Marihuana und Meditation: Die perfekte Kombination?


Marihuana und Meditation: Die perfekte Kombination?

Auf kurze Sicht ist das Ziel von Meditation sich in eine Stille des Geistes zu versetzen und sich von der zyklischen Natur der Gedanken loszulösen. Das durch Cannabiskonsum hevorgerufene High könnte als wirksames Hilfsmittel dienen, diesen Ort zu erreichen.

Meditation und Cannabis sind beide seit tausenden von Jahren Teil der menschlichen Kultur. In manchen Fällen wurde beides sogar in Verbindung miteinander gebraucht, um höhere Bewusstseinsebenen und Erleuchtung zu erlangen, wie es bei den Sadhus im Hinduismus der Fall ist.

Wenn es um das Erreichen von friedvollen und gegenwärtigen Bewusstseinszuständen geht, scheinen sowohl Meditation als auch Cannabis Vorteile aufzuweisen. Es macht also Sinn, dass die gemeinsame Verwendung von beiden effektiv funktionieren könnte.

WARUM MEDITIEREN MENSCHEN?

Es gibt einen Batzen von Gründen dafür, warum Menschen meditieren sollten. Die Wissenschaft ist ins Studium der Meditation eingetaucht und eine Vielzahl von Vorteilen entdeckt: psychologisch, physiologisch und emotional.

Die meisten Menschen würden zustimmen, dass einer der Hauptzustände, nach dem Menschen im Leben streben, die Erfahrung von Glück ist. Glück ist ein Zustand, der durch Freude, Zufriedenheit und Vergnügen gekennzeichnet ist. Was könnte man daran nicht mögen?

Jeder hat vermutlich seine eigene genaue Definition von Glück und seinen eigenen Pfad, es zu erlangen, doch die Anteile von kognitiven Leiden wie Depression, Angst und Stress schießen in der modernen westlichen Gesellschaft in die Höhe. Etwas ist aus dem Gleichgewicht geraten und eine Menge Menschen erfahren Glück nicht oft genug, wenn überhaupt.

Zufällig könnte der simple Akt der Meditation als Puffer gegen diese Leiden agieren und uns helfen, emotional belastbarer und stärker zu werden. Er könnte uns sogar helfen, glücklicher zu werden.

MEDITATION ALS PUFFER GEGEN DEPRESSION

Eine wissenschaftliche Arbeit, die in der Fachzeitschrift "Cognitive Therapy and Research" veröffentlicht wurde, untersuchte die Effekte von Achtsamkeitsmeditation auf Depression.[1] Die Forscher, die die Studie durchführten, analysierten die Effekte von bewusstseinsbasierter Stressreduktion auf eine Gruppe von Individuen, die lebenslange affektive Störungen hatten.

Es wurde herausgefunden, dass Achtsamkeitsmeditation zu einer Verringerung des nachdenklichen Denkens führte, einer kognitiven Eigenschaft, die mit depressiven Störungen in Verbindung gebracht wird.

MEDITATION LINDERT ANGST

Belege deuten außerdem die Wirksamkeit von Meditation bei der Behandlung von Angst an, einem Zustand, der mit Anspannung, Panik und Furcht assoziiert wird. Eine wissenschaftliche Arbeit, erschienen in der Fachzeitschrift "General Hospital Psychiatry", bespricht eine Studie, die statistische Verbesserungen bei subjektiven und objektiven Symptomen von Angst und Panik bei Testpersonen nach der Teilnahme an einem 8-wöchigen Stressreduzierungseingriff zeigte, die auf Achtsamkeitsmeditation basierte.[2]

Die Autoren der Arbeit stellen fest, dass "ein intensiver, aber zeitlich begrenzter Stressreduktionseingriff bei einer Gruppe basierend auf Achtsamkeitsmeditation nachhaltige nützliche Effekte bei der Behandlung von Menschen haben kann, bei denen Angststörungen diagnostiziert wurden".

MEDITATION SCHÜTZT GEGEN STRESS

MEDITATION SCHÜTZT GEGEN STRESS

Stress ist in unseren modernen Zeiten keine Seltenheit. Menschen sind an einem einzigen Tag vielen Ereignissen ausgesetzt, die unsere interne Stressantwort auslösen können. Stress verursacht nicht nur einen unerwünschten emotionalen Zustand, seine Auswirkungen könnten sich über die Zeit anhäufen und zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Tatsächlich wird Stress mit hohem Blutdruck, Herzerkrankungen, Fettleibigkeit und Diabetes in Verbindung gebracht. Meditation könnte als leichtes und simples Mittel der Verhinderung und Behandlung von Stress dienen.

Eine wissenschaftliche Arbeit, die in der Fachzeitschrift "Psychosomatic Medicine" publiziert wurde, sah sich die Wirkung von Achtsamkeitsmeditation auf Stress an.[3] Die Studie bezog sich auf eine Gruppe von ambulanten Krebspatienten. Die Forscher folgerten, dass "dieses Programm bei der Verringerung von Stimmungsstörungen und Stresssymptomen sowohl bei männlichen als auch weiblichen Patienten mit einer Vielzahl von Krebsdiagnosen, Krankheitsstadien und Altersgruppen wirksam war". Diese vielversprechenden Ergebnisse zeigen die Möglichkeit von Meditation, die als ein Mittel für die Verringerung von Stressbelastung angewandt wird.

MEDITATION KÖNNTE SOGAR DAS IMMUNSYSTEM STÄRKEN

Abgesehen von der Geistesverfassung könnte Meditation sogar dazu in der Lage sein, unser Immunsystem zu stärken und uns vor gewissen Krankheiten zu schützen. Eine Veröffentlichung, erschienen in der Fachzeitschrift "Psychosomatic Medicine", dokumentierte eine Studie, die die Auswirkungen von Achtsamkeitsmeditation auf das Gehirn und Immunsystem untersuchte.[4] Die Testpersonen durchliefen ein 8-wöchiges klinisches Trainingsprogramm in achtsamer Meditation.

Die Forscher schlussfolgerten, dass "diese Ergebnisse demonstrieren, dass ein kurzes Programm in Achtsamkeitsmeditation nachweisliche Effekte auf Gehirn- und Immunfunktion bewirkt. Diese Befunde legen nahe, dass Meditation Gehirn- und Immunfunktion auf positive Weise verändern könnte und heben die Notwendigkeit von weiterführender Forschung hervor".

MEDITATION LÄSST DICH INS JETZT EINTAUCHEN

Fernab von exakter Wissenschaft wird von Meditation auch berichtet, dass sie einige tiefgreifende, subjektive Effekte hat, die sich um den gegenwärtigen Moment drehen. Während der Meditation erreichen Menschen oft Zustände, in denen sie eine "Entspannungsantwort"erleben.

Die Wasser des Geistes stehen still und jedes Geräusch sowie jede Empfindung scheinen äußerst hervorgehoben. Der Geist steigt von der konstanten Tretmühle von zufälligen Gedanken ab und macht sich von dem Stress des Lebens frei. Ungeachtet der langfristigen Vorteile von Meditation ist es leicht zu sehen, warum diese Praktik für solch einen langen Zeitraum als heilig verehrt wurde.

Es ist darüber hinaus interessant zu bemerken, wie ähnlich dieser kognitive Zustand dem High-Sein ist. Kein Wunder, dass Meditation und Cannabis einander auf vielfältige Weise zu verstärken scheinen. Lass uns ansehen, wie genau Cannabis die meditative Erfahrung aufwerten könnte.

WIE CANNABIS MEDITATION VERSTÄRKEN UND AUFWERTEN KANN

WIE CANNABIS MEDITATION VERSTÄRKEN UND AUFWERTEN KANN

Es gibt viele Meditationsformen. Manche Arten sind eng mit religiösen Praktiken verknüpft und andere operieren aus weltlichen und sogar wissenschaftlichen Wurzeln heraus. Achtsamkeitsmeditation entstammt antiken östlichen Traditionen, wird jedoch weithin als weltliches Mittel ausgeübt, um dem gegenwärtigen Moment näherzukommen und dem Geist Ruhe zu bringen.

Cannabis ist ebenso bekannt dafür, einen ähnlichen Geisteszustand zu erzielen. Das Kraut wird stereotypisch sogar mit dem Archetyp des chilligen Surfers assoziiert. Wir leben in einer extrem schnelllebigen Gesellschaft, geschäftig mit Reizen, stressigen Ereignissen und Menschen sowie Projekten, die ständig danach trachten, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist einfach zu erkennen, warum viele Menschen nicht meditieren und warum jene, die es tun, Schwierigkeiten dabei haben sich aus dem Chaos herauszuziehen und einen inneren Zustand der Ruhe und Gelassenheit zu erreichen.

Aus diesem Grunde könnten die durch das Rauchen von Weed katalysierten beruhigenden, euphorischen und entspannenden Empfindungen die perfekte Plattform sein, von der aus man Meditation durchführt. Cannabisnutzer beschreiben das psychoaktive High oft als das Eintauchen in den gegenwärtigen Moment und als Auflösung ihrer Sorgen über die Vergangenheit und Ängste, die die Zukunft betreffen.

Der direkteste Weg, wie Cannabis Meditation aufwerten kann, ist durch das kurzzeitige High, das das Kraut erzeugt. Die mit einem Cannabisrausch verbundene Stille und Hervorhebung des Jetzt ist ein Stück weit ein Sprungebrett in eine tiefgründige und effektive Meditationserfahrung. Es ist aber nicht nur dieses kurzzeitige Gefühl, das dieses Paar so mächtig macht; sie scheinen zudem ähnliche nachhaltige Vorteile zu haben, die gut zusammenarbeiten, insbesondere, wenn es um die Leistung des Gehirns geht.

Wissenschaftler an der Universität Bonn und der Hebrew University of Jerusalem in Israel leiteten eine Studie, die aufzeigte, dass Cannabis den Alterungsprozess des Gehirns rückgängig machen könnte.[5] Die Studie wurde unter der Verwendung von Mäusemodellen durchgeführt und zeigte, dass ältere Mäuse mit einer regelmäßigen, aber niedrigen Dosis Cannabis den Zustand von zwei Monate alten Mäusen zurückerlangen konnten. Die Forscher glauben, dies könne auf eine mögliche Behandlung für Demenz hinweisen.

Des Weiteren hat Meditation auch gezeigt, über die Zeit Regionen des Gehirns zu verbessern. Die Praktik hat gezeigt, dass sie für kognitive Funktionen nützlich sein und Hirnaktivität modifizieren kann. Eine Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "NeuroImage", legte dar, dass Meditierende bedeutend größere Mengen von grauer Substanz im rechten Orbifrontalkortex und dem rechten Hippokampus haben.[6]

Diese Regionen sind an emotionaler Regulierung- und Reaktionskontrolle beteiligt. Größere Massen in diesen Bereichen könnten bei Meditierenden mit positiven Emotionen, emotionaler Stabilität und achtsamem Verhalten in Beziehung stehen.

Obwohl diese Studien ein Stück weit nicht in Zusammenhang stehen, demonstrieren sie ein mögliches Zusammenspiel von Meditation und Cannabis. Ebenso wie die beiden auf kurze Sicht gut zusammenarbeiten, um einen glückseligen Zustand hervorzubringen, könnten sie für das Gehirn auch auf lange Sicht nützlich sein.

WIE MAN MEDITATION UND CANNABIS ZUSAMMEN VERWENDET

Wir haben also die gewaltigen Vorteile gesehen, die eine Meditationspraktik bringen kann. Wir haben weiterhin die Vorteile der Aufnahme von Cannabis in die Mischung besprochen, um die Wirksamkeit von Meditation und die Leichtigkeit des Erreichens eines meditativen Zustands zu verstärken. Aber wie nutzt man sie gemeinsam?

Es gibt viele Wege mit Cannabis zu meditieren, genauso, wie es viele Wege des Konsums von Cannabis gibt. Menschen werden mit der Zeit höchstwahrscheinlich ihre eigenen individuellen Methoden und Vorlieben herausfinden.

Der Akt der Meditation an sich ist recht simpel. Sei still und beruhige den Geist. Die typische einzunehmende Position ist mit übereinander gekreuzten Beinen auf einem Kissen zu sitzen. Manche Menschen bevorzugen es jedoch, zu liegen oder auf einem Stuhl zu sitzen. Andere ziehen es vor, draußen aktiv zu laufen und finden, dass dies ihrem Geist hilft, Ruhe zu erreichen und einen meditativen Zustand zu erzielen. Als Bezugsrahmen schauen wir uns die sitzende Meditation an.

Sitzende Meditation beinhaltet still und aufrecht zu sitzen, während man dem Geist erlaubt, sich zu beruhigen. Menschen nutzen oftmals Punkte, um ihre Aufmerksamkeit darauf zu verankern. Manche könnten wählen eine Kerzenflamme anzuschauen, wohingegen andere ihre Augen schließen und sich auf die Ebbe und Flut ihre Atems konzentrieren.

Beginne mit kleinen Intervallen, möglicherweise nur 5 bis 10 Minuten. Es ist ziemlich schockierend, wie schnell und mühelos die Aufmerksamkeit vom Jetzt weg- und in ein wildes, zufälliges Gestöber der inneren Gedanken hineindriftet. Lass Dich dadurch nicht demotivieren und realisiere stattdessen, dass Deine Aufmerksamkeit auf Deine unmittlbare Umgebung zurückzulenken, genau das Training ist, um Deinen Geist von diesen Gedanken freizumachen.

Cannabis zu rauchen, wird Dir sehr wahrscheinlich dabei helfen, aus dem Gedankenmuster auszubrechen. Vor oder während einer Meditation einen Blunt, Joint oder Kopf zu rauchen, kann Dir gewiss einen anderen Kopfraum und Ruhe verschaffen.

WELCHE SORTE SOLLTE MAN NUTZEN?

Es gibt tausende von Sorten, die jetzt für Nutzer mit verschiedenen Cannabinoid- und Terpenprofilen verfügbar sind, die letztendlich zu unterschiedlichen psychoaktiven Wirkungen führen.

Indica-Sorten sind mit einem Körper-High und Empfindungen von Entspannung und Ruhe verbunden. Sativa-Sorten hingegen werden mit einem Kopf-High und einem Rausch assoziiert. Es hängt von der Person ab, welche Art sie bevorzugen würde, aber eine Indica-Sorte wird Dir wahrscheinlicher dabei helfen, den Geist zu beruhigen.

Wer zu high wird und sich unbehaglich fühlen, könnte eine Sorte mit einem höheren CBD- und niedrigeren THC-Gehalt probieren. Diese Sorten werden Dich weniger high machen, da THC der psychoaktive Teil von Cannabis ist.

Verweise

  1. ^ Springer, The effects of mindfulness meditation on cognitive processes and affect in patients with past depression, abgerufen November-27-2018
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  2. ^ Science Direct, Three-year follow-up and clinical implications of a mindfulness meditation-based stress reduction intervention in the treatment of anxiety disorders, abgerufen November-27-2018
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  3. ^ Psychosomatic Medicine, A randomized, wait list controlled clinical trial: the effect of a mindfulness meditation-based stress reduction program on mood and symptoms of stress in cancer outpatients, abgerufen November-27-2018
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  4. ^ Psychosomatic Medicine, Alterations in brain and immune function produced by mindfulness meditation, abgerufen November-27-2018
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  5. ^ Science Daily, Cannabis reverses aging processes in the brain, study suggests, abgerufen November-27-2018
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  6. ^ Science Direct, The underlying anatomical correlates of long-term meditation: Larger hippocampal and frontal volumes of gray matter, abgerufen November-27-2018
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