Der rechtliche Status von Cannabis in Spanien


Der rechtliche Status von Cannabis in Spanien

Köstliches Essen, Strände und eine beeindruckende Geschichte. Das sind alles triftige Gründe, um nach Spanien zu reisen. Darüber hinaus haben sich die Gesetze bezüglich Cannabis gerade (wieder) geändert. Ab sofort betrifft das Katalonien, aber auch auf landesweiter Ebene scheint im Land der Siesta eine Reformation immer wahrscheinlicher zu sein.

30-Sekunden-Präsentation? Wenn Du Dich in Barcelona (der Hauptstadt Kataloniens) befindest und Mitglied eines Cannabis Clubs bist, kannst Du statt einen Mittagschlaf einzulegen, in einem Cannabis Club vorbeischauen.

MEDIZINISCHEM MARIHUANA IN SPANIEN

Legal. Außerdem bemüht man sich, ständig neue Forschungen im Bereich der Cannabinoide durchzuführen. Medikamente wie Sativex und Marinol sind für Patienten in Spanien bereits seit einigen Jahren erhältlich.

Nichtsdestotrotz finden es viele Menschen einfacher – und günstiger – ihr eigenes Cannabis anzubauen oder zu kaufen. Oder sind Mitglied eines Cannabis Clubs.

MARIHUANA ALS FREIZEITDROGE IN SPANIEN

Es variiert und ist an einem bestimmten Punkt noch unklar. Das Gesetz ist regional unterschiedlich. Die Regel für ganz Spanien lautet, dass der private Konsum eigentlich immer noch illegal ist. Es wurde indessen entkriminalisiert, in dem Sinne, dass man für den Besitz nicht ins Gefängnis muss, sondern in der Regel mit einer Verwarnung davonkommt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Wegen einer Entscheidung eines Anwalts für Drogenrecht liegt der Anbau und Konsum in privaten Cannabis Clubs in Katalonien seit 1993 technisch gesehen außerhalb der Reichweite des Gesetzes. Das führte in Katalonien zu einer semilegalen Stellung von Cannabis.

Das wiederum ebnete den Weg für ein „Cannabis Club“ System, bei dem Menschen eine Gebühr zahlen, um Cannabis rauchen zu können. Aufgrund der Tatsache, dass dieses System irgendwie undurchsichtig ist und nicht klar wird, was erlaubt ist und was nicht, gab es in ganz Spanien vermehrte Auseinandersetzungen zwischen Behörden und Clubbesitzern, denen es erlaubt wurde, einen Cannabis Club zu eröffnen.

Im Sommer 2017 erklärte Katalonien den Anbau und Konsum von Cannabis, solange dies nur für bzw. in dem Club stattfindet, für legal. Damit verschwinden zumindest regional die Grauzonen der Gesetzgebung.

Die Clubs in Katalonien können ihr Angebot nun regulieren. Das bedeutet, dass sie pro Jahr nun bis zu 150kg getrocknetes Marihuana anbauen können, um ihre Kunden damit zu versorgen.

Allerdings ist es erforderlich Mitglied in einem Cannabis Club zu sein. In der Regel ist es nach einer zweiwöchigen Wartephase dann so weit. So versucht man, Touristen fernzuhalten. Nichtsdestotrotz sollte der Zugang zu Cannabis vor allem jetzt und speziell in Barcelona kein Problem sein.

Wenn Du über 21 Jahre alt bist, kannst Du pro Monat bis zu 60g von Deinem Club beziehen. Menschen im Alter zwischen 18-21 Jahren können pro Monat nicht mehr als 20g kaufen.

Obwohl das wirklich großartige Neuigkeiten sind, besagen die Regeln offiziell, dass man als Mitglied eines Clubs sein Gras beim Verlassen des Gebäudes in einem persönlichen Schließfach verwahren sollte, denn Besitz und Konsum sind in der Öffentlichkeit noch immer illegal.

Essbare Cannabisprodukte sind auch noch nicht erlaubt.

Und denke daran, dass alles, was sich in Katalonien abspielt, (noch) nicht auf andere Regionen in Spanien zutrifft. Diese Region des Landes ist für ihre strikte Unabhängigkeit bekannt.

Wir wollen damit sagen, dass Du darauf achten solltest, wo Du Dein Gras mit Dir herumträgst.

WAS KÖNNTE PASSIEREN, WENN DU VON DER POLIZEI MIT CANNABIS BEI DIR ERWISCHT WIRST?

Wenn es sich dabei nur um ein paar Gramm handelt, passiert in der Regel nichts Schlimmes. Wenn Du volljährig bist und nicht in der Öffentlichkeit und in Barcelona rauchst, werden Dich die Beamten wahrscheinlich dazu auffordern Dein Zeug wegzuschmeißen und Dich mit einer Verwarnung wegschicken.

Wenn Du beim Anbau von Pflanzen erwischt wirst und noch nicht volljährig bist oder Deine Plantage in einer anderen Region als Katalonien hochgenommen wird, solltest Du sehr vorsichtig sein. Wirst Du mit einer größeren Menge Gras (über 10g) oder noch schlimmer, beim Verkauf von Cannabis erwischt, kannst Du mit Sicherheit mit Strafen rechnen.

Nichtsdestotrotz muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die Polizisten, wenn sie es wirklich wollen, selbst beim Besitz von kleinen Mengen ziemlich Stress machen und Dir sogar eine empfindliche Geldstrafe aufbrummen können. Auch in Barcelona.

In Sachen Cannabis bahnt sich zwischen der Bundesregierung und der regionalen Regierung von Katalonien eine entscheidende Auseinandersetzung an. Gleichwohl ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die Region um Barcelona ihr Experiment fortsetzen darf. Der Rest des Landes wird diesem Beispiel dann hoffentlich irgendwann folgen.

Die medizinische Forschung in Spanien könnte auch zu einer Veränderung der staatlichen Meinung, wenn nicht sogar des Gesetzes, beitragen. Das ist für die kommenden paar Jahre aber eher unwahrscheinlich.