Warum wirkt Cannabis bei mir anders als bei meinen Freunden?


Warum wirkt Cannabis bei mir anders als bei meinen Freunden?

Hallo zusammen!

Üblicherweise rauche ich zusammen mit meinen Freunden. Auch wenn wir mit egal welchem Gerät die gleichen Mengen konsumieren, werde ich nie so high wie meine Freunde. Mache ich etwas falsch? Sollte ich mehr rauchen, um den gleichen Effekt zu erzielen? Oder könnte es einen anderen Grund geben?

Grüße aus Deutschland!

Johan.

P.S. Meine Freunde und ich lieben Eure Website!


Hi Johan,

Zuallererst sind wir froh darüber, dass unsere Website Dir und Deinen Freunden gefällt! Wir geben unser Bestes!

Um Deine Frage zu beantworten, müssen wir sagen, dass es kein einheitliches Maß für die Wirkung von Cannabis gibt. In der gleichen Weise, wie jede Person unterschiedlich auf Kaffee oder Süßigkeiten reagiert, hängt das High von Cannabis stark von Deinem Körper und Deiner einzigartigen DNA ab.

JEMALS EIN ANDERES HIGH ALS DEINE FREUNDE ERLEBT?

Falls Du jemals eine harte Rauchsession mit Deinen Freunden hattest, ist Dir vielleicht aufgefallen, dass Du, obwohl Du Die gleiche Sorte wie Deine Freunde geraucht hast, eine andere Wirkung verspürt hast und Dich vielleicht ziemlich entspannt und faul gefühlt hast, während Deine Freunde das komplette Gegenteil erlebt und sich energetisiert und aufgedreht fühlten.

UNSER ENDOCANNABINOID-SYSTEM

UNSER ENDOCANNABINOID-SYSTEM

Bevor wir in einem See von wissenschaftlichem Fachjargon untergehen, ist es sinnvoll zu erklären, wie unser Körper und Cannabis zusammenwirken. Endocannabinoide sind chemische Stoffe, die natürlicherweise in unserem Körper vorkommen und uns dabei helfen, uns weniger ängstlich zu fühlen oder schmerzlindernd wirken.

Wenn wir Cannabis rauchen oder essen, liefert Cannabis Cannabinoide, die dann die Stelle der Endocannabinoide einnehmen. Einfach gesagt wären sowohl unsere internen Endocannabinoide als auch von außen zugeführte Cannabinoide ohne unser Endocannabinoid-System nutzlos.

In unserem gesamten Körper befinden sich Cannabinoid-Rezeptoren, entweder CB1- oder CB2-Rezeptoren, die zum Endocannabinoid-System gehören und reagieren, sobald sie in Kontakt mit Cannabinoiden oder Endocannabinoiden kommen. Diese Reaktion kann durch das Rauchen von Cannabis entweder intensive Euphorie oder ein schläfriges und beduseltes Gefühl induzieren, wenn das Cannabinoid CBN (Cannabinol) konsumiert wird.

TOLERANZ, PHYSISCHE FITNESS UND ERNÄHRUNG

Wenn Du qualitativ hochwertiges oder einfach nur viel Cannabis konsumierst, wird sich Deine Toleranz allmählich aufbauen. Es kann sein, dass Deine Toleranz viel höher als die Deiner Freunde ist und Du aus diesem Grund beim Rauchen derselben Menge einen geringeren Effekt verspürst.

Ähnlich wie beim Alkoholkonsum kann auch die körperliche Fitness eine bedeutende Rolle spielen. So kann Cannabis Dich viel intensiver treffen, wenn Du müde bist.

Es gibt eine Theorie, dass der Verzehr einer Mango die Wirkung von Cannabis intensivieren kann. Das liegt daran, dass Mango Myrcen enthält, welches die Durchlässigkeit der Zellen in unserem Körper erhöht. Daher kann es sehr wohl auch an Deiner von Deinen Freunden abweichenden Ernährung liegen, dass Du ein anderes High erlebst.

UNSERE GENE SPIELEN EINE SCHLÜSSELROLLE

Während einige Variablen der Wirkung von Cannabis auf Deine Toleranz, Gemütsverfassung, was Du den Tag über gegessen hast und Deine physische Fitness zurückzuführen sind, ist der wahrscheinlich wichtigste zu beachtende Faktor, wie Dein Körper auf Cannabis reagiert, Deine DNA.

Obwohl wir grundsätzlich auf die gleiche Art und Weise funktionieren und die Notwendigkeit für Nahrung und Wasser teilen, gibt es von Person zu Person kleine Variationen in unserem genetischen Bauplan, die für die unterschiedliche Wirkung von Cannabis verantwortlich sein können. Wie berauscht wir werde oder wie eine bestimmte Sorte uns fühlen lässt, fällt beides in denselben Bereich. Kleinste Variationen oder Mutationen in Teilen unserer DNA können dazu führen, dass eine Person sich viel stärker berauscht als eine andere Person fühlt, obwohl beide exakt die gleiche Dosis konsumiert haben.

Die DNA definiert, wer wir sind und ist der in allen Organismen vorhandene Bauplan.

LAUT FORSCHUNG VERURSACHEN MUTATIONEN DER DNA SUBTILE UNTERSCHIEDE

LAUT FORSCHUNG VERURSACHEN MUTATIONEN DER DNA SUBTILE UNTERSCHIEDE

Studien haben aufgedeckt, dass kleine Variationen in unseren CB1- und CB2-Rezeptoren darauf hindeuten, warum jeder unterschiedlich auf das Rauchen oder den Verzehr von Cannabis reagiert.[1] Vielleicht spielen unsere Gene eine Rolle dabei, wie viele Rezeptoren wir ausbilden? Vielleicht bindet THC bei einigen Personen besser an die Rezeptoren? Es könnte eine Vielzahl von Faktoren geben, die durch unsere DNA vorgegeben werden.

Tatsächlich wurde bei Erwachsenen eine seltene genetische Mutation identifiziert, die bewirkt, dass sie einen höheren Endocannabinoid-Spiegel in ihrem Körper haben, was die Auswirkungen von Angst und Depression vermindern kann.[2]

Anhand dieser kleinen Unterschieden in unserer DNA konnten Forscher bestimmen, dass einige Patienten als Resultat ihrer genetischen Unterschiede anders auf das Vorhandensein von THC reagierten.[3] Einige Patienten erlebten durch THC eine stärkere Beeinträchtigung ihres Gedächtnisses, als andere Personen in der gleichen Kontrollgruppe.

Während es momentan keine Möglichkeit gibt, zu bestimmen, wie Du auf den Konsum von Cannabis reagieren wirst, wird Deine genetische Struktur eine Schlüsselrolle dabei spielen, wie Du Dich im Vergleich zu anderen Personen fühlen wirst. Insgesamt sind die Effekte im Allgemeinen die selben, doch es gibt kleine Nuancen, wie etwa die Dauer der Wirkung oder ob Du Dich schläfrig oder energetisiert fühlst, die durch die internen Abläufe Deines Dir ureigenen genetischen Bauplans bestimmt werden. Die beste Strategie ist erst kleine Mengen auszuprobieren und die Dosis allmählich zu steigern.

Wir hoffen, dass dies Deine Frage einigermaßen beantwortet hat und wir bald wieder von Dir hören!

Alles Gute,

Team CannaConnection

Verweise

  1. ^ Medicinal Genomics, Genetic moderation of the effects of cannabis: Catechol-O-methyltransferase (COMT) affects the impact of ∆9-tetrahydrocannabinol (THC) on working memory performance but not on the occurrence of psychotic experiences, abgerufen January-09-2019
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  2. ^ NCBI, Rare genetic variants in the endocannabinoid system genes CNR1 and DAGLA are associated with neurological phenotypes in humans, abgerufen January-09-2019
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  3. ^ NCBI, Genetic moderation of the effects of cannabis: catechol-O-methyltransferase (COMT) affects the impact of Δ9-tetrahydrocannabinol (THC) on working memory performance but not on the occurrence of psychotic experiences., abgerufen January-09-2019
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