Marihuana-VIP: Bernie Sanders


Marihuana-VIP: Bernie Sanders

Bernie Sanders ist ein amerikanischer Karriere-Politiker, der die meiste Zeit seines Lebens für eine “dritte Partei” oder als unabhängiger Kandidat zu den Wahlen antrat. Er begann seine politische Karriere Mitte der 70er Jahre in Vermont als Sozialist.

Die meisten Menschen kennen ihn heute als den erfolgreichsten sozialistischen Politiker in den USA, als den lustig aussehenden Mann, der beinahe Hillary geschlagen hätte und natürlich als einen der führenden Befürworter der Legalisierung von Cannabis.

BERNIE SANDERS' GESCHICHTE IN KURZFORM

Sanders wurde in Brooklyn, New York, in eine Einwandererfamilie der Arbeiterklasse mit einer jüdisch-polnischen Abstammung geboren. Er wurde zitiert gesagt zu haben, dass niemand ohne Essen oder Kleidung zurecht kommen musste, doch dass “größere Einkäufe” wie Teppiche und Vorhänge eine Herausforderung dargestellt haben. Seine beiden Eltern starben, bevor er Mitte zwanzig war.

Er hat sich schon immer für Politik interessiert. Sein Interesse wurde durch die Erfahrung der Generation seiner Eltern als europäische Flüchtlinge vor Hitlers Holocaust ausgelöst.

Im Jahr 1964 hatte Sanders die Universität von Chicago absolviert. Während seines Studium gehörte er gewaltlosen zivilen Interessengruppen an. Er registrierte sich auch als Kriegsdienstverweigerer für den Vietnamkrieg. Er wurde nie eingezogen. Im Amt kritisierte er Veteranen jedoch nie und war ein unerschütterlicher Fürsprecher für ihre Rechte.

Im Jahr 1968 zog Sanders nach Vermont und trat direkt in die Politik ein. Er war erst ein Wahlkampfmanager, dann ein Politiker und gewann im Jahr 1981 seinen ersten Wahlkampf mit nur 10 Stimmen Vorsprung und wurde somit zum Bürgermeister von Burlington. Burlington ist die größte Stadt in Vermont.

Er bezeichnete sich selbst weiterhin als Sozialist und im Jahr 1990 wurde Sanders in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gewählt. Im Jahr 2006 wurde er zum Junior Senator des Bundesstaats Vermont.

Am 30. April 2015 forderte Sanders Hillary Clinton für die bevorstehende demokratische Nominierung heraus. Es war eine bedeutende Kampagne. Zunächst wurde es als “socialist long shot” (ein ziemliche hoffnungsloser sozialistischer Fall) betrachtet, doch er gewann schließlich 23 Vorwahlen und bei Fraktionssitzungen, sowie 43% der Delegierten.

Er lehnte es fortwährend ab, Geld von einem PAC (Political Action Committee) oder Interessengruppen zu akzeptieren.

Sein starker Auftritt während des demokratischen Nominierungsprozesses und die Niederlage Hillary Clintons gegen Trump festigten seinen Ruf als starke, amerikanische und linke Stimme.

Der Widerstand gegen einige der grundlegenden Ideen der Sanders-Plattform kostete die Partei eindeutig nicht nur Unterstützung, sondern auch Debbie Wasserman Schultz – Leiterin des Democratic National Committees – ihren Job.

Nachdem Hillary die Nominierung gewonnen hatte, wurden E-Mails veröffentlicht, in denen stand, dass Wasserman Schultz die Sanders Kampagne geschwächt haben soll, um Hillary den Vorteil zu geben, um die Nominierung zu gewinnen.

EIN KÄMPFER FÜR PROGRESSIVE ANLIEGEN

Es gab kein einziges “progressives” Anliegen, an dem Sanders als föderativ gewählter Politiker nicht beteiligt war.

Dies beinhaltet eine Reihe von “grünen” Anliegen, einschließlich das gegen Atomkraft. Sanders hat auch eine Reihe von Gesetzesentwürfen für nachhaltige Gemeinschaften zum Schutz der Strom- und Wasserinfrastruktur und Grünflächen unterstützt.

Er war auch ein konsequenter Kritiker des Patriot Acts, eines der weitreichendsten föderalen Gesetze nach dem 11. September, das die Bürgerrechte schwächte. Er war auch immer gegen die Kriege im Irak und in Afghanistan. Er war ein leidenschaftlicher Verfechter der Freiheit des Internets.

Während des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrhunderts etablierte er sich als eine starke Stimme für die Bankenreform. Dies schloss seine Stimme gegen die Rettung der Banken nach dem Finanzcrash im Jahr 2008 ein. Sein Grund? Es war ein “Gesetzesentwurf für Sozialhilfe” für Milliardäre.

Er war schon immer gewerkschaftsfreundlich.

Es gibt immer noch viele Menschen in den USA, die nach dem Slogan “feel the Bern” leben wollen. Infolgedessen wird erwartet, dass Sanders im Jahr 2020 erneut für das Amt des Präsidenten kandidieren wird.

BERNIE UND DER KAMPF UM DIE LEGALISIERUNG VON CANNABIS

Sanders ist einer der wenigen Babyboomer-Politiker, der sich konsequent für eine Cannabisreform eingesetzt hat. In der Tat hat er die einzige nicht aufgesetzte Vorgeschichte und Herangehensweise an die Legalisierung aller Politiker auf Bundesebene in den USA.

Er gibt offen zu, dass er in seinem Leben schon mal Gras probiert hat und während der Präsidentschaftskampagne im Jahr 2016 wurde er der erste große Kandidat, der die Legalisierung von Cannabis befürwortete. Es ist unter anderem diese Position, die Millennials motiviert, auf die Straße zu gehen und ihn zu wählen.

Derzeit ist er einer der Sponsoren des Marijuana Justice Acts, des weitreichendsten Gesetzes zur Cannabisreform, das jemals in den US-Kongress eingeführt wurde. Wenn es verabscheidet wird, würde Cannabis damit aus dem Controlled Substance Act entfernt werden.

Dies würde es den Staaten wiederum ermöglichen, Cannabis zu legalisieren, ohne Angst vor staatlichen Eingriffen haben zu müssen. Es würde auch Bundesmittel von Staaten zurückhalten, die die Droge weiterhin kriminalisieren und diskriminierende unverhältnismäßig hohe Haftstrafen im Zusammenhang mit Cannabiskonsum haben. Bundesgerichte müssten frühere Verurteilungen tilgen und die Verurteilten könnten Zivilklagen gegen solche Staaten einreichen.

FEEL THE BERN

Bernie Sanders hat in der amerikanischen Öffentlichkeit und in der ganzen Welt einen großen Einfluss ausgeübt und seine Befürwortung von Cannabis zu einem wichtigen Teil der globalen Reform gemacht. Als ein weitgehend konsistenter Politiker, der während seines ganzen Lebens die gleichen progressiven Werte beibehalten hat, wird Sanders’ Vermächtnis als Marihuana-VIP sein Leben noch lange überdauern.

Wir können nur hoffen, dass mehr Politiker seine offene Haltung gegenüber Politik und Cannabis annehmen. Weiter so, Bernie!