Kann CBD bei Antibiotikaresistenz helfen?


Kann CBD bei Antibiotikaresistenz helfen?

CBD hat in jüngster Zeit als potenziell wirksame Nahrungsergänzung einiges an Aufmerksamkeit erhalten. Derzeit versuchen Forscher festzustellen, ob das Cannabinoid Auswirkungen auf einige unserer am meisten verwendeten Medikamente haben könnte: Antibiotika.

"Aber warum sollten Antibiotika CBD brauchen? Stimmt etwas nicht mit den Antibiotika?" Nun, es gab eine Zeit, als mit den Antibiotika alles in Ordnung war und kein Ersatz benötigt wurde. Aber genau wie sich Tiere und Menschen weiterentwickelt haben, um sich den Bedingungen anzupassen, gilt dies auch für Krankheiten wie Tuberkulose und Lungenentzündung, die mittlerweile Behandlungen überleben, von denen sie einst ausgelöscht wurden. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass dies nicht Millionen von Jahren gedauert hat – es ist vielmehr im Verlauf von ein paar Jahrzehnten passiert.

WAS IST ANTIBIOTIKARESISTENZ?

Diesem Phänomen hat man den Namen Antibiotikaresistenz gegeben. Es ist global, betrifft alle Altersgruppen und Lebensbereiche und es wird in Gebieten immer schlimmer, in denen Antibiotika allgemein zugänglich sind. Diese werden an Orten, an denen ein Rezept erforderlich ist, ziemlich freigiebig verteilt; allerdings setzt man sie an Orten, an denen kein Rezept erforderlich ist, noch häufiger ein.

Da wir nicht viel tun können, um die derzeit gebräuchlichen Antibiotika wieder wirksam zu machen, müssen wir uns darauf konzentrieren, einen geeigneten Ersatz zu finden. In diesem Zusammenhang hat man begonnen, CBD als mögliche Option zur Bekämpfung schädlicher Bakterien zu untersuchen. Bevor wir auf die Details eingehen, wollen wir schon an dieser Stelle darauf hinweisen, dass CBD zwar keine Alternative anbieten kann, positive Untersuchungen aber dennoch nahelegen, dass es zumindest gute Wechselwirkungen geben könnte.

ANTIBIOTIKARESISTENZ: EINE ÄUẞERST KRITISCHE LAGE

Da dies bisher eine Menge an Informationen auf einmal war, wollen wir einen Schritt zurücktreten und uns ein besseres Bild von dem vorliegenden Problem machen. Wir hatten zu Beginn bereits angesprochen, dass man unter der Antibiotikaresistenz das Phänomen versteht, dass eine Krankheit gegen genau die Medikamente resistent geworden ist, die zu ihrer Behandlung verwendet werden.

Die Antibiotikaresistenz entsteht, indem anfängliche Erfolge durch einen Misserfolg abgelöst werden, was zu einer äußerst misslichen Lage führt. Schließlich verbreiteten sich Antibiotika zuerst und man vertraute ihnen, weil sie ursprünglich äußerst wirksam waren. Schädliche Bakterien tauchten auf (und tun es immer noch), aber man konnte einfach ein paar Antibiotikatabletten nehmen und alles war wieder in Ordnung.

Wie uns ein altes Sprichwort lehrt, kann man jedoch auch zu viel des Guten tun. Ärzte begannen, Antibiotika zu verschreiben, selbst wenn ihre Patienten sie nicht wirklich brauchten. Diese wiederum zögerten nicht, sie auch einzunehmen.

"Nur sicherheitshalber", dachten die Menschen, ohne zu wissen, dass dies den krankheitsverursachenden Bakterien, die sie eigentlich bekämpfen wollten, einen Vorteil verschaffen würde.

WIE UND WARUM ENTSTEHT DIE ANTIBIOTIKARESISTENZ

An diesem Punkt fragst Du Dich vielleicht, warum ein verstärkter Einsatz von Antibiotika überhaupt zu einer Antibiotikaresistenz führen kann. Und selbst wenn eine Antibiotikaresistenz entstehen könnte, würde dies nicht ebenso lange dauern wie die Evolution von Tieren und Menschen?

Mikrobiologen erklären uns allerdings, dass diese evolutionären Ereignisse bei Bakterien viel schneller ablaufen. Selbst nach einer wirksamen Antibiotikabehandlung kann es passieren, dass eines der Bakterien irgendwie überlebt.

Von dort aus kann es sich wieder vermehren und eine neue Generation von Bakterien hervorbringen, die wiederum insgesamt der Behandlung besser widerstehen können. Die erste Generation mag noch nicht sehr erfolgreich sein, aber jede nachfolgende Generation wird immer besser überleben können.

Da ihr Fortpflanzungszyklus nur den Bruchteil eines Bruchteils des Fortpflanzungszyklus eines Tieres oder Menschen ausmacht, geht diese Entwicklung relativ gesehen im Handumdrehen vonstatten.

HÄUFIGE ARTEN VON ARZNEIMITTELRESISTENTEN BAKTERIEN

Mit Blick darauf, wie verbreitet die Bedrohung ist, erscheint es ratsam, sich mit den Typen arzneimittelresistenter Bakterien vertraut zu machen. Wir können hier nicht alle abhandeln, weshalb wir uns auf einige wichtige Beispiele beschränken werden.

MRSA - METHICILLIN-RESISTENTER STAPHYLOCOCCUS AUREUS

Wir empfinden Infektionen mit Staphylokokken normalerweise zwar als störend, nehmen sie aber nicht als besondere Bedrohung wahr. Mittlerweile hat sich allerdings ein arzneimittelresistenter Bakterienstamm, der diese Infektion verursacht und den man als Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) kennt, nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in umliegenden Gemeinschaften verbreitet.

Mrsa - methicillin-resistenter staphylococcus aureus

TB - MYCOBACTERIUM TUBERCULOSIS

Eine der berüchtigtsten bakteriellen Infektionen, die Tuberkulose (TB), ist zwar behandelbar, es dauert jedoch sechs Monate bis zu zwei Jahren, um sie zu heilen – falls die Antibiotika wirken. Derzeit sind die beiden wichtigsten Anti-TB-Medikamente jedoch praktisch unwirksam, weshalb sich die multiresistente TB (MDR-TB) zu verbreiten beginnt. Dies fordert unsere Fähigkeit heraus, die Krankheit überhaupt zu behandeln, geschweige denn zu heilen.

CRE - CARBAPENEM-RESISTENTE ENTEROBAKTERIEN

Erinnerst Du Dich an die Ausbrüche von E. coli im Zusammenhang mit Spinat im Jahr 2006? Derselbe Bakterienstamm wird von Tag zu Tag arzneimittelresistenter, was für die gesamte Familie der Enterobakterien gilt. Insbesondere als Carbapenem-resistente Enterobakterien (CRE) bekannte Stämme können manchmal lebensbedrohliche Krankheiten verursachen.

KÖNNTE CBD ANTIBIOTISCH WIRKEN?

Das führt uns zu unserer Ausgangsfrage: Könnte CBD in der Lage sein, antibiotisch zu wirken?

Wissenschaftler versuchen seit langem, diese Frage zu beantworten. Die erste Studie, die wir finden konnten, wurde 1976 durchgeführt und beschrieb die minimalen Konzentrationen von THC und CBD, die zur Hemmung von Staphylokokken und Streptokokken nötig waren. Eine andere Studie, die man 2008 durchführte, ergab, dass eine Vielzahl von Cannabinoiden, zu denen auch CBD gehörte, ein gewisses Potenzial haben könnte, dieses jedoch nicht vollständig zeigte.

Mit anderen Worten haben wir weder für das eine, noch das andere einen Beweis. Allerdings weisen jüngste Ergebnisse in eine viel positivere Richtung.

Im März 2020 veröffentlichte Scientific Reports eine Studie, die zeigt, wie CBD möglicherweise zur Bekämpfung von Staphylokokken und anderen grampositiven Bakterien beitragen kann. Kurz gesagt gehören diese Bakterien zu einer bestimmten Unterkategorie, die über eine Zellwand verfügen, die sie gegen die meisten Antibiotika-Behandlungen resistent macht.

In der Studie beobachteten die Wissenschaftler, dass CBD das Membranpotential schädlicher Bakterien verringern konnte. In Kombination mit Bacitracin (BAC) verringerte das Cannabinoid ebenso die Autolyseraten der Bakterien und minimierte die Expression des als ezrA bekannten Zellteilungsregulatorgens.

KANN MAN CBD UND ANTIBIOTIKA ZUSAMMEN EINNEHMEN?

Es ist also klar, dass CBD zwar eine positive Wirkung haben kann, derzeit jedoch für sich genommen nicht für antibiotische Zwecke erwogen oder angewendet werden kann.

In Anbetracht dessen fragst Du Dich jetzt möglicherweise, ob die gleichzeitige Einnahme von CBD und Antibiotika sogar noch besser funktionieren könnte als deren jeweilige alleinige Anwendung. Nun, dies kann leider kompliziert werden, was an der Art und Weise liegt, wie unser Körper Substanzen verarbeitet.

Um genauer zu sein, hat CBD das Potenzial, die Geschwindigkeit zu beeinflussen, mit der unser Körper Antibiotika metabolisiert. Es interagiert in unserer Leber mit bestimmten Enzymen und verändert unser System auf eine Weise, die zu so nicht gewollten erhöhten Dosen von Antibiotika – oder CBD – im Körper führen kann. Daher sollten CBD und Antibiotika nicht zusammen eingenommen werden.