Cannabis-Konzentrate: Was ist der Unterschied zwischen Extrakten ohne und mit Lösungsmitteln?


Cannabis-Konzentrate: Was ist der Unterschied zwischen Extrakten ohne und mit Lösungsmitteln?

Dabben wird zunehmend beliebter. Wenn Du die große Welt der Cannabis-Konzentrate bereits erkundet hast, bist Du wahrscheinlich schon mal über die Begriffe "lösungsmittelhaltig" und "lösungsmittelfrei" gestolpert. Um die Unterschiede zwischen beidem besser zu verstehen, haben wir hier eine Übersicht zu Cannabis-Konzentraten: Was macht sie aus und wie werden sie hergestellt?

Wie der Name schon verrät, werden Cannabisextrakte hergestellt, indem die essentiellen Verbindungen aus Cannabispflanzenmaterial zu einem potenten Endprodukt konzentriert werden, das geraucht, verdampft oder zur Herstellung von Esswaren verwendet werden kann. Das Verständnis der grundlegenden Theorie der Herstellung von Cannabisextrakten erleichtert das Verständnis dessen, warum einige Konzentrate aus Lösungsmitteln hergestellt werden und andere nicht.

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Arten von Cannabisextrakten, die unter unterschiedlichen Namen wie Hasch, BHO, Budder, Wachs, Shatter und anderen verkauft werden. Diese Begriffe sind in der Regel mehr als alles andere ein Indikator für die Beschaffenheit eines Konzentrats. Und obwohl der Prozess der Herstellung von Konzentraten unterschiedlich sein kann, folgen sie alle einem grundlegenden Prinzip: Der Trennung von Trichomen und Cannabispflanzenmaterial. Diese Trichome enthalten, wie Du vielleicht weißt, die Cannabinoide und Terpene, die dem Cannabis seine vielfältigen Wirkungen verleihen.

WORIN BESTEHT DER UNTERSCHIED ZWISCHEN LÖSUNGSMITTELHALTIGEN UND LÖSUNGSMITTELFREIEN EXTRAKTEN?

Der Unterschied zwischen lösungsmittelhaltigen und lösungsmittelfreien Cannabisextrakten ist leicht erklärbar. Lösungsmittelkonzentrate werden unter Verwendung einer bestimmten Art von Lösungsmittel (wie Butan oder Alkohol) hergestellt, um Trichome von der Cannabispflanze zu trennen. Lösungsmittelfreie Extrakte werden natürlich ohne Lösungsmittel hergestellt.

GÄNGIGE ARTEN VON LÖSUNGSMITTELFREIEN EXTRAKTEN

Gängige arten von lösungsmittelfreien extrakten

HASCH UND CHARAS

Einige der ältesten Arten von Cannabisextrakten sind Haschisch und Charas. Die frühesten Erwähnungen über die Verwendung von Hasch stammen aus Gebieten im und um den Nahen Osten. Charas hingegen ist der Name für handgemachtes Haschisch aus Indien und Nepal. Sowohl Haschisch als auch Charas sind lösungsmittelfreie Extrakte, beinhalten aber auch die Trennung von Trichomen von der Cannabispflanze.

Hasch wird oft durch ein Verfahren hergestellt, das als Trockensiebung bezeichnet wird. Dabei werden getrocknete Cannabisknospen gesiebt, um Kief, ein feines, trichomreiches Pulver, herzustellen. Dieses Pulver wird dann erhitzt und zu Blöcken gepresst, die braun, schwarz oder sogar rötlich sein können.

Charas wird hingegen hergestellt, indem frische Cannabisknospen für eine gewisse Zeit zwischen den Handflächen gerollt werden. Dies führt zu einer Anhäufung von dunklem Harz, das zu Kugeln oder Stäbchen gerollt und dann geraucht werden kann.

ROSIN

Eine weitere beliebte Art lösungsmittelfreier Extrakt ist Rosin. Das Harz wird durch das Pressen von Cannabisknospen (getrocknet für normales Rosin und frisch für "frisches" Rosin) in einer heißen Presse hergestellt.

Die Hitze und der Druck der Presse führen zu einem klebrigen goldenen Öl, das aus den Blüten gewonnen wird und Baumharz ähnelt. Dieses Öl besteht aus den ätherischen Ölen, die in den Trichomen der Pflanze enthalten sind. Frisches Rosin wird für sein volles Aroma und seinen Geschmack geschätzt.

GÄNGIGE LÖSUNGSMITTELKONZENTRATE

EISWASSER-HASCH

Eiswasser-Hasch, manchmal auch Bubble-Hasch genannt, ist eine einfache Möglichkeit, Hasch herzustellen. Wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst, benötigt man dafür nur Eis und Wasser als Lösungsmittel. Einige Leute halten dies für ein lösungsmittelfreies Konzentrat, aber da es Wasser zur Trennung der Trichome verwendet, betrachten wir es eher als einen Lösungsmittelxtrakt.

Cannabisknospen werden zunächst gefroren, um die Trichome etwas zerbrechlicher zu machen, und dann in "Bubble Bags" (Beutel aus Vinyl mit verschiedenen feinen Maschen, die in 4l oder 20l-Eimer passen) gefüllt. Anschließend werden Eis und Wasser den Beuteln hinzugefügt und in Bewegung versetzt, um die Trichome zu trennen, die durch die verschiedenen Siebe der einzelnen Beutel gefiltert werden. Jeder Beutel erzeugt eine andere Hasch-Art, wobei das feinste Sieb das reinste Konzentrat erzeugt.

BHO (BUTAN-HASCHÖL)

Butan-Haschischöl ist sehr beliebt. Wie der Name schon sagt, wird es mit flüssigem Butan als Lösungsmittel hergestellt. Auch hierbei ist es eine gängige Praxis, gefrorenes Cannabis zu verwenden, um BHO herzustellen, das in Butan getränkt wird. Die so entstandene Mischung wird dann durch Hitze gereinigt, was hilft, das Butan zu verdunsten und goldenes Haschischöl zu erzeugen.

Hinweis: Viele Menschen stellen BHO zu Hause her. Dies kann jedoch gefährlich sein, da Butan extrem leicht entflammbar ist. Wenn die BHO-Dämpfe nicht in einer sicheren, kontrollierten Umgebung gereinigt werden, können sie sich entzünden und eine Explosion verursachen. Wenn Du gerade Dein eigenes BHO herstellst, sorge dafür, dass Du dies immer an einem gut belüfteten Ort tust und Dich von offenen Flammen fernhältst. Auch bei der Herstellung eigener Extrakte solltest Du immer nur mit hochwertigen Lösungsmitteln wie Butan, Ethanol oder Isopropylalkohol arbeiten.

BHO ist unter einer Vielzahl von verschiedenen Namen bekannt, wie z.B. Shatter, Budder, Wax und Crumble. Diese Begriffe beschreiben im Wesentlichen die Konsistenz des Endprodukts, die, je nachdem, wie es gereinigt wurde, variieren kann. BHO zum Beispiel, das während des Reinigungsprozesses geschlagen oder gerührt wird, neigt dazu, cremiger oder bröckeliger zu sein und wird daher als Budder, Wax oder Crumble verkauft. Shatter hingegen ist sehr spröde und wird mit so wenig Erschütterung wie möglich hergestellt.

Nicht mit Rosin zu verwechseln, ist Live Resin eine andere Art BHO; aber im Gegensatz zu normalem BHO wird es mit frischen schockgefrorenen Cannabisknospen hergestellt. Die Verwendung frischer Knospen hilft, viele der Aromen und Geschmacksrichtungen der Cannabispflanze zu bewahren und produziert ein sehr begehrtes Produkt.

PHO (PROPAN-HASCHÖL)

Weit weniger beliebt als BHO, wird PHO mit flüssigem Propan anstelle von Butan hergestellt. Propan-Extrakte weisen leicht unterschiedliche Anteile von Cannabinoiden auf und haben auch einen niedrigeren Siedepunkt. Das bedeutet, dass die Reinigung bei niedrigeren Temperaturen möglich ist, was zum Schutz der Terpene im Cannabis beiträgt und ein aromatischeres Vollspektrum-Hasch-Produkt erzeugt. Wie BHO kann auch PHO in vielen verschiedenen Beschaffenheiten angeboten werden.

TERPENSOßE

Terpensoße, manchmal auch HTFSE (High Terpene Full Spectrum Extrakt) genannt, ist eine Art von Extrakt, die reich an Terpenen ist. Diese Öle werden oft mit einem Lösungsmittel wie Butan oder Propan hergestellt, aber in einem langen, langsamen Prozess gereinigt.

Dies beinhaltet viel niedrigere Temperaturen und wird in der Regel im Vakuum durchgeführt, um eine vollständige Spülung ohne Beschädigung der flüchtigen Terpene und Cannabinoide im Öl zu gewährleisten. Im Laufe der Zeit kristallisiert durch die langsame Extraktion ein Teil des Öls und bildet ein dickes, zuckerhaltiges Endprodukt mit einer Konsistenz, die kristallisiertem Honig ähnelt.

QUICK WASH ETHANOL/ISOPROPYLEXTRAKTE

Diese Konzentrate, manchmal QWISO oder QWETO bezeichnet, werden mit Alkohol als Lösungsmittel anstelle von Butan hergestellt. Eine schnelle Reinigung erfolgt durch das Gießen von Alkohol über die (meist gefrorenen) Cannabisblüten, um Trichome zu trennen und zu extrahieren. Dies geschieht schnell, um zu vermeiden, dass Chlorophyll aus der Pflanze extrahiert wird (daher der Name Quick Wash).

Wie bei BHO wird die entstehende Flüssigkeit dann langsam gereinigt, um ein Öl zu erzeugen, das Shatter sehr ähnlich ist. Wenn das Cannabis zu lange in Alkohol eingeweicht wird, wird das Endprodukt dunkler und wachsartiger.

COâ‚‚-ÖL

Wie der Name schon sagt, wird COâ‚‚-Öl mit COâ‚‚ als Lösungsmittel hergestellt. In der Regel handelt es sich dabei um ein sehr teures Öl, da die Extraktion von Cannabis mit COâ‚‚ eine sehr spezielle Ausrüstung erfordert.

Der Prozess der Herstellung mit COâ‚‚ ist vergleichbar mit dem von BHO. Gefrorenes Cannabis wird in der Regel in eine Kammer gefüllt, die dann mit subkritischem COâ‚‚ (COâ‚‚ bei einer so niedrigen Temperatur, dass es flüssig wird) gefüllt wird. Das Öl wird während des gesamten Prozesses auf dieser niedrigen Temperatur gehalten, was zur Bewahrung der Cannabinoide und Terpene beiträgt. Sobald es gereinigt ist, hat COâ‚‚-Öl normalerweise eine goldene Farbe und wird wegen seines reichen Geschmacks und seiner Wirksamkeit geschätzt.

Bei einigen COâ‚‚-Ölen kann es jedoch auch zu einem Mangel an Terpenen kommen, wenn sie höheren Temperaturen ausgesetzt sind. Dies ist der Fall bei der überkritischen COâ‚‚-Extraktion, bei der höhere Temperatur- und Druckwerte zur Extraktion von Verbindungen verwendet werden. Auch wenn dieser Vorgang mehr Terpene schädigt als bei der subkritischen Extraktion, dauert die überkritische weniger lange und kann größere Moleküle wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren extrahieren.

WAS IST BESSER: LÖSUNGSMITTELHALTIGE ODER LÖSUNGSMITTELFREIE CANNABISEXTRAKTE?

Die Entscheidung, lösungsmittelhaltige oder lösungsmittelfreie Cannabisextrakte zu dabben oder anderweitig zu Dir zu nehmen, liegt ganz bei Dir. Wenn Du reine Cannabisprodukte bevorzugst, eignen sich lösungsmittelfreie Extrakte besser.

Jedoch bevorzugen die meisten Cannabisliebhaber hochwertige Dabs mit Lösungsmitteln, die ordnungsgemäß entfernt wurden. Die Wahl des einen gegenüber dem anderen hängt hauptsächlich von Deinen persönlichen Vorlieben und der Verfügbarkeit verschiedener Extrakte in Deiner Gegend ab.