Cannabislegenden: Der Ursprung von Skunk


Cannabislegenden: Der Ursprung von Skunk
Steven Voser

Erfahre alles über die Ursprünge und Wirkung der legendären Cannabissorte Skunk. In den 1970er Jahren erschaffen, beeinflusst sie unverändert die Landschaft der modernen Zucht. Egal, ob Du Grower oder Kenner bist, ist es wichtig, sich mit der Geschichte dieser Sorte vertraut zu machen und einige der besten Skunk-Hybriden kennenzulernen.

Wenn wir über Cannabisklassiker sprechen, haben nur wenige Sorten so viel Gewicht wie Skunk. Erstmals in den 70er-Jahren auf den Markt gekommen, stellen ihr durchdringendes Aroma und ihre belebende Wirkung für viele die ultimative Cannabiserfahrung dar. Doch was genau ist Skunk-Weed, wie ist es entstanden und was macht es so begehrenswert? Lies weiter, um all das und noch mehr zu erfahren.

Was ist Skunk?

Cannabislegenden: der ursprung von skunk

Skunk ist eine Cannabissorte, die erstmals in den 1970er Jahren in den USA gezüchtet wurde. Während unzählige Züchter seitdem eine Fülle von Skunk-Sorten erschaffen haben, wird die Entstehung der ursprünglichen Sorte dem Züchter David Paul Watson, besser bekannt als "Sam the Skunkman", zugeschrieben. Zusammen mit den berüchtigten Haze Brothers und anderen Züchtern/Growern der damaligen Zeit spielte Sam eine entscheidende Rolle bei der Hybridisierung von Cannabis – einer Praxis, die heute als Standard gilt.

Unter dem Namen "Sacred Seeds Collective" produzierten Sam und eine Gruppe weiterer Züchter neben den weltweit ersten Cannabishybriden auch die mittlerweile ikonische Skunk #1, die von vielen als die erste hochwirksame Hybridsorte angesehen wird. Zu diesem Zeitpunkt steckte die Cannabiszucht noch in den Kinderschuhen, weshalb die meisten Züchter nicht mit der Idee vertraut waren, verschiedene Cannabispflanzen zu kreuzen und Phänotypen zu jagen/zu stabilisieren, wie es heutzutage üblich ist.

Sam erschuf seine ursprüngliche Skunk #1 durch einen sorgfältigen Prozess der Kreuzung von Colombian Gold und Acapulco Gold, zweier Sativa-Landrassensorten aus Kolumbien bzw. Mexiko, mit einer afghanischen Indica-Landrasse. Die Erschaffung der Sorte und der Beginn ihrer Vermarktung fielen noch in die Zeit, als Sam in seiner Heimatstadt Santa Cruz, Kalifornien, lebte, doch richtig startete Skunk #1 erst durch, als ihr Schöpfer 1982 nach einer Razzia bei Sacred Seeds nach Amsterdam umzog. Bis heute ist Skunk nicht nur für ihre Stabilität und Widerstandsfähigkeit, sondern auch für ihr intensives Aroma bekannt, das einen Hauch von verbranntem Gummi, saure Käsenoten und Erde mit einem würzigen, kräuterartigen, fast hopfigen Kick kombiniert.

Ist die ursprüngliche Skunk eine Indica oder Sativa?

Die ursprüngliche Skunk #1 ist eine Hybridsorte, die aus einer Mischung von Sativa- und Indica-Pflanzen gezüchtet wurde. Manche der Saatgutbanken, die immer noch Skunk #1-Samen verkaufen, behaupten, die Sorte sei zu 65–75% sativadominiert.

Woher kommt die Sorte Skunk?

Ist die ursprüngliche skunk eine indica oder sativa?

Wie bereits erwähnt, wurde Skunk #1 von Sam the Skunkman und Sacred Seeds Collective Ende der 1970er Jahre in Santa Cruz, Kalifornien, erschaffen. Gerüchten zufolge kreuzte Sam dafür zunächst eine robuste, potente und widerstandsfähige afghanische Indica mit Colombian Gold – einer der damals wertvollsten US-amerikanischen Sativas, die für ihr beflügelndes High bekannt war. Daraufhin nahm Sam offenbar den resultierenden Hybriden und kreuzte ihn mit Acapulco Gold, einer klassischen mexikanischen Sativa, die für ihre hervorragende Blütenproduktion und -stabilität sowie ihren großartigen Duft, ihren tollen Geschmack und ihre Wirkung bekannt ist. Diese abschließende Kreuzung trug offenbar dazu bei, die gesamte Blütezeit der Sorte zu verkürzen, ihren Ertrag zu verbessern und ihre starke Wirkung sowie ihren Geschmack und Duft zu verstärken.

Cannabisüberlieferungen zufolge war Skunk #1 einer von 30 Hybriden, die Sam während seiner Arbeit mit Sacred Seeds kreierte. Offenbar züchtete er seine Hybriden in einem Gewächshaus und wählte Skunk #1 wegen ihrer im Vergleich zu seinen anderen Hybriden einzigartigen Stabilität sowie wegen ihres unglaublichen Aromas und ihrer Potenz.

Berichten zufolge kam Sam Anfang der 1980er Jahre nach Amsterdam, nachdem Sacred Seeds aufgrund der strikten Haltung der Reagan-Regierung gegenüber Cannabis und Drogen einer Razzia unterzogen wurde. Zu dieser Zeit waren Konsum und Anbau von Cannabis in den Niederlanden zwar weit verbreitet, doch war das verfügbare Gras nicht wirklich der Rede wert. Die Züchter hatten kaum Zugang zu hochwertiger Genetik, während die "Indoor-Revolution" noch einige Jahre auf sich warten ließ, weshalb die meisten niederländischen Züchter die schlechte Genetik, auf die sie zugreifen konnten, im Freien im temperamentvollen niederländischen Klima anbauten.

Sams Ankunft in den Niederlanden trug jedoch dazu bei, dass sich das auf dramatische Weise änderte. Einerseits brachte er ausgewählte Genetik mit, von denen er viele mit Nevil Schoenmakers (Gründer der Seed Bank of Holland) und dem Super Sativa Seed Club teilte. Gleichzeitig ermutigte er niederländische Züchter mit seiner Erfahrung im Cannabisanbau unter der strahlenden Sonne Kaliforniens, Gewächshäuser einzuführen, um die Einschränkungen durch das lokale Klima abzumildern. Skunk hat mit ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress/Schädlingen und ihrem Potenzial, dichte Blüten mit neuartigen Aromen/Geschmacksrichtungen sowie erstklassiger Potenz zu produzieren, dazu beigetragen, die Art und Weise, wie Menschen Cannabis anbauen und genießen, für immer zu verändern.

Im Jahr 1988 stieß Skunk #1 ins Rampenlicht vor, nachdem sie den damaligen High Times Cannabis Cup gewann und dabei Sorten von Super Sativa Seed Club, The Seedbank of Holland und sogar Sensi Seeds besiegt hatte. Bald darauf tauchte sie immer regelmäßiger in Samenkatalogen auf und wurde zu einem Muss für jeden niederländischen Coffeeshop. Heute gilt Skunk #1 nicht nur als einer der ersten echten Cannabishybriden, sondern ist auch Vorfahre der meisten modernen Cannabissorten.

Gibt es einen Unterschied zwischen Skunk und Gras?

Ist die ursprüngliche skunk eine indica oder sativa?

Während es sich bei Skunk #1 um eine Sorte handelt, wird der Begriff "Skunk" vor allem in Großbritannien auch für jede Form von hochwirksamem Cannabis verwendet. Große Medien wie The Guardian und BBC haben beispielsweise Cannabis mit hohem THC-Gehalt immer wieder als "Skunk" bezeichnet.¹,² Dies ist jedoch ein missbräuchliche Verwendung des Wortes – Skunk ist eine einzigartige Cannabissorte, die sorgfältig mit einzigartiger Genetik gezüchtet wurde. In den USA verwenden Cannabiskonsumenten, Züchter und sogar medizinische Patienten manchmal fälschlicherweise das Wort "Skunk", um sich generell auf die durchdringenden Aromen von Cannabis zu beziehen.

5 beliebte Skunk-Sorten

Ist die ursprüngliche skunk eine indica oder sativa?

Seit ihrer Erschaffung wurde Skunk #1 von Züchtern auf der ganzen Welt verwendet, um eine ständig wachsende Fülle neuer Hybriden zu erschaffen. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf einige der beliebtesten Skunk-Sorten, die heute erhältlich sind.

Skunk #1

Skunk #1 wird von einer Vielzahl von Saatgutbanken angeboten, einschließlich Sensi Seeds, Dutch Passion, Grower's Choice und vielen mehr. Diese Sorte wird manchmal als "The Skunk of Skunks" vermarktet und soll dieselben Gene haben wie die ursprüngliche Sorte, die Sam the Skunkman Ende der 1970er Jahre erschaffen hat.

Dank der Kombination der Gene südamerikanischer Sativas (Colombian Gold und Acapulco Gold) und Afghani ist Skunk #1 robust, einfach anzubauen und duftet super. Sie produziert dichte, leicht schwammige Blüten mit toller Struktur und durchgehender Harzproduktion. Die Aromen dieser Sorte kombinieren erdige Untertöne mit süßen Obertönen sowie einem Hauch von moschusartigem Hopfen und einem fast gummiartigen Geschmack. Die Wirkung hingegen ist zunächst energisch und erhebend, danach allerdings – sanft einsetzend, sobald das High nachlässt – beruhigend und entspannend.

Super Skunk

Super Skunk ist das Ergebnis der Kreuzung der ursprünglichen Skunk #1 mit einer afghanischen Indica. Auch diese Sorte wird von einer Reihe von Saatgutbanken angeboten, wobei ihre genaue genetische Abstammung von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein kann: Manche entschieden sich dafür, Skunk #1 mit Afghani #1 zu kreuzen, während andere für die Verwendung von Sorten wie Afghani Hashplant und Kush votiert haben.

Meist sind Super-Skunk-Pflanzen indicadominiert, was zu kompakteren Exemplaren mit einer etwas kürzeren Blütezeit als bei ihrem Skunk #1-Vorgänger führt. Nach dem Trocknen und Aushärten bewahren die Blüten von Super Skunk einen Teil ihres natürlichen "Skunk"-Aromas, allerdings mit fruchtigeren und stärker zitronigen Untertönen. Zünde sie an und Super Skunk wird Dir einen warmen Kick bescheren, der spürbare körperliche Entspannung mit einer positiven zerebralen Erfahrung verbindet.

Big Bud

Big Bud ist ein weiterer indicadominierter Skunk-Nachkomme, der (Du hast es erraten!) dafür bekannt ist, große Ernten an XL-Blüten zu produzieren. Glaubt man den Cannabisüberlieferungen, könnte die ursprüngliche Big Bud aus den 1980er Jahren stammen und aus einer Kreuzung der Sorten Skunk, Afghani, Haze sowie Northern Lights hervorgegangen sein. Big Bud ist derzeit bei Sensi Seeds erhältlich, sie oder Varianten davon waren in der Vergangenheit jedoch auch bei anderen Saatgutbanken im Sortiment. Obwohl manche Saatgutbanken auch unterschiedliche eigene genetische Rezepte für die Nachbildung dieses ertragreichen Klassikers verwendet haben, kombiniert Big Bud generell die Gene von Skunk #1 und Northern Lights.

Das Ergebnis ist ein kompakter Hybrid, der kleine, dichte und harzige Blüten hervorbringt, die einen starken Eindruck hinterlassen. Ihr Aroma kombiniert tendenziell die ursprüngliche "Skunkigkeit" von Skunk #1 mit einem Hauch melasseartiger Süße und einem haschartigen, pfeffrigen Abgang. Big Bud ist auch für ihre hervorragenden Erträge und starke Wirkung bekannt, die sowohl Körper als auch Geist entspannt.

Lemon Skunk

Lemon Skunk ist eine sehr beliebte Skunk-Sorte mit verschiedenen genetischen Ursprüngen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels gibt es zwei Hauptsorten von Lemon Skunk auf dem Markt: eine von DNA Genetics, die aus einer Kreuzung zweier Skunk-Sorten hervorgegangen ist, und eine andere von Green House Seed Co., die Skunk #1 mit Citral (einer indischen Indica mit kräftigen Zitrusaromen) kombiniert.

Die Lemon Skunk von DNA ist zu etwa 60% sativadominiert, während die Sorte von Green House eine 50:50 Sativa-Indica-Aufteilung aufweist. Beide Sorten zeichnen sich durch tiefgrüne Farben und einen recht kompakten Wuchs sowie ein gutes Ertragspotenzial aus. Im Allgemeinen dauert die Blütezeit von Lemon-Skunk-Pflanzen etwa 8 Wochen, nach denen sie dichte Blüten mit unterschwelligen Noten von Skunk und kräftigen, aufdringlichen Noten von frischen Zitrusfrüchten liefern. Die Wirkung von Lemon Skunk erzeugt ein lang anhaltendes Rauschgefühl, das im Kopf beginnt und dann den gesamten Körper erfasst.

Orange Bud

Die von Dutch Passion entwickelte Orange Bud ist eine Skunk-Sorte, die Gerüchten zufolge einige originale Skunk #1-Gene bewahrt hat. Auch heute noch ausschließlich von Dutch Passion verkauft, ist Orange Bud nach wie vor eine beliebte Sorte unter Growern und insbesondere in niederländischen Coffeeshops.

Wie der Name schon sagt, hat Orange Bud ein süßes Aroma, das die erdigen Noten der ursprünglichen Skunk mit Noten reifer Orangen und Nektarinen verbindet. Sie ist dafür bekannt, einfach anzubauen zu sein und sowohl drinnen als auch unter freiem Himmel hohe Erträge zu liefern. Bedenke jedoch, dass diese Sorte sativadominiert ist, weshalb sie bekanntermaßen nach Beginn der Blüte ihre Höhe noch einmal verdoppelt! Ihre hellgrünen, mit leuchtend orangefarbenen Stempeln übersäten Buds erzeugen einen starken beflügelnden Kick.

Warum ist Skunk nach wie vor so beliebt?

Orange bud

Seit ihrer Erschaffung in den 1970er Jahren hat Skunk ihren Platz als eine der weltweit beliebtesten Cannabissorten behauptet. Züchter lieben diese Sorte wegen ihrer Widerstandsfähigkeit, ihrem kompakten Charakter und ihrer tollen Erträge. Stoner und medizinische Patienten hingegen schätzen ihre ausgewogene Wirkung, die zerebrale Aufmunterung mit einem unterschwellig beruhigenden Stoned verbindet. Und wie könnte man ihr Aroma vergessen? Es ist bekannt, dass Skunk einen komplexen Duft verströmt, der erdige Aromen mit gummiartigen Obertönen, einem Hauch von moschusartigem Hopfen und sogar sauren Käsenoten kombiniert. Trotz der schier endlosen Auswahl an Cannabissorten kehren auch heute noch Cannabisliebhaber immer wieder zu Skunk zurück, um eine köstliche Raucherfahrung und zuverlässige Anbauerfahrung zu genießen.

Quellen:

1. Gage, S. So smoking skunk causes psychosis, but milder cannabis doesn't? The Guardian. https://www.theguardian.com/science/sifting-the-evidence/2015/feb/16/does-smoking-skunk-cause-psychosis-but-milder-cannabis-doesnt. Veröffentlicht am 16. Februar 2015. Zugriff am 5. Januar 2022.

2. Roberts, M. Most UK cannabis 'super strength skunk. BBC. https://www.bbc.com/news/health-43196566. Veröffentlicht am 28. Februar 2018. Zugriff am 5. Januar 2022.

Steven Voser
Steven Voser

Steven ist ein Langzeitveteran des Cannabis-Journalismus und hat sich mit jeden Aspekt des Themas eingehend befasst. Er hat besonderes Interesse an der Cannabiskultur, der entstehenden Cannabis-Wissenschaft und daran, wie sie weltweit die Rechtslandschaft formt.