Der rechtliche Status von Cannabis in der Türkei


Der rechtliche Status von Cannabis in der Türkei

Mit einem Fuß in Europa und dem anderen in Asien, ist die Türkei noch weit davon entfernt, ihren westlichen Nachbarn zu einem liberaleren Standpunkt in Bezug auf Cannabis zu folgen.

Momentan lautet die gute Nachricht, dass die Türkei überhaupt in den Prozess der Cannabislegalisierung eingestiegen ist, um den internationalen Drogenhandel zu stoppen. Das ist durchaus ein wichtiger Schritt nach vorne. Selbst, wenn diese Reform auf Cannabis für den medizinischen Einsatz beschränkt ist.

MEDIZINISCHEM CANNABIS IN DER TÜRKEI

Der medizinische Gebrauch ist jetzt legal. Allerdings hat man bisher seit der Ankündigung dieser neuen Politik im Oktober 2016 die Details noch nicht vollständig ausgearbeitet. Die gute Nachricht hierbei ist darin zu sehen, dass nunmehr Sativex für Patienten mit dem Rezept eines zugelassenen Arztes zur Verfügung steht.

Der Plan sieht aber vor, die Angelegenheit noch einen Schritt weiterzuführen und das ist die nächste gute Nachricht: Bestimmungen von Regierungsseite erlauben es 19 Provinzen, streng kontrollierte und überwachte Pflanzen anzubauen. Die lizenzierten Produzenten müssen beweisen, dass sie gerichtlich unbescholten sind und ihre Bereitschaft erklären, den Vorschriften zu folgen.

Zu den Provinzen, in denen der legale Anbau durchgeführt wird, gehören Amasya, Antalya, Bartin, Burdur, Ҫorum, ĺzmir, Karabück, Kastamonu, Kayseri, Kütahya, Malatya, Ordu, Rize, Samsun, Sinop, Tokat, Uşak, Yozgat und Zonguldak.

FREIZEITCANNABIS IN DER TÜRKEI

Der Konsum von Cannabis ist immer noch ausgesprochen illegal. Besitz, Erwerb oder Annahme von Drogen wie Cannabis sind ein Freifahrtschein in ein türkisches Gefängnis, wo der Aufenthalt bis zu zwei Jahre dauern kann. "Midnight Express" ist ein toller Film, aber glaub uns, Du kennst nur die entschärfte Version. Lass es ganz einfach nicht so weit kommen. Für Verkauf und Lieferung, sowie unlizensierte Produktion oder Drogenhandel wirst Du für mindestens fünf bis zehn Jahre im Gefängnis verschwinden.

Du wirst Sanktionsmaßnahmen zu spüren bekommen. Im besten Fall bzw. falls Du Glück hast und bei Dir nur eine kleine Menge gefunden wurde, können sie Dich in ein Verfahren verwickeln und/oder eine Bewährungsstrafe von bis zu drei Jahren aufbrummen. Falls Du nicht bereit sein solltest zu kooperieren, wird es zu einer Verurteilung kommen.

Nein. Das medizinische Programm wird langsam und unter besonderer Aufsicht der Regierung auf den Weg gebracht. Das ist alles, was für jetzt und die unmittelbare Zukunft vorgesehen ist. Das Land befindet sich immer noch in der Klammer eines internationalen (Drogen-)Krieges. Isis und afghanische Drogen- und Terror-Kartelle nutzen die Türkei als Einfallstor nach Europa.

Darüber hinaus sind die Gewinne aus illegalen Drogen, die hier angebaut werden, direkt mit dem Terrorismus in ganz Europa verknüpft. Die Türkei ist ein Drogen- und Terror-Hotspot, weshalb die Behörden entsprechend handeln.