F1-Hybrid-Test erreicht 1,8 kg/m²: Ein neuer Maßstab für gleichmäßige Indoor-Ergebnisse?


F1-Hybrid-Test erreicht 1,8 kg/m²: Ein neuer Maßstab für gleichmäßige Indoor-Ergebnisse?
RQS x CRIC Labs Versuch

1,8 kg/m² klingen spektakulär – spannender sind die Daten zur Konsistenz. Welche Faktoren machten den Durchlauf so planbar, und wo liegen die Grenzen im Alltag?

In der Indoor-Zucht werden „rekordverdächtige Erträge“ oft erst einmal mit gesunder Skepsis betrachtet. Ein aktueller, kontrollierter Versuch von CRIC Labs in Montréal, durchgeführt in Zusammenarbeit mit Royal Queen Seeds (RQS), liefert jedoch Zahlen, bei denen sich ein genauer Blick lohnt.

Im Versuch wurden 1,8 kg/m² in einem kompletten Zyklus von nur 69 Tagen ab Samen erzielt. Diese Rohwerte sind auffällig – für die CannaConnection-Community ist aber vor allem spannend, was die Daten zur Gleichmäßigkeit und Wiederholbarkeit sagen. Denn für ernsthafte Grower zählen diese zwei Punkte im Alltag häufig mehr als eine einzelne, besonders schwere Ernte.

Das Setup: Präzision und Dichte

Zum Einsatz kamen zwei konkrete Autoflower-Sorten: Orion F1 und Medusa F1. Um die genannten Ergebnisse zu erreichen, arbeiteten die Forschenden mit einer Dichte von 5,4 Pflanzen pro m².

Was hier besonders ins Auge fällt, ist das Tempo des Lebenszyklus. Durch eine verkürzte vegetative Phase und eine synchronisierte Blütephase war der Durchlauf in weniger als zehn Wochen abgeschlossen. In der Praxis deutet das darauf hin, dass echte F1-Hybriden einen gut planbaren Turnaround liefern können – interessant vor allem dann, wenn du über das Jahr hinweg möglichst viel „Ernte pro Quadratmeter“ herausholen willst.

Gleichmäßigkeit: Der unterschätzte Vorteil

Über das Endgewicht hinaus stellten die Forschenden von CRIC Labs eine auffällig hohe strukturelle Konsistenz im gesamten Blätterdach fest.

  • Synchronisiertes Wachstum: Die Pflanzenhöhen blieben im gesamten Raum eng beieinander.
  • Geringerer Arbeitsaufwand: Diese Gleichmäßigkeit machte es unnötig, Lichtabstände oder Bewässerung ständig für einzelne Pflanzen nachzujustieren.
  • Planbare Inputs: Wenn sich ein Blätterdach wie eine Einheit verhält, lassen sich Nährstoffgaben und Umweltparameter deutlich einfacher konstant halten.

RQS x CRIC Labs Trial

Ist das auch für den Homegrow realistisch?

Laborergebnisse werden schnell als etwas abgetan, das nur in millionenschweren Anlagen möglich ist. Simon Charette, der das Projekt betreut hat, ordnet es jedoch bodenständiger ein: Für erfahrene Grower, die ihre Umgebung wirklich im Griff haben, seien solche Outputs „absolut erreichbar“ – auch im kleineren Maßstab.

Das passt zum Kernversprechen von F1-Genetik: Wenn die „genetische Lotterie“ klassischer Samen kleiner wird, wachsen die Pflanzen tendenziell robuster und liefern weniger Überraschungen, die eine Ernte aus der Bahn werfen können.

Ausblick: Photoperiodische F1s

Der Zeitpunkt der Ergebnisse fällt mit der Erweiterung des RQS-F1-Programms auf photoperiodische Sorten zusammen. Während sich der CRIC-Versuch auf Autoflowers konzentrierte, werden die gleichen Zuchtprinzipien nun auch auf Genetiken übertragen, die dir mehr Kontrolle über Veg-Training und Lichtzyklen geben.

Der wichtigste Punkt für Grower: Auf dem Papier sind 1,8 kg/m² eine enorme Zahl. In der Praxis ist der Versuch vor allem ein Fallbeispiel dafür, wie stabile Genetik den Anbau vereinfachen kann. Auch wenn Resultate je nach Setup und Erfahrung schwanken, dürfte der Trend zu gleichmäßigen Kultivaren neue Maßstäbe für die Effizienz im Indoor-Bereich setzen.