Kosten seperat berechnen muss. Doch davon abgesehen kannst Du bei einigen dieser Dinge Geld sparen, wenn Du Dein Zuchtzelt besonders geschickt gestaltest.

WELCHE GRÖẞE SOLLTE MEIN GROWZELT HABEN?

Genau wie die Kosten und Materialien liegt auch die Größe Deines Zuchtzelts ganz bei Dir. Bestimmte Cannabissorten bedingen jedoch bestimmte Größenanforderungen, die Dein Zelt erfüllen muss. Schließlich kannst Du einen Samen nicht dazu bringen, zu einer kleineren Pflanze heranzuwachsen, als seine Natur ihm vorschreibt – es sei denn, Du setzt geeignete Trainingstechniken ein.

Falls Du Probleme hast, die genauen Abmessungen zu ermitteln, solltest Du einfach die Abmessungen der im Handel erhältlichen Growzelte und die Größe der spezifischen Sorten berücksichtigen, die Du anbauen möchtest. Viele Hobbygrower wählen beispielsweise ein Zelt mit einer Bodengröße von ungefähr 1,2 x 1,2m und einer Höhe von ungefähr 1,8 bis 2,1m.

Du musst Dich natürlich nicht an diese genauen Abmessungen halten, sondern kannst stattdessen Deinen verfügbaren Platz berücksichtigen. Denke daran, dass Du genügend vertikalen und horizontalen Raum benötigst, um an Deine Pflanzen heranzukommen und sie bewegen zu können. Ebenso solltest Du dafür sorgen, dass zwischen den Pflanzen selbst und zwischen Blätterdach und Anbaulampen genügend Platz vorhanden ist.

WIE MAN EIN GROWZELT FÜR CANNABIS BAUT

Nachteile von diy-growzelten

Nachdem Du nun eine Vorstellung von den gewünschten Kosten und Abmessungen hast, ist es endlich an der Zeit, Dein Growzelt für Cannabis zusammenzubauen.

MATERIALIEN

Bevor Du mit dem Aufbau beginnst, musst Du allerdings zuerst Deine Materialien zusammentragen. Um ein normales Growzelt für Cannabis zu bauen, benötigst Du:

• Mehrere Meter PVC-Rohr mit einem Durchlass von 2,54cm
• Acht PVC-Eckstücke, die zu den Rohren passen
• Abdeckmaterial Deiner Wahl (reflektierend auf der Innenseite; transparent/halbtransparent auf der Außenseite, um ein Gewächshaus zu imitieren)
• Drei große Klettstreifen für die Tür

WERKZEUGE

• Nähnadel
• Große Spule mit robustem Faden
• Handsäge
• Superkleber (permanenter Klebstoff)
• Klebeband (optional)

ANLEITUNG

Da Du jetzt alles zur Hand hast, kann die eigentliche Montage beginnen.

1. Baue zunächst das Gerüst Deines Zeltes aus den PVC-Rohren. Schneide sie mit Deiner Handsäge in gleich große Stücke und bilde mit den Eckstücken das untere Fundament. Erstelle anschließend die vier Hauptsäulen der Struktur – und zwar so, dass sie aus der Basis emporragen und verbinde sie oben mit den anderen Eckstücken und Rohren. Damit hast Du nun einen quadratförmigen Rahmen für Dein Zelt.

2. Miss nun Dein Abdeckmaterial ab und achte dabei darauf, dass es ein gutes Stück größer als die erforderliche Mindestgröße ist. Vergiss nicht, dass Du keine Löcher für eindringendes Licht haben willst.

3. Nähe die Abdeckung mit Nadel und Faden an Deinem Gerüst fest. Es wäre ideal, falls Dir eine andere Person helfen könnte, das Zelt zu stabilisieren, aber Du kannst es definitiv auch alleine durchführen.

Solltest Du alleine arbeiten, ist es empfehlenswert, die Abdeckung über den Rahmen zu legen und sie oben mit Klebeband festzukleben, damit sie nicht verrutscht. Du kannst dann die nächste Seite abdecken und festkleben und dann beide zusammennähen. Wiederhole dieses Vorgehen rund um das Gerüst sowie auch für die obere und untere Abdeckung. Falls es sich um ein Indoor-Zelt handelt, achte darauf, dass die reflektierende Seite Deines Materials nach innen zeigt. Deine Nähte müssen so ausgeführt sein, dass kein Licht eindringen kann.

4. Schneide die Tür und die Öffnungen für den Luftstrom aus und verwende zusätzliches Abdeckmaterial, um eine Tür zu bauen, die sich mit dem Material des Zeltes überlappt. Nähe sie oben fest und verwende dann die drei Klettstreifen, um die anderen drei Seiten der Tür abzudichten. Damit hast Du dann eine lichtdichte und sichere Tür, die Du abziehen kannst.

5. Hänge Deine Lampe(n) an die Deckenrohre, füge Deinen Lüftungsschlauch hinzu und klebe die Luftstromöffnungen ab, die Du dafür herausgeschnitten hast. Hier kann das schwarze Klebeband hilfreich sein. Das Endergebnis sollte ein einfaches, aber funktionales Zuchtzelt sein!

Hinweis: Du kannst Superkleber verwenden, um diese Struktur haltbarer und lichtdichter zu machen. Dies bedeutet jedoch, dass Du sie nie mehr auseinandernehmen kannst, nachdem Du das Zelt einmal aufgebaut hast. Darin sehen viele Grower einen entscheidenden Nachteil von DIY-Zelten.

TOP-TIPPS FÜR DEN BAU EINES GROWZELTS FÜR CANNABIS

Falls Du Dich entschieden hast, Dein eigenes Zelt zu bauen, solltest Du vor und während des Baus einige weitere wichtige Tipps beachten.

PRÜFE DEIN ZELT GRÜNDLICH VOR DEM ANBAU

Bevor Du etwas in Deinem Zelt anbaust, solltest Du es gründlich untersuchen, um sicherzustellen, dass es auch tatsächlich für Deine Pflanzen geeignet ist. In erster Linie musst gewährleistet sein, dass während der Dunkelperiode kein Licht eindringen kann. Außerdem solltest Du überprüfen, ob genügend Platz vorhanden ist, damit Deine Pflanzen horizontal und vertikal wachsen können, ohne sich den Lampen oder einander zu sehr zu nähern. All diese und weitere Aspekte müssen vor dem ersten Anbautag geklärt sein.

VERWENDE KÜHLERE LAMPEN

Genau wie bei gekauften Growzelten kann der Innenraum sehr warm werden, wenn die Lampen angeschaltet sind. Um dieses Problem zu minimieren und die Brandgefahr zu verringern, empfehlen wir Dir, kleinere, kühle LEDs oder ähnliche Lampen zu verwenden. Herkömmliche MH- oder HPS-Lampen können insbesondere für Grower etwas zu heiß sein, die nur in geringem Umfang anbauen.

OPTIMIERE DEN LUFTSTROM

Falls man einfach eine Abdeckung über die Rohre wirft, eine Tür ausschneidet und das Ganze ein Zelt nennt, werden natürlich viele Probleme mit dem Luftstrom auftreten. Ein schlechter Luftstrom führt nicht nur dazu, dass es sich in Deinem Zelt schrecklich anfühlt. sondern kann auch übermäßige Feuchtigkeit, Schimmel und schließlich das Absterben der Pflanzen zur Folge haben. Stattdessen solltest Du mit geeigneten Systemen dafür sorgen, dass ein ausreichender Frischluftaustausch möglich ist. Mit anderen Worten: Geh noch einen Schritt weiter und installiere ein einfaches Luftfiltersystem, anstatt einfach nur Löcher in die Seite des Zeltes zu schneiden.

WÄHLE ROBUSTE SORTEN AUS

Obwohl wir sicher sind, dass Dein Zelt großartig sein wird, empfehlen wir Dir, beim ersten Mal eher robuste Sorten anzubauen. Falls doch irgendetwas schief laufen sollte, erwartet Dich dann nicht die Höchststrafe. Du wirst trotzdem Blüten erhalten, die Du genießen kannst, während Du Dir Gedanken darüber machst, was Du für den nächsten Anbau noch verbessern kannst. Falls Du Dir beispielsweise Sorgen machst, dass Licht eindringen könnte, wähle einfach autoflowering Sorten aus, denen Änderungen im Lichtzyklus nichts ausmachen.