Wie kann man Gras decarboxylieren und warum ist das ein Muss?


Wie kann man Gras decarboxylieren und warum ist das ein Muss?

Es wird stark empfohlen das Marihuana vor dem Kochen zu decarboxylieren, um somit stärkere psychoaktive Effekte zu erreichen und das volle medizinische Potenzial nutzen zu können. Dieser Schritt stellt sicher, dass kein Gras verschwendet wird, das ansonsten während der Zubereitung vielleicht keine richtige Decarboxylierung erfahren hätte.

WIE DU DEIN CANNABIS VOR DEM KOCHEN DECARBOXYLIEREN KANNST

  • Um Marihuana vor dem Kochen zu decarboxylieren, musst Du Deinen Ofen auf 115°C/240°F vorheizen.
  • Nimm dann die gewünschte Menge Cannabis und zerkleinere sie in Fetzen.
  • Im Anschluss legst Du die Fetzen auf ein Backblech mit Backpapier und stellst es in den Ofen.
  • Das Gras sollte zwischen 30-40 Minuten gebacken und ungefähr alle 10 Minuten ein wenig umgelegt werden - somit stellt man sicher, dass es auch gleichmäßig erhitzt wird.
  • Nach der empfohlenen Zeitspanne sollte das Cannabis einen eher dunklen Braunton angenommen haben. Dann kannst Du es aus dem Ofen nehmen und zum abkühlen wegstellen.

Jede Temperatur die 204.4°C/400°F überschreitet wird den Terpenen-Gehalt und die allgemeine Qualität des Cannabis drastisch reduzieren. Seine leckeren Rezepte mit außergewöhnlichen Geschmäckern und Gerüchen anzureichern kann man dann vergessen.

WAS PASSIERT BEIM DACARBOXYLIEREN MIT DEINEM WEED?

Es ist wichtig sich klarzumachen, dass die chemischen Bestandteile von rohem Cannabis nicht zwangsläufig wirkungsvoll sind. Eine Erhitzung, die auch als Decarboxylierung bekannt ist, ist notwendig, um die Moleküle der rohen Pflanze in aktive Cannabinoide umzuwandeln.

Es sind beispielsweise nur verschwindend geringe oder überhaupt keine Ansammlungen von THC in rohen Cannabispflanzen. Abhängig davon, um welche Sorte es sich handelt, ist aber höchstwahrscheinlich eine Menge THCA vorhanden - auch bekannt als Tetrahydrocannabinolsäure.

Sobald Hitze ins Spiel kommt, trennen sich die THCA Moleküle von einer Carboxylgruppe und werden somit in THC umgewandelt. Das THC ist dann in der Lage, sich an Endocannabinoidrezeptoren im Gehirn und im Körper zu binden - das führt schlussendlich zu den psychotropischen Wirkungen.

Aus diesem Grund wird man auch nicht High, wenn man einfach rohes Cannabis isst - es gibt aber andere Gesundheitsvorteile, die man erfährt, wenn man die rohen Pflanzen beispielsweise in Salaten, Säften und dergleichen verspeist.

Der Grund dafür, dass beim Rauchen ein psychoaktiver Effekt wahrgenommen wird, ist, dass das Pflanzenmaterial entsprechend erhitzt wurde und somit das THCA in einem kurzen und intensiven Zeitabschnitt zu THC werden konnte. Das frisch geformte THC kommt dann problemlos in die Atemwege, die Blutbahn und das Gehirn.

Die Decarboxylierung ist auch notwendig, um CBDA in CBD umzuwandeln. Dieser Vorgang führt dazu, dass die Moleküle aus biologischer Hinsicht besser genutzt werden können und ermöglicht es ihnen, ihre Wirkung im Körper viel schneller zu entfalten.

Wir verstehen, dass der Graskonsum und das Kochen mit Marihuana ein extremst spannend ist. Leider führt diese Spannung aber auch oft dazu, dass man mit ein bisschen zu wenig Geduld an die Sache geht. Wenn man sich nicht stressen lässt, kann man schlussendlich bessere und wirksamere Ergebnisse erzielen. Die Decarboxylierung bei niedrigeren Temperaturen verzögert den gesamten Prozess zwar ein wenig, führt allerdings dazu, dass andere im Cannabis enthaltene Stoffe, die Terpene, nicht beschädigt werden.

Wenn man Cannabis anbaut, damit kocht und es konsumiert, geht es einem oft nicht hauptsächlich um die Cannabinoide.

Terpene sind die Moleküle, die dafür verantwortlich sind, dass verschiedene Marihuanasorten eine Vielzahl von unterschiedlichen Gerüchen und Geschmäckern haben können - Zitrusfrüchte-, Beeren- und Ananasaroma, die Auswahl ist groß. Diese Moleküle sind aber nicht nur für den gesteigerten Sinnesgenuss verantwortlich, sie haben auch einige medizinische Eigenschaften und schaffen durch die Zusammenarbeit mit THC unterschiedliche psychoaktive Effekte.