Kann Dich Marihuana Homosexuell Machen? Cannabis-Mythen Entlarvt


Kann Dich Marihuana Homosexuell Machen? Cannabis-Mythen Entlarvt

Die Vorstellung, dass der Konsum von Cannabis die sexuelle Orientierung verändert, existiert schon eine ganze Weile. Heutzutage findet man diese Behauptung oft in Kampagnen jener, die sich gegen die Cannabis-Reform stellen. Wir verraten Dir was. Nichts an dieser Behauptung ist wahr. Fake News, von vorne bis hinten.

Es gibt eine Menge hirnrissige urbane Mythen über Marihuana. Allerdings gibt es ein paar, die eine merkwürdige Zombie-Eigenschaft besitzen. Sie wollen einfach nicht aussterben.

Die Vorstellung, dass Cannabinoide die sexuelle Orientierung beeinflussen, ist eine von ihnen. Genauso wie die Behauptung, dass bestimmte Sorten "Dich homosexuell machen". Für eine bestimmte Gruppe Konsumenten mögen manche dieser Geschichten auf den ersten Blick durchaus besorgniserregend und erschreckend wirken. Hier ist die gute Nachricht. Es ist kompletter Schwachsinn. Glaube es nicht. Es gibt null wissenschaftliche oder sonstige Belege dafür. Cannabis zu konsumieren, kann Deine sexuelle Orientierung nicht beeinflussen.

Es existieren etliche weitverbreitete Themen, die sich um diese völlig dämliche Idee ranken. Die meisten davon basieren auf der Prämisse, dass "Cannabis schlecht ist". Nicht zu vergessen, dass jene, die Cannabis konsumieren, "schlechte" und "unmoralische" Menschen sind – siehe die Handlung von Reefer Madness, wenn nicht sogar die öffentlichen Aussagen aus dem amerikanischen Justizministeriums damals und heute.

Doch wie schafft es diese Behauptung, so lange zu überleben? Und warum glauben manche Menschen immer noch daran?

DIE KLISCHEES DER PROHIBITION STERBEN NUR LANGSAM AUS

Die klischees der prohibition sterben nur langsam aus

Die "Marihuana macht Dich homosexuell"-Behauptung ist eigentlich ein paar unterschiedlichen Verbotskonzepten entlehnt - vergleichbar mit einem Anti-Legalisierungs-Joint. Die erste Behauptung ist, dass es Dich automatisch verändert, wenn Du einen Joint rauchst, oder Dich zu einem schlechten Menschen macht. Oder es macht Dich psychisch krank. Hier findet sich die erste Überschneidung. Homosexualität wurde in den Vereinigten Staaten bis in die 1970er als "psychische Krankheit" definiert, woraus sich leicht gewisse Schlussfolgerungen ziehen ließen.

Die Verknüpfung zwischen den Rechten von Homosexuellen und der Cannabis-Legalisierung ist auch politisch sehr stark. In den 1980ern verstärkten sich diese Stereotypen durch den Anstieg der AIDS-Krise wieder, die natürlich vorwiegend schwule Männer betraf. Zusätzlich wandte sich die homosexuelle Community Marihuana zu, da es eines der effektivsten anti-viralen und gegen Übelkeit helfenden Medikamente zu dieser Zeit war. Schwule Männer benutzten eine stigmatisierte Droge, um eine geächtete Krankheit zu behandeln. Das half der Situation nicht gerade.

In den 1990ern kamen Aktivisten für Rechte von Homosexuellen und Rechte für medizinisches Cannabis zusammen und änderten erfolgreich das Gesetz für medizinisches Cannabis in Kalifornien. Aber dies hielt nicht lange an.

In den Nuller-Jahren spalteten die Rechte von Homosexuellen und die von Cannabis wortwörtlich die US-Staaten in der Mitte. Colorado stimmte tatsächlich erst dafür, gleichgeschlechtliche Ehen zu verbieten. Anschließend entschieden die Wähler, Cannabis zu legalisieren.

Da die Legalisierung vor allem in den Vereinigten Staaten ernsthaft vonstatten ging, kam auch dieser alte Spruch wieder auf: Die "TCH macht Dich schwul"-Behauptung tauchte in einigen bundesstaatlichen Wahlkämpfen auf. Dies schloss Florida mit ein, auch bekannt als einer der wichtigsten Swing-States in jeder nationalen Wahl dieses Jahrhunderts.

GIBT ES WIRKLICH GAR KEINE BEWEISE DAFÜR, DASS GRAS DICH SCHWUL MACHT?

Das ist richtig. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Beweise. Cannabinoide können Deine sexuellen Vorlieben nicht verändern.

Es gibt einige Beweise dafür, dass Cannabinoide Auswirkungen auf den Östrogen-Spiegel und die Östrogen-Produktion bei sowohl Männern als auch Frauen haben können. Allerdings konnte das die Panikmache nicht stoppen. Die berühmteste und aktuellste Panikmache? Pot rauchen führt zu Gynäkomastie - auch die männliche Fettbrust genannt. Hier ist der Grund, warum das eigentlich noch bescheuerter ist: Cannabinoide und das Endocannabinoid-System regulieren den Stoffwechselantrieb des Körpers. Gynäkomastie wird von hormonellem Ungleichgewicht ausgelöst.

Auch wenn Cannabis die Sexualität und die sexuellen Gefühle für beide Geschlechter erhöhen kann, ist das etwas anderes. Sexuelle Erforschung während dem Konsum von Cannabinoiden ist nichts neues. Allerdings gibt es keinen Beweis dafür, dass Gras rauchen Dich dazu bringen kann, anstatt Frauen auf einmal Männer zu begehren, oder umgekehrt.

SCHWULES GRAS UND FAKE NEWS

Schwules gras und fake news

Der "coolste" moderne Mythos und der Twist an dieser ganzen Sache? Geschichten über "Killer-Cannabis-Sorten", die Menschen homosexuell machen. Diese Geschichten sind von Zeit zu Zeit in der Blogosphäre sehr verbreitet. Diese lassen sich normalerweise, besonders in den USA, mit Kampagnen zum Thema Legalisierung in Verbindung bringen. Sobald man anfängt, Fehler deutlich zu machen, werden andere Sachverhalten auch sichtbar.

Die erste Sache, die Du tun musst, ist Dir die Referenzen der zitierten Personen anzusehen. Im Gegensatz zu dem, was der Artikel angibt, war Michele Leonhart nie Chefin der DEA-Einsätze in Denver, aber sie war Chefin der bundesstaatlichen DEA unter Präsident Obama. Außerdem wurde sie aufgrund mehrerer Skandale gefeuert.

Und natürlich gibt es keine Sorte, die sich "HomoKush 69" nennt.

Allem in allem ist es wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass homosexuell sein in Ordnung ist.

Und kann Dich Cannabis gay machen? No way!